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Weißenhorn

22.10.2019

Die Tage des Provisoriums am Waldfriedhof sind gezählt

Für Trauerfeiern am Waldfriedhof in Weißenhorn steht bislang nur ein Provisorium zur Verfügung.
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Für Trauerfeiern am Waldfriedhof in Weißenhorn steht bislang nur ein Provisorium zur Verfügung.
Bild: Archivfoto Alexander Kaya

Im Frühjahr soll der Bau der neuen Aussegnungshalle in Weißenhorn beginnen. Der Architekt hat den Entwurf noch einmal leicht überarbeitet.

Jetzt können die Aufträge vergeben werden: Einstimmig hat sich der Weißenhorner Stadtrat am Montagabend für den finalen Entwurf für die neue Aussegnungshalle am Waldfriedhof ausgesprochen. Im Jahr 2020 soll diese errichtet werden und das bisher für Trauerfeiern genutzte Provisorium ersetzen. Baubeginn ist für Ende März geplant, Ende November soll das Gebäude mit dunkler Holzfassade und Blechdach dann fertig sein.

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In Abstimmung mit den beiden örtlichen Pfarrern und dem Bestattungsunternehmen Borst sei der Entwurf noch einmal überarbeitet und die Form des Gebäudes leicht verändert worden, berichtete der Elchinger Architekt Frank Jüttner im Gremium. Das Konzept sieht einen weltlichen Bereich vor der Halle vor, wo sich die Menschen sammeln. Im Innern befindet sich der sakrale Bereich, daneben ein Aufbahrungsraum und eine kleine Sakristei. Bei schönem Wetter lasse sich die Halle auch öffnen, ergänzte Jüttner. Im Sinne der Nachhaltigkeit sei das Gebäude als Holzbau konzipiert. Momentan sei ein Steinboden mit elektrischer Fußbodenheizung geplant. Die Kosten für das Vorhaben belaufen sich nach Berechnungen des Architekten auf 1,08 Millionen Euro, was ziemlich genau der vorherigen Kostenschätzung entspricht.

Auch für Musiker ist genug Platz

Auf Nachfrage von Stadtrat Bernhard Jüstel (WÜW) ging Jüttner auf die Platzverhältnisse im Innern des Gebäudes ein. Jüstel wollte wissen, ob noch genügend Raum für eine Instrumentalgruppe oder einen Chor vorhanden sei, um eine Trauerfeier musikalisch gestalten zu können. Der Architekt bejahte dies.

Die Tage des Provisoriums am Waldfriedhof sind gezählt

Franz Josef Niebling (CSU) interessierte sich dafür, wie sich der Neubau am Waldfriedhof bei den Bestattungsgebühren bemerkbar machen wird. Wie üblich werde das Gebäude abgeschrieben, sagte Stadtkämmerer Michael Konrad dazu. In welcher Höhe sich das auf die Bestattungsgebühren auswirkt, lasse sich aber momentan noch nicht sagen. Die Verwaltung gehe aber davon aus, dass die Aussegnungshalle günstig im Unterhalt sei, fügte Konrad hinzu.

Michael Schrodi (CSU) meldete allerdings erhebliche Zweifel daran an, ob die elektrische Fußbodenheizung so günstig ist wie vom Architekten dargestellt. Ein Anschluss an die Fernwärme hielt Schrodi für sinnvoller. Man habe das von Fachingenieuren tatsächlich prüfen lassen, sagte Claudia Graf-Rembold vom städtischen Bauamt. Diese seien zu dem Schluss gekommen, dass die Elektroheizung weniger Kosten verursache. „Wir verlassen uns natürlich auf die Empfehlung der Fachingenieure“, sagte Graf-Rembold, bot aber an, eine weitere Prüfung zu veranlassen.

Gäste sollen bei Trauerfeiern nicht mehr im Regen stehen müssen

Grundsätzliche Einwände gegen den finalen Entwurf der Aussegnungshalle hatten die Räte allerdings nicht und nahmen zustimmend zur Kenntnis, dass die Verwaltung nun die erforderlichen Planungsleistungen und den Elchinger Architekten beauftragt. „Wir freuen uns schon darauf, wenn das Projekt umgesetzt wird“, sagte Herbert Richter (SPD). Ein solches Gebäude am Waldfriedhof stehe Weißenhorn gut zu Gesicht.

Bürgermeister Wolfgang Fendt sprach von einer „sehr überzeugenden Planung“. Er hatte immer wieder auf die Notwendigkeit des Vorhabens hingewiesen, wie die örtlichen Pfarrer auch. Denn das Provisorium bot aus ihrer Sicht keinen würdigen Rahmen für Trauerfeiern. Künftig sollen bei größeren Beerdigungen keine Gäste mehr im Regen stehen müssen.

Mehr über die Pläne für den Waldfriedhof lesen Sie hier:

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