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Rente

08.05.2015

Er tauscht Rechner gegen Rechen

Erich Spann geht nach 37 Jahren als Kämmerer in der Verwaltungsgemeinschaft Pfaffenhofen in den Ruhestand.
Bild: Willi Baur

Erich Spann ist seit 37 Jahren Kämmerer in Pfaffenhofen. Bald wird er sich vor allem seinem Lieblingshobby widmen

Welche Eigenschaften einen guten Kämmerer ausmachen –da muss Erich Spann nicht lange überlegen: „Gute Nerven und ein ruhiges Blut, zudem ein gewisses Zahlenverständnis und viel Optimismus.“ Er muss es wissen. Seit 37 Jahren ist der bald 65-jährige Finanzchef der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Pfaffenhofen. Ende September wird er in den Ruhestand wechseln.

Bürgermeister Josef Walz sieht dem Abschied mit gemischten Gefühlen entgegen: „Er ist ja eine Institution in unserer Verwaltung.“ Spann habe in dieser Zeit „großartige Arbeit“ geleistet, sei stets loyal und verlässlich gewesen.

Nicht zuletzt hat der Kämmerer Walz zufolge auch finanziell schwierige Zeiten umsichtig und kompetent gemeistert. „Und wenn notwendig, hat er auch mal den Zeigefinger erhoben.“ Gemeinhin mit Erfolg.

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Seine Ausbildung für den gehobenen Dienst in der Finanzverwaltung, unter anderem an der Landesfinanzschule in Herrsching, sei eine solide Grundlage gewesen, erinnert sich der gebürtige Oberfahlheimer. Und selbst seine noch vor dem Fachabitur absolvierte Lehre als Lebensmittelgroßhandelskaufmann habe ihm viele nützliche Kenntnisse vermittelt. „Das kommunale Haushaltsrecht musste ich mir in eigener Regie aneignen“, erklärt Spann.

„Ich war ja der erste Kämmerer der VG“, verweist Spann auf die noch relativ junge Geschichte der Einrichtung. Beschränkt ferner 1978 die technischen Hilfsmittel: kein Fax, keine EDV. „Wichtigstes Utensil war ein Taschenrechner.“

Ebenso reichlich wie vielseitig dagegen die Aufgaben: Acht Haushalte fielen anfangs in die Zuständigkeit des Finanzchefs, inzwischen sind es, nachdem zwei Schulverbände weggefallen sind, noch sechs: VG, Pfaffenhofen, Holzheim, Wasserzweckverband Rauher-Berg-Gruppe, Abwasserzweckverband Mittleres Rothtal und Zweckverband Kläranlage Holzheim/Steinheim. Was auch heißt: jeweils sechs Rechenschaftsberichte, Jahresrechnungen und deren Prüfung. Dazu die Kalkulation von Gebühren und Beiträgen, die Vorbereitung und Abwicklung von Zuschüssen und Darlehen sowie die Verwaltung von Nutzungsrechten markteigener Wälder.

Mit all diesen Angelegenheiten, wird sich bald seine Nachfolgerin auseinandersetzen müssen: Seit ein paar Tagen ist mit Katrin Müller-Gau eine neue Kämmerin für die VG im Dienst und wird von Spann eingearbeitet.

Und was ist für die Zeit nach dem Arbeitsleben geplant?

Über die Sommermonate will der Finanzchef, seit vielen Jahren auch Personalratsvorsitzender der VG, dann mit dem Resturlaub etwas kürzertreten. „Langeweile ist nicht zu befürchten“, so der Vater von zwei erwachsenen Söhnen. Ein großer Garten erwartet ihn und das eine oder andere Ehrenamt sei „zeitlich sicher noch ausbaufähig“. Der Pensionär in spe ist in seiner Heimatgemeinde Nersingen Gemeinderat und Fraktionschef, zudem Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses, seit vielen Jahren auch Kirchenpfleger in Oberfahlheim und Kassier der Musikschule Nersingen.

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