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Ski alpin

20.03.2015

Hauptsache besser als die Brüder

Die Skipiste ist ihr zweites Zuhause: (von links) Patrick, André, Ruth, Yannick, Marcel und Francis Stimpfle fahren für Tussenhausen.
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Die Skipiste ist ihr zweites Zuhause: (von links) Patrick, André, Ruth, Yannick, Marcel und Francis Stimpfle fahren für Tussenhausen.
Bild: Archiv Familie Stimpfle

Patrick Stimpfle ist mit seiner Familie auf der Piste groß geworden. Heute räumen sie Medaillen in Serie ab. Die größten Erfolge feiern sie aber in einer anderen Sportart.

Über einen siebten Platz bei den Deutschen Meisterschaften im Skifahren kann man sich eigentlich freuen. Patrick Stimpfle (35) war damit aber nicht ganz zufrieden. Nicht nur, dass ein defektes Auto die Teilnahme am geliebten Slalom-Wettbewerb im Februar verhinderte, am Ende war auch noch der jüngere Bruder André im Riesentorlauf schneller als er und wurde Sechster. „Das war schon ärgerlich, da wäre mehr drin gewesen“, sagt Patrick Stimpfle. Dass er, seine Frau und seine vier Brüder bei einem Wettbewerb mal nicht alle Medaillen abräumen, ist nämlich eine Seltenheit.

Anfang März war die ganze Familie zu den Bundeswinterspielen am Arber gereist. Die Ausbeute: Vier Goldmedaillen, dreimal Silber, zweimal Bronze. Ein ganz normaler Wettkampf für Familie Stimpfle, die für den SV Tussenhausen fährt.

Dabei geht es ihnen gar nicht ums Gewinnen. „Der Reiz liegt darin, gegeneinander anzutreten und zu schauen, wer der Beste von uns ist. Aber früher war das anders, da war ein Sieg schon wichtig“, erklärt Patrick Stimpfle.

Das Talent zum Skifahren kommt bei den Brüdern Patrick (35), André (33), Marcel (27), Francis (25) und Yannick (23) nicht von ungefähr. Die Großeltern waren begeisterte Skifahrer, die Eltern sind beide ausgebildete Skitrainer, haben eine eigene Hütte in Berwang. Dort wachsen die fünf Buben sozusagen auf der Piste auf und lernen schon früh das Skifahren. Entsprechend erfolgreich sind die Stimpfles auch in der Kindheit schon bei Wettbewerben. Vom Deutschen Ski-Verband (DSV) erfährt die Familie, damals noch in Leitershofen bei Augsburg wohnhaft, aber nur wenig Unterstützung. „Als Flachländer findet man keine Beachtung. Da müsste man schon aus Garmisch oder Oberstdorf sein, um eine Chance zu bekommen“, erklärt Ruth Stimpfle. Von da an wurde deshalb in Kreuth trainiert, bis Patrick Stimpfle keine Lust mehr aufs Skifahren hatte. „Ich war unzufrieden mit der Arbeit des DSV“, sagt er. Es kommt sogar zu einem Wortgefecht mit Ski-Legende Christian Neureuther auf der Straße. Es folgt eine Ski-Pause.

Eine neue Sportart für sich hat er jedoch schnell gefunden: Inline-Alpine – vereinfacht gesagt Skifahren auf Inlineskates. Natürlich ist der Tussenhausener auch dort gleich vorne dabei, gewinnt mehrere Allgäu-Meisterschaften und wird Deutscher Vizemeister. Über Inline-Alpine lernt er auch seine Frau Ruth kennen, mit der er fortan ein Trainergespann für Jugendmannschaften bildet. Auch hier gewinnen sie mehrere Meisterschaften und den Europacup.

Zu dieser Zeit haben sich die Wege der Brüder bereits verlaufen, die mittlerweile alle um Augsburg herum verstreut leben – Patrick und Ruth Stimpfle sind nach Tussenhausen gezogen. Vor sechs Jahren hat sie die Begeisterung wieder gepackt, weshalb sie beim SV Tussenhausen aktiv wurden und dort eine konkurrenzfähige Skiabteilung etablierten. Gegen die großen Kontrahenten in der Region zu bestehen, ist dabei aber schwer. Auch, weil sich die Begeisterung fürs Skifahren in Tussenhausen in Grenzen halte. „Die Besten aus der Region gehen natürlich zu den größeren Vereinen, aber wir haben hier trotzdem eine gute Gruppe“, sagt Ruth Stimpfle, die die Skiabteilung leitet.

Dafür, dass es bald mehr Nachwuchs in der Gegend gibt, will Patrick Stimpfle mit seinem Vater sorgen. „Wir planen, professionelles Privattraining für junge, talentierte Skifahrer anzubieten“, verrät der 35-Jährige, der sich der Faszination Ski wieder voll und ganz verschrieben hat. Über 50 Skitage hat er in diesem Winter schon angesammelt, dabei schon zwei Paar Ski verbraucht.

Das viele Training soll nicht umsonst sein: Im nächsten Winter will er mit seinen Brüdern bei den „German Masters“ mitmachen. Dafür haben sich die Stimpfles ein strenges Trainingsprogramm auferlegt und sogar ein eigenes Familien-Logo entwickelt. Das Ziel? Ganz vorne mitmischen. Und auf jeden Fall besser sein, als die Brüder.

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