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Segelfliegen

28.10.2016

In Bad Wörishofen wird abgehoben zum „Abfliegen“

Beim Saisonabschluss, dem traditionellen „Abfliegen“, war die Stimmung beim Segelflugverein Bad Wörishofen bestens – trotz des Abstiegs der Bundesligamannschaft wenige Wochen zuvor.
Bild: Manfred Schwarz

Der SFV Bad Wörishofen beendet eine Saison mit Meisterschaften und dem Abstieg aus der Bundesliga. Doch um den Nachwuchs muss man sich keine Sorgen machen

Eine durchwachsene Saison geht für den Segelflugverein Bad Wörishofen zu Ende. Einmal waren da die herausragenden Einzelerfolge einiger Piloten, dann das Abschneiden der Mannschaft in der Segelflugbundesliga. Die zierte nach dem letzten Durchgang das Tabellenende und muss absteigen.

Dabei lag es weniger an den Leistungen der Piloten, als vielmehr den für Segelflugpiloten so wichtigen äußeren Umständen. Denn zu Saisonbeginn war im Frühjahr nicht an erfolgreiche Flüge zu denken. Fast schon chronisch stauten sich über Süddeutschland die Tiefdruckgebiete zum Wochenende hin. Die thermisch aktivste Zeit versank im Regen. Beim Blick auf die Wetterprognosen machte sich allmählich Resignation breit, während in anderen Segelflugvereinen einzelne Piloten den Flugzeuganhänger Richtung Norden gezogen haben, um Segelfliegen und punkten zu können.

Als er dann doch noch kam, der verspätete Frühling, waren die Wörishofer in der Bundesligatabelle schon etwas abgeschlagen. Von der dritten Runde an lagen die Wörishofer auf einem Abstiegsplatz und konnten sich von diesem nicht mehr lösen.

Die Einzelergebnisse aber konnten sich sehen lassen. Simon Schröder etwa hat beim Bayreuth-Segelflug-Wettbewerb seinen bayerischen Meistertitel erfolgreich verteidigt. In der Standardklasse schaffte er am letzten Wertungstag mit einer taktisch klugen Vorgehensweise und dem richtigen Gespür für den besten Aufwind auf der rund 390 km langen Strecke Platz eins. Auch bei der Deutschen Meisterschaft der Segelflugjunioren in Marpingen (Saarland) holte sich Simon Schröder den Titel. Neben ihm, auf Platz zwei, landete sein Vereinskamerad Kilian Biechele. Beide starteten in der Standardklasse. Für Biechele gab es zusätzlich noch eine Überraschung: Er hat einen Aufenthalt in Bitterwasser gewonnen, ein Traum für jeden Segelflieger.

Mit etwas Glück hätte es Robert Schröder auf Platz zwei bei der 34. Segelflug Weltmeisterschaft im August in Pociunai (Litauen) geschafft. Leider hat er einmal den falschen „Bart“ erwischt, dann war es Platz fünf in der Gesamtwertung. Bei 39 Teilnehmern aus der ganzen Welt war das dennoch ein toller Erfolg.

Dass gerade die jungen Piloten zu den tragenden Säulen der Bundesligamannschaft gehören, kommt nicht von ungefähr. Vielmehr ist es die Bestätigung der guten Nachwuchsarbeit und Flugausbildung im Verein. Das hat sich offenbar herumgesprochen, denn in den vergangenen Monaten haben gleich sechs neue Flugschüler den Aufnahmeantrag unterschrieben. Mittlerweile zählt der Verein 13 Flugschüler, von denen einer in diesem Jahr seine praktische Prüfung erfolgreich abgelegt hat und zwei ihren ersten Alleinflug absolviert haben. Vier Scheinpiloten sind dabei, ihre Lizenz auf TMG (Motorsegler) zu erweitern.

Entsprechend gut war die Stimmung beim traditionellen Saisonabschluss, dem sogenannten „Abfliegen“. Hier müssen die aktiven Segelflieger ein etwa zwei Meter breites Landefeld bei ihrer Ziellandung treffen. Wer das schafft bekommt 100 Punkte. Je weiter entfernt man landet, gibt es Punktabzüge. Am zielsichersten steuerte Simon Bönisch den Landeplatz an – und durfte sich mit den meisten Punkten über den Gesamtsieg freuen.

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