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Jugendfußball

26.07.2019

Kreis Unterallgäu braucht neuen Spielgruppenleiter

Spielgruppenleiter Horst Gerstenbrand (links) mit den Vertretern der diesjährigen Unterallgäuer Meistermannschaften.
Bild: Axel Schmidt

Interne Querelen sorgen für den Rücktritt des Jugendspielgruppenleiters Michael Langen. Die Suche nach einem Nachfolger ist dabei nicht die einzige Baustelle.

Eigentlich war im schmucken Sportheim des TSV Kammlach für mehrere Funktionäre aufgestuhlt. Am Ende waren es nur vier Personen, die bei der Jugendspielgruppentagung am Funktionärstisch saßen: Kreisjugendleiter Hermann Wißmiller, Jugendspielgruppenleiter Horst Gerstenbrand, Schiedsrichterobmann Südschwaben Christian Walter und Stützpunkttrainer Manuel Neß. Entschuldigen ließ sich Andreas Klein vom Sportgericht – er war terminlich anderweitig gebunden.

Das Fehlen von Jugendspielgruppenleiter Michael Langen aber hatte andere Gründe. Die kannten zwar sämtliche Vereinsvertreter bereits seit vergangenem Sonntag, sein Kollege Horst Gerstenbrand erfuhr davon jedoch erst aus zweiter Hand. In einer E-Mail an die Unterallgäuer Vereine, die der MZ vorliegt, teilte Langen mit, seine Tätigkeit als Jugendspielgruppenleiter mit sofortiger Wirkung zu beenden. Als Begründung warf er Gerstenbrand vor, er habe „jede Gelegenheit genutzt, sich mit Außenstehenden über meine Tätigkeit auszutauschen“. In den vergangenen zwölf Monaten habe er feststellen müssen, „dass ich den hohen Anforderungen, die Herr Gerstenbrand an den Nachfolger seines geliebten Charly Haag stellt, nicht genüge“.

Spielgruppenleiter Gerstenbrand ist sich "keiner Schuld bewusst"

„Ich bin mir keiner Schuld bewusst, ihn irgendwie schlecht gemacht zu haben“, sagte Gerstenbrand, der nun wieder einen Spielleiter für den Raum Memmingen sucht. Im Gegenteil: „Ich habe, als er im Urlaub war, seine Ligen übernommen und gepflegt, sodass wir sie am Ende ordentlich abschließen konnten.“ Überhaupt sei die Freiluftsaison – trotz holprigen Starts und vieler Spielverlegungen und -absagen am Ende – gut verlaufen, so Gerstenbrand in seinem Saisonrückblick.

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Gemischt war seine Bilanz der Hallenrunde: Sportlich waren die Allgäuer Nachwuchsteams heuer zwar so erfolgreich wie nie – sämtliche Bezirkstitel in den einzelnen Altersklassen gingen ins Allgäu –, organisatorisch aber habe es keinen Spaß gemacht. So sei die Terminvergabe in Memmingen zu spät gewesen. „Ich muss jetzt schon nach geeigneten Terminen und Hallen suchen“, sagte Gerstenbrand und appellierte an die Vereine, sich als Ausrichter zu melden. Vor allem in Memmingen könne man doch etwas auf die Beine stellen, wenn die Vereine etwas zusammenrücken würden.

Minifußball soll eine Alternative sein

Über wichtige Änderungen und Mitteilungen an die Vereine berichtete Kreisjugendleiter Hermann Wißmiller:

Sperrfrist Die bisher zehntägige Sperrfrist für Spieler aus ersten Mannschaften wird auf 15 Tage (oder maximal zwei Spiele) erhöht. Erst dann dürfen sie in einer zweiten Mannschaft auflaufen. Charlie Ritter vom TSV Kirchheim fragte daraufhin nach, wie das angesichts der rückläufigen Spielerzahlen zusammenpassen könne. „Warum beschränkt man das nicht auf die Bezirksoberliga und Kreisliga?“ Wißmiller begründete die Verlängerung der Sperrfrist damit, dass man einer möglichen Wettbewerbsverzerrung zuvorkommen wolle. Allerdings gebe er den Vorschlag weiter, die Sperrfrist nur für höherklassige Mannschaften anzuwenden.

Spielgemeinschaften Hier sei zu beachten, dass eine Spielgemeinschaft nach einer Saison automatisch erlischt und gegebenenfalls neu beantragt werden müsse. Pro Spielgemeinschaft sind maximal zwei Mannschaften je Altersklasse erlaubt. „Eine Spielgemeinschaft ist eine Notgemeinschaft. Wenn ein Verein genügend Mannschaften stellen kann, soll er es alleine probieren“, so Wißmiller.

Minifußball „Die Kommunikation seitens des Verbandes bei diesem Thema war schlecht“, sagte Wißmiller und stellte die neue Spielform für Kleinfeldmannschaften kurz vor: „Diese Form ist nicht zwingend, sondern soll als eine neue Möglichkeit neben der bestehenden Spielform gesehen werden.“

Auch von den Schiedsrichtern und dem DFB-Stützpunkt gibt es Neues

Über Neuerungen im Regelwerk sprach Schiedsrichter-Obmann Christian Walter und warb dabei eindringlich um Nachwuchs. In der Gruppe Südschwaben habe man eine personelle Unterdeckung von 71 Prozent. „Vor allem im Bereich Mindelheim sieht es ganz schlecht aus“, so Walter.

Manuel Neß stellte derweil den neuen DFB-Stützpunkt in Mindelheim vor und erläuterte den ebenfalls neu konzipierten Talentsichtungstag. Er ermunterte die Jugendtrainer, im kommenden Jahr talentierte E-Jugendspieler des Jahrgangs 2009 zu melden: „Wir schicken keinen weg.“

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