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Fußball

20.03.2020

FC Memmingen stoppt Zahlungen

Ein Mann klarer Worte: FCM-Präsident Armin Buchmann will den drohenden finanziellen Kollaps des FC Memmingen mit allen Mitteln verhindern.
Bild: Olaf Schulze

Plus Um das finanzielle Überleben zu sichern, zahlt der Regionalligist weder Spieler- noch Trainergehälter und Ehrenamtspauschalen. Negative sportliche Folgen nimmt man in Kauf.

Der FC Memmingen hat, wie angekündigt, in der Corona-Krise drastische Maßnahmen zur Existenzsicherung des Vereins ergriffen. Es ist momentan völlig unklar, ob überhaupt, wann und wie der Spielbetrieb fortgesetzt werden kann und welche Folgen zu erwarten sind. Nach über drei Monaten Winterpause praktisch ohne Einnahmen folgen nun ein, zwei oder vielleicht sogar weitere Monate –gleichzeitig laufen die Ausgaben weiter.

„Unsere Kosten liegen täglich bei 1.500 Euro. Bis zur Jahresmitte, dem eigentlichen Saisonschluss, würden somit rund 160.000 Euro an ungedeckten Kosten auflaufen“, macht FCM-Präsident Armin Buchmann eine einfache, aber sehr deutliche Rechnung auf. Wenn die Saison nicht zu Ende gebracht werden kann und damit mutmaßlich Rückforderungen von Sponsorenleistungen, Kartenkäufern etc. fällig würden, dann beläuft sich dieser Betrag im schlimmsten Fall in der Summe auf 280.000 Euro.

FC Memmingen stellt alle veränderbaren Zahlungen ein

Von diesem „Worst Case“ gehen Buchmann und seine Präsidiumskollegen Thomas Reichart, Kai-Uwe Marten und Markus Kramer aktuell aus und haben deshalb den einstimmigen Beschluss gefasst, dass alle „veränderbaren Zahlungen“ ab sofort eingestellt werden. Dies betrifft Spieler- und Trainergehälter, Ehrenamtspauschalen und Ausbildungsentschädigungen für Übungsleiter im Jugendbereich und weiteren Organisationsbereichen.

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Alle Betroffenen wurden in einem ausführlichen, dreiseitigen Vereinsbrief per E-Mail darüber informiert mit dem Appell an die „Solidarität“ aller, auch derer, die bestehende Verträge haben. Nur in einem kleinen Bereich greift möglicherweise von der Politik in Aussicht gestelltes Kurzarbeitergeld.

„Dies ist ein einschneidender Schritt. Aber nur mit der maximalen Reduzierung der Ausgaben kann die Überlebensfähigkeit des FC Memmingen gewährleistet werden. Dies ist das einzige Kriterium für unsere Entscheidungen, um größtmöglichen Schaden abzuwenden“, sagt Buchmann und ist sich über die möglichen sportlichen Folgen bewusst.

Keinem kann Trainingsbetrieb zugemutet werden

Die FCM-Verantwortlichen sind zum Schluss gekommen, dass in den nächsten Wochen oder Monaten aus Verantwortung und gesundheitlicher Vorsorge heraus, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen kein Trainingsbetrieb zugemutet werden kann. Diese Entscheidung betrifft alle Mannschaften des FC Memmingen von den Bambini bis zur ersten Herrenmannschaft. Wenn von Verbandsseite sichere Aussagen über die Fortführung des Spielbetriebs getroffen werden, werden Gespräche über neue Lohn- und Aufwandsleistungen geführt. Wann das sein wird kann momentan niemand verbindlich sagen.

Geschäftsstelle und Vereinsverwaltung werden aufrechterhalten, was auch im Hinblick auf mögliche Abwicklungen der Rückerstattungen von Karten für das Pokalspiel notwendig ist. Nach wie vor kann dazu aber noch keine Auskunft gegeben werden. Die Verbandsentscheidung muss hier abgewartet werden.

„Wenn wir alle unsere Kräfte bündeln und uns nicht entmutigen lassen, werden wir diese Herausforderung in der außergewöhnlichen Gemeinschaft unserer FCM-Familie bewältigen. Gerade unsere FCM-Jugendabteilung mit ihren rund 300 Kindern und Jugendlichen hat eine Zukunftsperspektive bei einem fortbestehenden FC Memmingen verdient“, heißt es in dem vereinsinternen Schreiben an die FCM-Familie abschließend. (ass)

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