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10.03.2014

Die vielen Gesichter des Ehrenamts

Am Stand von Amnesty International zeigt sich: Auch bei jungen Menschen steht ehrenamtlicher Einsatz hoch im Kurs (oben). 44 Organisationen präsentierten sich bei der zweiten Auflage der Ehrenamtsmesse im Edwin-Scharff-Haus.
Bild: Gerrit R. Ranft

Zweite Auflage des Forums für bürgerschaftliches Engagement lockt 700 Besucher

Kirchenchorsänger und Feuerwehrmann, Bewährungshelfer, Sterbebegleiter und Rettungshundeführer – lauter Aufgaben, die im Ehrenamt wahrgenommen werden können. Die kaum überschaubare Vielfalt an Funktionen im bürgerschaftlichen Engagement wurde am vergangenen Samstag auf der grenzüberschreitenden Ehrenamtsmesse im Edwin-Scharff-Haus erkennbar.

Zum zweiten Mal schon wurde die Ausstellung gehalten. Der Andrang war entsprechend hoch. Fast 700 Besucher wollten wissen, wo und wie sie denn mit anpacken könnten, um anderen Menschen beizustehen, ihnen Hilfe zu leisten oder auch Freude zu bereiten. Für „Ulms kleine Spatzen“, die Kindern in Not helfen, wirbt Stefanie Ganzinger. „Wir wollen bedürftigen Kindern den Weg in ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen“, sagt sie, „und bieten ihnen dazu Zukunftsaussichten.“

Von Schwangerenberatung bis zur Schweizer Furka-Bahn

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Waltraud Nitsche sucht als ehrenamtliche Bevollmächtigte von „Donum Vitae“ Helfer, die der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen finanziell unter die Arme greifen, „indem sie vielleicht helfen, kleine Feste vorzubereiten und durchzuführen“. Der Besucher reibt sich verwundert die Augen, wenn ihm am Stand „Evangelisch in Ulm“ Pfarrerin Ruth Simeg von weit über 200 Ehrenamtlichen in den drei Innenstadtkirchen berichtet. Natürlich rechnen die Kirchenchorsänger dazu. Das Ehrenamt, das Bernd Hillemeyr aus Krumbach zu vergeben hat, mutet dagegen schon „fast wie Urlaub an“. Seine Sektion Schwaben im schweizerischen Verein „Furka Bergstrecke“ hilft mit, die stillgelegte Hochgebirgsbahn im Wallis zu unterhalten und als Museumsbahn zu betreiben.

„Ehrenamtliches Tun“, sagte Bürgermeisterin Christa Wanke zur Eröffnung der Messe, „schafft die Bausteine, die unser Umfeld lebendig machen und gestalten.“

Etwa jeder dritte Bürger der Region setze sich freiwillig und ohne Entgelt für sportliche, soziale, kulturelle und umweltrelevante Einrichtungen ein. Dies Engagement werde allerdings von der Öffentlichkeit nicht immer im nötigen Umfang wahrgenommen. Dem abzuhelfen, waren die Stadträte Waltraud Oßwald und Rupert Seibold für den Neu-Ulmer Verein „Verborgene Engel“ auf der Messe. Sie fahnden nach Menschen oder auch Gruppen, die sich in der Stille, „im Verborgenen“ also, für andere einsetzen, auch eindrucksvolle Projekte stemmen. „Deren Arbeit wollen wir ans Licht holen und würdigen.“ Verheißungsvoll stimmt, dass auch blutjunge Menschen schon im Ehrenamt dabei sind. Luca Behle ist fünfzehn, Johanna Maurer siebzehn – beide sind für Amnesty International im Einsatz.

Studentin Madeleine Dunkel hilft seit zwei Jahren in der Aidshilfe mit, und selbst unter den ehrenamtlichen Bewährungshelfern sind viele erst Mitte zwanzig. Die Helfer an den 44 Informationsständen im Edwin-Scharff-Haus wirken zufrieden. Überall wird erklärt, erläutert, nachgefragt, diskutiert, auch schon mal eine Anschrift niedergeschrieben. „Wir schließen hier heute keine Verträge“, sagt ein Vertreter einer der ausstellenden Organisationen, „unser Gefühl sagt uns aber, dass wir demnächst Besuch bekommen im Büro, wo sich die Leute dann eingehend beraten lassen.“

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