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Neu-Ulm

08.12.2018

Flüchtlinge ziehen jetzt doch in den Hochspeicher

Im Hochspeicher im Starkfeld werden Flüchtlinge untergebracht.
Bild: Alexander Kaya

Im Starkfeld werden nächstes Jahr 250 Asylbewerber untergebracht. Grund ist ein Engpass im Flüchtlingszentrum Donauwörth.

Lange war die Nutzung unklar, jetzt steht fest: Im ersten Quartal 2019 werden im Speichergebäude im Neu-Ulmer Starkfeld Asylbewerber untergebracht. Regierungspräsident Erwin Lohner habe dies Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg telefonisch mitgeteilt, erklärte die Stadt Neu-Ulm gestern.

Voraussichtlich werden circa 250 Asylbewerber, die ihr Verfahren in der „Anker“-Einrichtung in Donauwörth im Wesentlichen durchlaufen haben und nur noch auf die Entscheidung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) warten, in das Speichergebäude einziehen. Der Bezug wird nach Aussagen der Regierung von Schwaben nötig, weil die Einrichtung in Donauwörth überbelegt ist und dort keine Kapazitäten mehr zur Verfügung stehen. Wie lange genau das Gebäude durch die Regierung von Schwaben genutzt werden wird und wie lange die Asylbewerber dortbleiben, ist der Stadt nicht bekannt.

Der Neu-Ulmer Oberbürgermeister ist überrascht

Oberbürgermeister Gerold Noerenberg ist von der Nachricht aus Augsburg nicht begeistert. „Wir haben schon immer gesagt, dass sich das Speichergebäude aus städtischer Sicht aufgrund seiner örtlichen Lage nur bedingt zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern eignet“, erklärte er. Das Gebäude befinde sich in einem Gewerbegebiet, in dem es weder soziale Kontrolle noch Möglichkeiten für sinnvolle Freizeitgestaltung gebe. „Der Umstand, dass das Gebäude nun als Außenstelle der Donauwörther Ankereinrichtung fungieren soll, hat uns ehrlich gesagt überrascht.“

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Da die Zeit drängt und die Bewohner bereits Anfang des Jahres in dem Gebäude untergebracht werden sollen, hat die Stadtverwaltung bereits kurz nach der telefonischen Unterrichtung durch den Regierungspräsidenten erste Schritte veranlasst. So wurde mit den zuständigen Mitarbeitern in der Ankereinrichtung Donauwörth Kontakt aufgenommen, um abzuklären, welche Schritte zur sozialen Betreuung der untergebrachten Personen möglich und angedacht sind. Darüber hinaus nimmt die Verwaltung Kontakt mit dem Polizeipräsidium Kempten auf, um zu klären, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um der veränderten Sicherheitslage in der Stadt Rechnung zu tragen. Auch das bayerische Innenministerium wird angeschrieben. Zudem wendet sich Noerenberg an die Landtagsabgeordnete Beate Merk mit der Bitte, ihren Einfluss dahingehend geltend zu machen, dass für die Asylbewerber ein Betreuungskonzept erstellt und das Sicherheitskonzept in der Stadt verbessert wird.

Die Verwaltung regt gegenüber der Regierung an, die benachbarten Bürger im Rahmen eines Informationsabends über die geplante Unterbringung von Asylbewerbern im Speichergebäude sowie die daraus resultierenden Veränderungen und Folgen zu informieren. Zudem schlägt die Stadt eine Art Runden Tisch vor, zu dem die verantwortlichen Behörden sowie soziale Organisationen eingeladen werden. Noerenberg: „Wenn in einem Gebäude wie dem Speichergebäude 250 abgelehnte Asylbewerber untergebracht werden, dann muss gewährleistet sein, dass diese auch eine soziale Betreuung erhalten.“ (az)

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