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Ulm

10.10.2019

Ein Hauch Nobelpreisglanz in Ulm

Peter Handke ist der diesjährige Literaturnobelpreisträger.
Bild: Barbara Gindl/apa/dpa

Die Ulmer Akademie für darstellende Kunst (AdK) zeigt derzeit das Stück "Kaspar" von Peter Handke, dem diesjährigen Literaturnobelpreisträger.

Der Leiter der Ulmer Akademie für darstellende Kunst (AdK), Ralf Rainer Reimann, und sein Regisseur Klaus Nusser-Nussini hatten den richtigen Riecher – oder einfach nur Glück: Am Vormittag nach der Premiere von Nusser-Nussinis Inszenierung des frühen Peter Handke-Stückes „Kaspar“ in Ulm meldete die Schwedische Akademie in Stockholm die Vergabe des Literaturnobelpreises 2019 an den 76-jährigen österreichischen Schriftsteller und Übersetzer Peter Handke.

In Ulm läuft derzeit das Stück "Kaspar" von Nobelpreisträger Peter Handke

Handke, der sich in seinem Werk viel mit der Entfremdung zwischen Mensch und Umwelt befasst, nahm sich besonders in seinem Frühwerk die Sprache zum Thema. Nach dem ersten Roman „Hornissen“ 1966 schrieb Handke noch im gleichen Jahr seine „Publikumsbeschimpfung“ und im Jahr 1967 „Kaspar“. Bereits 1967 wurde Handke für „Kaspar“ und für „Publikumsbeschimpfung“ mit dem Gerhart-Hauptmann-Literaturpreis ausgezeichnet. Zahlreiche weitere Auszeichnungen folgten für den bis in die Gegenwart tätigen Autor; deren Höhepunkt ist nun der Literatur-Nobelpreis.

Lesen Sie auch: Theaterstück in Ulm: „Kaspar“ geht zurück in den Keller

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AdK-Leiter Ralf Rainer Reimann erreichte die Nachricht vom Literaturnobelpreis für den Autor des aktuellen AdK-Stückes am Donnerstag während des Unterrichts an der Akademie für darstellende Kunst durch die NUZ. „Das ist großartig! Das ist der Hammer!“, freute er sich. „Ich bin fasziniert von der Konsequenz von Handkes Sprache und von seiner Beobachtungsklarheit.“ Handkes Literatur habe ihn, so Reimann, sein „ganzes Leseleben lang begleitet“. Erstaunlicherweise habe er sich am Vorabend – nach dem Schlussapplaus für Klaus Nusser-Nussinis „Kaspar“-Inszenierung – gefragt, ob Handke eigentlich den Literaturnobelpreis je erhalten habe, denn „verdient hat er ihn wirklich“, so Reimann. Für die „Kaspar“-Vorstellungen der AdK hofft Reimann nun auf den Nobelpreis-Nebeneffekt eines regen Publikumszuspruchs. „Denn uns hätte ja Besseres gar nicht passieren können.“ (köd)

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