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Ulm

27.07.2016

Das Kloster Wiblingen soll eine Orgel bekommen

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Der Klosterkirche St. Martin in Wiblingen fehlt eine Hauptorgel. Ein Förderverein will das ändern, doch es fehlt noch viel Geld.
Bild: Dagmar Hub

In Wiblingen wurde ein Förderverein gegründet, um Geld für ein hochwertiges Instrument zu sammeln. Doch die Mitglieder haben noch einen weiten Weg vor sich.

Ulm Seit bald 1000 Jahren ist Kloster Wiblingen ein sakraler Ort: 1093 wurde die ehemalige Benediktiner-Abtei gegründet. Der heutige spätbarocke Klosterbau mit seiner frühklassizistischen Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert, nachdem der 30-jährige Krieg dem Kloster stark zugesetzt hatte. Doch blieb er unvollendet. Nicht nur die 72 Meter hohen geplanten Türme der Klosterkirche St. Martin wurden vor der Säkularisation 1806 nicht mehr erbaut, sondern auch zu einer Hauptorgel kam St. Martin nie. Das soll sich jetzt ändern, wünscht sich Pfarrer Ulrich Kloos: Eine der Basilika gemäße Orgel soll den Innenraum von St. Martin klanglich und optisch vollenden. Um die 850000 Euro zu stemmen, die die Anschaffung kosten soll, wurde ein Orgel-Förderverein gegründet.

Michael Braig, einer der letzten Wiblinger Benediktinermönche, schrieb: „Die Ausführung der (Haupt)Orgel aber, die dem majestätischen Tempel noch weit mehr Ansehen hätte verschaffen sollen, wurde durch die traurigen Zeiten verhindert.“ Aber Moment! Wer den Chorraum der Wiblinger Basilika betritt, nimmt auf der linken Seite hinter dem Chorgestühl doch eine gewaltige Orgel wahr? „Diesem Prospekt könnte man keinen Ton entlocken“, sagt Franz Barth vom Förderverein dazu. „Was wie eine Hauptorgel aussieht, ist nur ein Schauobjekt.“

Auf der rechten Seite im Chorraum gibt es jedoch ein kleines, aus den 70er Jahren stammendes Pfeifeninstrument der Firma Reiser aus Biberach, dessen Klang den prächtigen Kirchenraum nicht füllen kann. Für Pfarrer Ulrich Kloos ist eine Orgel mit 40 Registern ein echtes Desiderat auch deshalb, „weil Kirchenmusik ein Zugang zum Glauben sein kann.“ Zudem hat St. Martin eine hervorragende Akustik. Eine Hauptorgel soll der Kirchenmusik in Wiblingen neue Perpektiven eröffnen.

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Etwa 40 Prozent der geschätzten Anschaffungskosten für die Orgel muss die Kirchengemeinde Wiblingen zusammen haben, ehe man den Orgelbau ausschreiben kann. „Bis jetzt haben wir 30000 Euro. Es ist also noch ein langer Weg“, kalkuliert Kloos. In St. Martin wurde deshalb eine 1650 gefertigte Eichenholz-Truhe aufgestellt, in der bis 1955 der Klosterschatz (Monstranzen, goldene Kelche und die in Wiblingen verehrte Reliquie, die aus dem Kreuz Christi stammen soll) aufbewahrt wurde. Heute dient die schwere Truhe mit ihren Eisenbeschlägen und mit ihren vier Schlössern als Spendenbox. Daneben zeigen Stellwände, wie St. Martin – harmonisch geschaffen von Januarius Zick – mit einer Hauptorgel auf der Westempore aussehen wird. „Die Leute haben sich daran gewöhnt, dass da eine Lücke klafft“, sagt Franz Barth. „Man musste sie erst dafür begeistern, wie es sein kann, wenn der Klangraum vollendet ist.“

Um die Hauptorgel finanzieren zu können, gibt es die Möglichkeit von Pfeifen-Patenschaften und von Patenschaften für ein vollständiges Register. Bis in fünf Jahren etwa hofft Ulrich Kloos auf das neue Instrument. Dann wird es auch eine Stiftung Kirchenmusik geben, deren Anliegen die Anschaffung von Notenmaterial, die Unterstützung von hochwertigen Kirchenkonzerten und die Wartung der Orgel sein wird.

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