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Türkheim
09.01.2022

Türkheimer Markträte besichtigten die Waaghaus-Baustelle

Mitte Dezember konnten sich die Türkheimer Markträtinnen und Markträte gemeinsam mit Vertreterinnen der VHS ein Bild von den Bauarbeiten des Waaghauses machen. Architekt Peter Kern informierte über den Baufortschritt.
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Mitte Dezember konnten sich die Türkheimer Markträtinnen und Markträte gemeinsam mit Vertreterinnen der VHS ein Bild von den Bauarbeiten des Waaghauses machen. Architekt Peter Kern informierte über den Baufortschritt.
Foto: Gemeinde Türkheim

Gemeinderätinnen und Gemeinderäte bekommen einen Einblick in den Baufortschritt und den Stand der Arbeiten. Waaghaus-Architekt Peter Kern bezeichnet den Kostenstand als „Punktlandung“.

Schon Mitte Dezember hat der Türkheimer Gemeinderat die Baustelle des Waaghauses besichtigt. Jetzt hat Bürgermeister Christian Kähler dazu eine Pressemitteilung an unsere Redaktion geschickt, die von den ausführenden Architekten Peter Kern und Sebastian Heinzelmann aus Mindelheim formuliert worden ist. Demnach sei das „Historische Waaghaus auf einem guten Weg zum Erfolg“.

Zahlreiche Markträtinnen und Markträte nutzen die Gelegenheit, die Waaghaus-Baustelle zu besichtigen

Am „gemeinsamen Besichtigungstermin“ habe sich der Marktrat im Waaghaus mit den Architekten und Vertreterinnen der Volkshochschule über den Stand der Baumaßnahme informiert. „Zahlreiche Markträte“ hätten die Gelegenheit zur Ortsbesichtigung wahrgenommen.

Architekt Peter Kern stellte die gesamte Maßnahme von Beginn der Planung bis zum heutigen Stand vor. Bereits im August 2018 sei demnach ein vollständiger Planungsstand mit der entsprechenden Kostenberechnung als Grundlage für die Förderung des Vorhabens durch die Regierung von Schwaben erarbeitet und vom Marktrat Türkheim verabschiedet worden.

„Die damals berechneten Baukosten wurden im Jahr 2020 entsprechend der allgemeinen Preissteigerung angepasst und beliefen sich auf exakt 2.0476.948 Millionen Euro, heißt es in der Pressemitteilung.

Foto: Gemeinde Türkheim

Bei „gleichbleibender Ausführung der Maßnahme“ sei der aktuelle Kostenstand bei 2.003.360 Millionen Euro. Dieser Kostenstand sei von Architekt Kern als „Punktlandung“ bezeichnet worden.

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Im Verlauf der Baumaßnahme sind laut Kern verschiedene Ausführungen für zusätzliche Belüftung, Tontechnik und Schiebeelemente im Wert von 169.000 Euro hinzu gekommen. Kern: „Selbst mit diesen Zusatzmaßnahmen liegt die Gesamtmaßnahme sehr gut im Kostenrahmen.“

Die eingeplante Bauzeit könne eingehalten werden. Der bauleitende Architekt Sebastian Heinzelmann erläuterte aktuelle Details und den Stand des Baufortschritts. Bei einem gemeinsamen Rundgang sei dann neben dem neu angebauten Saal insbesondere der historische Teil des Waaghauses besichtigt worden.

Dabei hätten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer „aufgrund des guten Baufortschritts bereits deutlich die Qualität der einzelnen Räume“ erkennen können, heißt es in der Pressemitteilung. Der gesamte Dachraum sei bereits fertiggestellt und die Installationen für Lüftung und Heizung voll im Gange.

Die Vertreterinnen der Volkshochschule als zukünftige Betreiber hätten sich „erfreut über die Vielfalt der angebotenen Nutzungsmöglichkeiten“ gezeigt.

Ein neuer Informationstermin im Waaghaus Türkheim ist geplant

Die unterschiedlichen Gebäudeteile, bestehend aus dem historischen Teil mit den kleinflächigen Räumen, der ehemaligen Waagdurchfahrt und dem neu errichteten Saal könnten jeweils eigenständig bespielt werden und haben einen unabhängigen Zugang zu den Sanitäranlagen und der Küche.

Auch die Zugänge von außen seien getrennt und erschließen die einzelnen Einheiten unabhängig voneinander. Dadurch sei eine gleichzeitige Nutzung der unterschiedlichen Räume für verschiedene Veranstaltungen möglich, so Architekt und Heimatpfleger Peter Kern: „Diese Planung erweitert die Möglichkeiten der VHS Türkheim und lässt auf eine zunehmende Aktivität mit vielen Beteiligten rechnen.“

Bei der Baustellenbegehung konnten laut Pressemitteilung „viele Fragen zu den Bauabläufen und den jeweiligen technischen Details besprochen und erläutert werden“. Der „gute und informative Verlauf der Veranstaltung“ wurde daher zum Anlass genommen, zu einem späteren Zeitpunkt und nachdem weitere Baufortschritte erfolgt sind, wieder einen solchen Informationstermin einzuplanen.

Auf die Anfrage unserer Redaktion, warum diese Baustellenbesichtigung ohne Öffentlichkeit und/oder Pressevertreter stattfand, antwortete Bürgermeister Christian Kähler: „Die Öffentlichkeit war doch nicht ausgeschlossen, wir haben ja extra Bilder und einen Text verfasst.“

Wie mehrfach berichtet, stammt der Bau aus dem Jahr 1599, also kurz vor dem 30-jährigen Krieg. Der vom Gemeinderat nach jahrelanger, teils heftiger Diskussion beschlossene Umbau lässt das Dachgeschoss ungenutzt.

Nach dem Neubau im Westen mit Küchentrakt und dem Saalanbau wurde die Sanierung des Altbaues angepackt. Das Nutzungskonzept sieht ein Bürgerzentrum vor, das von der Volkshochschule betrieben wird.

Zunächst hatte es immer geheißen, dass die Gesamtsumme bei rund 1,9 Millionen Euro liegen würde. Zur Finanzierung der neuen Begegnungsstätte steuern Freistaat und Bund dann rund 1,6 Millionen Euro bei. Auf Nachfrage unserer Redaktion teilte Bürgermeister Kähler im Oktober mit, dass der maximale Zuschuss der Städtebauförderung genau 1,567 Millionen Euro für das Gebäude betragen werde: „Da sind wir noch von Gesamtkosten fürs Gebäude von 1,959 Millionen Euro ausgegangen“, so Kähler. Die restliche Summe muss die Marktgemeinde demnach selbst aufbringen. Im Rathaus rechnet man zudem damit, dass sowohl das Landesamt für Denkmalpflege und auch der Landkreis den Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes bezuschusst.

Zweiter Bürgermeister Franz Haugg – als FW-Fraktionschef in der Vergangenheit ein erklärter Gegner der Waaghaus-Sanierung – zeigte sich bei der Oktober-Sitzung nicht allzu überrascht, dass das Waaghaus die Gemeinde Türkheim am Ende teurer zu stehen kommen werde als ursprünglich geplant. Haugg und andere im Rat rechneten damals mit Gesamtkosten von rund 2,5 Millionen Euro. (alf mit mz)

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