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Ulm

07.07.2016

Der „digitale Bolzplatz“ hat neue Unterstützer

Sie sind die „Initiative Ulm digital“: (von links) Gerhard Gruber, Steffen Maurer, Andreas Buchenscheit, Heribert Fritz (Vorsitzender), Renate Hergoeth, Gunter Czisch, Björn Semjan und Christian Geiger.
Bild: Oliver Helmstädter

Wie Unternehmer mit Geld die Chancen der Stadt der Zukunft fördern.

Als „digitalen Bolzplatz“, „Experimentierfeld für die Stadt von morgen“ oder „digitales Roxy“ bezeichnet Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch, was mit einem ersten Treffen von Computerfreaks am Dienstagabend begann: das Stadtlabor. Statt der erwarteten 15 Programmier-Fans kamen 35. Im Stadtlabor am Weinhof arbeiten ab kommendem Jahr aktive Gruppen, Schüler und Studierende an der Stadt der Zukunft: von Wikipedia-Unterstützern, über Befürworter der freien Verfügbar- und Nutzbarkeit öffentlicher Daten („Open Data“) bis hin zu Gruppen für ein freies WLAN. Die Anschubfinanzierung über 70000 Euro übernimmt die Stadt. Am Mittwoch übermittelte ein neu gegründeter Verein den künftigen Nutzern frohe Kunde: Die „Initiative Ulm digital“ hat sich zum Ziel gesetzt, das Stadtlabor nachhaltig mit einer „High End“-Ausstattung zu versorgen, wie es der Vorsitzende Heribert Fritz ausdrückte.

In dem Verein können Unternehmer Mitglied werden, die dann zwischen 2000 (kleine Unternehmen) und 8000 Euro (große Firmen) pro Jahr bezahlen, um Ulm als digitale Stadt zu stärken. Die Förderung des Stadtlabors solle nur ein erstes Betätigungsfeld des Vereins sein, wie Unternehmer Fritz betonte. Ziel sei es, bis Ende des Jahres 30 bis 40 weitere Unternehmer an Bord zu haben und so ein Aktivposten auf dem weiten Feld der Digitalisierung zu werden. Die Unternehmer gehen „in Vorleistung“, wie es Fritz ausdrückte. Am Ende wollen sie als Arbeitgeber profitieren, weil sie hoffen, dass kreative Köpfe so eher in der Region zu halten seien. Die Voraussetzungen, dass Ulm auch noch 2030 in sämtlichen Standortrankings vordere Plätze belegt, hält Fritz für ideal: „IT Firmen sind da, Geld ist da, der Wille auch.“

200 IT-Firmen zählt Czisch in Ulm und Neu-Ulm. Die Stadt wolle und müsse einen „Nährboden für Innovationen“ schaffen und pflegen. Mit dem Stadtlabor soll ein Ort des Austausches, der Innovation und kreativen Entwicklung geschaffen werden. Ein Haus, in dem sich kreative Köpfe, Schüler, Studierende, Gründer und Wirtschaftsvertreter aufhalten. Ein Treffpunkt, an dem technische Prototypen entwickelt und gebaut, Geschäftsmodelle und Workshops durchgeführt sowie Tipps und Ideen für neue Gründungen diskutiert werden. Kernthemen sind Digitalisierung und IT. Gemeinsames Denken, Planen und Umsetzen stehen dabei im Mittelpunkt der Aktivitäten.

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„Wir müssen ein Stück weit sexy werden“, sagte Gerhard Gruber, der seit 15 Jahren Geschäftsführer des IT-Hauses Exxcellent Solutions ist. Mit an Bord der „Initiative Ulm digital“ kommen dürfen Unternehmer sämtlicher Branchen, wenn sie einen Beitrag zum Thema Digitalisierung leisten können. Beispielsweise ist auch Steffen Maurer von Maurer Veranstaltungstechnik dabei. Sein Thema sind Hybrid-Events. Hybrid-Events sind reale Veranstaltungen, die allerdings durch die virtuelle Möglichkeit einer Teilnahme eine digitale Ergänzung schaffen.

Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch hatte im Wahlkampf dem Thema Digitalisierung oberste Priorität eingeräumt. Deswegen erklärte sich Czisch auch bereit, die Schirmherrschaft zu übernehmen. „Es ist schön, dass es zur Abwechslung mal eine Bürgerinitiative gibt, die für etwas ist.“

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