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Ulm/Neu-Ulm

30.11.2019

Die meisten Gründer sind Handwerker

Am stärksten sind die Gründer mit einer Lehre als Hintergrund vertreten, diese 30 Prozent liegen deutlich über dem Schnitt von 19 Prozent.
Bild: Felix Kästle/dpa

Eine Studie der Commerzbank liefert Details über den Hintergrund junger Firmen.

Mal sind es Nagelstudios, mal Modeboutiquen und manchmal hoch spezialisierte Ingenieurbüros – die Commerzbank Ulm hat Firmengründungen in der Region unter die Lupe genommen. Und dabei viel Schwäbisches festgestellt: 56 Prozent der Firmengründer wollen mit größter Motivation „etwas Eigens aufbauen“. Das sind fast zehn Prozent mehr als im Bundesschnitt. „Das spiegelt den Erfindergeist wider“, sagt Jörg Döring, Leiter Unternehmerkunden, bei der Commerzbank Ulm.

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Nur 18 Prozent der Gründer sind weiblich

An zweiter Stelle der Gründer steht der Wunsch, der eigene Chef zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der Commerzbank. Für die Umfrage wurden 50 Gründer aus dem PLZ-Gebiet 89 befragt, bundesweit waren es 3000.

Auffällig in der Region ist auch, dass nur 18 Prozent der Gründer weiblich sind, im Bundesschnitt sind es 22. Warum das so ist, darüber kann nur spekuliert werden. Vielleicht, weil rund um Ulm die naturwissenschaftlichen Fächer so stark sind, die weiterhin in der Mehrzahl männliche Absolventen haben.

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Fakt ist: 44 Prozent der Gründer haben einen Abschluss einer Uni oder Hochschule. Doch am stärksten sind die Gründer mit einer Lehre als Hintergrund, diese 30 Prozent liegen deutlich über dem Schnitt von 19 Prozent. Gerade die Neugründungen im Handwerk seien „sehr stabil und sehr erfolgreich“. Wer sich als Heizungsbauer oder Installateur selbstständig mache, treffe auf eine sehr, sehr gute Nachfrage. Gründungen, die die Besonderheit der Struktur der regionale ausmachen, würden aber im Umfeld der Ulmer Wissenschaftsstadt entstehen.

Hier gebe es einige hoch spezialisierte, junge Start-ups, die in der Folge wieder den Boden für andere Gründungen bereiten würden. Was hier extrem auffällt, so Döring: Entgegen den Erwarten würden nur zwölf Prozent den Fachkräftemangel als größtes Entwicklungshindernis nennen. Im Bundesschnitt dieser Studie und auch bei anderen Untersuchungen, etwa der Ulmer Industrie- und Handelskammer, seien es weit mehr.

Döring vermutet, dass kleine, innovative Firmen oftmals die attraktiveren Arbeitsplätze bieten würden. „Da müssen die großen Unternehmen aktiv werden.“

Das größte Problem für junge Firmen in der Region sind laut Studie Bürokratie, Regulierungen und gesetzliche Vorgaben. 24 Prozent sind es hier, nur 14 Prozent im Bund. Dennoch bewerten 58 Prozent der regionalen Gründer den Standort positiv – aber auch das sind weniger als in Restdeutschland (63 Prozent).

Gut ein Drittel aller Gründer rund um Ulm startet mit weniger als 20 Prozent Startkapital, zwei Drittel haben maximal 50000 Euro. Bei drei von fünf regionalen Gründern ist das Startkapital innerhalb des ersten halben Jahres verbraucht – deutlich schneller als im Bundesschnitt. Döring sieht hier als Grund eine grundsätzliche Skepsis von Gründern Banken gegenüber. Erst wenn das Geld weg sei, würden die Gründer sich um eine Finanzierung gründen. „Das ist zu spät.“ Denn der Zug für viele Fördergelder etwa, da schon abgefahren.

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