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Natur

26.02.2019

Entsetzen über verstümmelte Bäume bei Pfaffenhofen

Von den Weiden am Eschachgraben bei Remmeltshofen ist nach Schnittarbeiten nicht mehr viel übrig.
Bild: Bernd Kurus-Nägele/Bund Naturschutz

Der Bund Naturschutz ärgert sich über mehrere gekappte Weiden am Eschachgraben bei Remmeltshofen. Die Marktgemeinde verweist auf eine externe Firma.

Viel ist von den Weiden am Eschachgraben bei Pfaffenhofen nicht mehr übrig. Nach Schnittarbeiten im Auftrag des Marktes stehen nur noch klägliche Reste der Bäume zwischen Remmeltshofen und Steinheim. In einem offenen Brief kritisiert der Kreisgeschäftsführer des Bund Naturschutz diesen „Kahlschlag“, wie es in dem Schreiben heißt, scharf. Weil die kleinen Äste nun fehlen, werde im Frühjahr nichts blühen, schreibt Bernd Kurus-Nägele. Das sei fatal für die Bienen, denen dadurch die erste Nahrung im Jahr genommen werde. Zudem sei es nicht das erste Mal, dass im Gemeindegebiet unnötig Bäume gekappt werden, kritisiert er.

Auf Nachfrage wird Kurus-Nägele noch deutlicher: „Das Fass ist am Überlaufen, was die Holzpflege betrifft. Es wurde einfach alles abgeschnitten, dabei steht dort ohnehin kaum etwas.“ Ähnlich dramatisch sei die Situation nach der Kompletträumung des Grabens östlich von Hirbishofen vor gut zwei Wochen. „Dann noch das Pseudo-Gutachten zu den sechs Robinien auf dem Friedhofsgelände“, schimpft er. Die Bäume seien alt und stellten eine Gefahr dar, sprich: Sie müssen weg – so lautete das Fazit eines Fachmanns. „Das einseitige Gutachten ist eine Frechheit“, sagt Kurus-Nägele. Der Bund Naturschutz habe vorgeschlagen, ein „richtiges Gutachten“ von einem Experten einzuholen. Eine Entscheidung steht Kurus-Nägele zufolge noch aus.

Bürgermeister Walz: „Das sieht schlimm aus“

Der Vorfall am Eschachgraben sei nun die „nächste gravierende Fehlaktion der Kommunalverwaltung beziehungsweise ihrer Mitarbeiter“, sagt Kurus-Nägele. „Eines der wenigen Gehölze, das dort steht, wurde massakriert. So etwas schockiert mich.“ Pfaffenhofen sei im Bezug auf den Schutz der Bienen kein positives Vorbild, moniert er zudem.

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Die Marktgemeinde zeigt derweil Verständnis für den offenen Brief der Naturschützer. „Das hätte so nicht passieren dürfen“, sagt Bürgermeister Josef Walz auf Nachfrage. Die Kommune habe eine externe Firma mit der Reinigung und Räumung des Eschachgrabens beauftragt, berichtet der Rathauschef. Dass die Mitarbeiter dieses Unternehmens die Weiden derart kahl schlagen, sei nicht abgesprochen gewesen: „Die Art und Weise wie das Gehölz bearbeitet wurde, war nicht ordnungsgemäß“, räumt Walz ein. „Das sieht schlimm aus, da brauchen wir jetzt auch nichts schön zu reden.“

Doch Walz verspricht Besserung, Mitarbeiter der Marktgemeinde würden „der Sache nachgehen“, sagt er. Und: „Wir werden in Zukunft ein Auge darauf haben, an wen wir solche Aufträge vergeben.“

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