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Ulm

29.10.2020

Aktion in Ulm: Muslime zeigen Flagge gegen Rassismus

Sajad Butt, Leiter der Kampagne der muslimischen Ahmadiyya Gemeinde in Ulm, „Muslime gegen Rassismus“ in der Region Württemberg (links), und Imam Luqman Ahmad Shahid aus Augsburg bei der Erläuterung der Kampagne.
Bild: Stefan Kümmritz

Plus Die Ulmer Ahmadiyya Muslim Gemeinde startet eine Informationskampagne in der Region. Der Organisator bittet explizit um kritische Fragen.

Muslime werden in Deutschland, aber auch anderswo, häufig kritisch beäugt, weil es in manchen ihrer Gruppierungen unter anderem Tendenzen zu religiösem Fanatismus, zu Gewalt und Terror gegeben hat und gibt. Dem will die Ahmadiyya Muslim Gemeinde entgegenwirken und zum Beispiel mit ihrer neuen Informationskampagne „Muslime gegen Rassismus“ zeigen, dass es ihr und ihren Mitgliedern – bundesweit sind es nach Auskunft der Gemeinde Ulm 50.000, in der Münsterstadt 150 – um den Frieden geht.

Und so lautet ein Motto dieser sich sehr offen gebenden Gruppierung von Muslimen mit Hauptsitz in London und Deutschlandsitz in Frankfurt/Main, die in Deutschland die einzige muslimische Gemeinde mit dem Status Körperschaft des öffentlichen Rechts sein soll: „Liebe für alle, Hass für keinen.“

Ahmadiyya Muslim Jamaat: Gemeinde hat in Ulm 150 Mitglieder

Bei der Vorstellung der Kampagne in ihren eigenen Räumlichkeiten im Ulmer Westen beriefen sich Leiter Sajad Butt (Ahmadiyya Muslim Gemeinde Ulm) und Imam Luqman Ahmad Shahid (Augsburg) immer wieder auf Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad, den Gründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat im Jahr 1889 im indischen Quadian sowie den heiligen Koran. Zitiert wurde ein Satz vom heiligen Propheten Muhammad: „Ein Araber ist nicht besser als ein Nichtaraber, ein Nichtaraber nicht besser als ein Araber, ein Weißer ist nicht besser als ein Schwarzer, noch ist ein Schwarzer besser als ein Weißer.“ Luqman Ahmad Shahid dazu: „Besser kann man es heute nicht sagen.“

Dies und noch viel mehr will die Ahmadiyya Muslim Gemeinde den Interessierten näher bringen, egal ob Muslim, Christ, Atheist oder sonst wer. Beklagt wird von der Gemeinde die „steigende Zahl an rassistischen Übergriffen“ (Sajad Butt) und explizit die „gewaltvollen und hasserfüllten Aktionen und Reaktionen sowie das Schwarz-Weiß-Denken in der Gesellschaft und dazu die steigende Angst gegenüber Fremden.“ Die Gemeinde will für „Barmherzigkeit gegenüber allen Menschen, absolute Gerechtigkeit, Zwanglosigkeit beim Glauben und die Gleichwertigkeit von Mann und Frau“ eintreten und dies den Menschen mittels ihrer Kampagne glaubhaft machen.

Bereits vor zwei Jahren gab es eine Kampagne der Muslime in Ulm

Schon vor zwei Jahren hatte die Ahmadiyya Muslim Gemeinde mit der Kampagne „Wir sind ein Deutschland“ auf sich aufmerksam gemacht. Nun folgt „Muslime gegen Rassismus“. Diese Kampagne werde in über 100 Städten gefahren, erklärte Sajad Butt. Derzeit allgemein in Baden-Württemberg, auch im Alb-Donau-Kreis, in Ulm und über die Grenze hinaus im Landkreis Neu-Ulm, etwa in Neu-Ulm oder Senden. An drei Ulmer Plätzen sind schon Plakate aufgehängt. Es seien nicht die optimalen Standorte, aber die im Moment verfügbaren, wie Butt erklärt. Eigentlich hätte die Kampagne im Frühjahr laufen sollen, aber wegen Corona wurde sie verschoben. Die Plakatstellen sind: Wiblinger Allee/Daimlerstraße, Böfinger Straße nahe Messehallen und Stelzenäcker/Stuttgarter Straße. Ferner sollen Flyer verteilt werden, und zwar bis hin zu den entlegensten Höfen, geplant sind in Ulm Infostände, eine Online-Podiumsdiskussion und eine Islam-Ausstellung, die aber noch nicht fix terminiert sind. „Da bitten wir auch um kritische Fragen“, so der hiesige Kampagnen-Leiter. „Sicher ist: Wir als Reformgemeinde praktizieren den wahren Islam. Wir räumen Missverständnisse aus, wirken der Spaltung entgegen und bauen Brücken.“

Wer mehr über die Ulmer Gemeinde und die Kampagne erfahren möchte, kann folgende Hotlines wählen: 0800-2107758 (deutsch), 0800 0001325 (türkisch), 0800 5893382 (arabisch).

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