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Soziales

15.11.2017

Er kümmert sich um Sendener Flüchtlinge

Hashmat Sediq

Der städtische Integrationsbeauftragte Hashmat Sediq bekommt viel Lob für seinen Job – und die Betroffenen stehen reihenweise vor seiner Tür. Doch wie es weiter geht, ist unklar

Dokumente übersetzen, ausfüllen und verschicken. Bewerbungen schreiben. Eine Wohnung suchen, einrichten und alle Verträge richtig abschließen. Diese Dinge sind Alltag – fallen aber besonders Flüchtlingen sehr schwer. Das liegt sowohl an der Sprache als auch an fehlenden Behörden-Kentnissen.

In Senden bekommen Betroffene Unterstützung. Und zwar „wertvolle Arbeit, die weit über die Flüchtlingshilfe hinaus geht“. So bezeichnete Stadtrat Helmut Meisel (Grüne) die Tätigkeit des Integrationsbeauftragten Hashmat Sediq. Der 42-Jährige ist seit Juli 2016 bei der Stadt Senden angestellt und dort für die Betreuung von Flüchtlingen zuständig. Mit der extra dafür geschaffenen Stelle war Senden damals früh dran – und nehme heute noch eine Vorreiterrolle in der Betreuung von Flüchtlingen ein, wie Bürgermeister Raphael Bögge sagte. Das zeigten regelmäßige Anfragen.

Sediq werde bei der Arbeit nicht langweilig, weil die Leute bei der angebotenen Sprechstunde regelmäßig vor seinem Büro stehen, sagte Bögge. Das bestätigte der 42-Jährige, der sieben Sprachen spricht: Die Sendener kommen mit verschiedensten Anträgen zu ihm und „es wird immer mehr“, sagte er. In seiner Zeit in Senden hat der Asyl-Beauftragte bisher 24 Flüchtlingen eine Arbeitsstelle vermittelt. Das gelang laut Bögge durch die persönliche Betreuung, die Hilfe bei Dokumenten und den Kontakt zu Unternehmen. Insgesamt sind 95 Personen in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, dazu kommen noch die unbegleiteten Minderjährigen. Für elf Betroffene konnte Sediq eine Wohnung organisieren – auch dabei unterstützte er die Flüchtlinge und übersetze beispielsweise auch Dokumente für sie oder die Vermieter.

Doch das ist nicht alles: Auch für die Polizei und den Helferkreis Asyl ist der Integrationsbeauftragte in diesem Bereich ein wichtiger Ansprechpartner. Er nimmt an Infoveranstaltungen der Polizei teil, zum Beispiel zum Thema Auftreten gegenüber Frauen, kümmert sich um Sprachkurse, vermittelt Sachspenden aus der Bevölkerung. Claudia Schäfer-Rudolf (CSU) bedankte sich bei Hashmat Sediq für das Engagement. Die ehrenamtlichen Helfer stoßen oft an ihre Grenzen, da Sediq bei der Stadt arbeite, strahle er gleich Vertrauen aus – egal ob bei den Flüchtlingen selber oder bei Vermietern und Arbeitgebern. Auch Edwin Petruch (Freie Wähler) befand, dass „jeder Euro gut angelegtes Geld ist“.

Laut Bögge wird die Integrationsarbeit im Rathaus auch immer mehr von anderen Bevölkerungsgruppen wahrgenommen. Sediq vermittle diese dann an die entsprechenden Stellen, weil er zeitlich nicht alles selber schaffe. Deswegen sollte perspektivisch überlegt werden, die anderen Nationalitäten mit einzubeziehen. Das freute Yusuf Cinici (BiSS). Wenn etwa die bulgarischen und türkischen Sendener mitbetreut werden, „wäre ich sehr froh“. Denn: „Zu mir kommen zurzeit jeden Tag zehn Leute, mit denen ich Dokumente ausfülle.“ Der Bedarf sei also da.

Doch die Stelle von Sediq ist befristet, der Vertrag läuft Mitte des kommenden Jahres aus. Möglicherweise lasse sie sich jedoch über eine Fair-Trade-Finanzierung halten, sagte Bögge. In diese Richtung will Senden ohnehin aktiv werden. Integration und Fair Trade bieten nach Ansicht des Bürgermeisters Ansätze zur Kombination. Diese Idee fand Anklang im Stadtrat und könnte weiter verfolgt werden. So hätte Senden mit Hashmat Sediq weiterhin eine Anlaufstelle für alle, die etwas Unterstützung im Alltag brauchen.

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