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Neu-Ulm

05.02.2015

„Frei Parken“ wird zur Ausnahme

Die Stadt befürchtet rund um die Glacis-Galerie einen „steigenden Parkdruck“, wenn das Einkaufszentrum Mitte März eröffnet. Auch deshalb hat der Stadtrat gestern einer Verschärfung der Parkgebührenordnung zugestimmt.
Bild: Alexander Kaya

Neu-Ulm verschärft die Parkregeln rund um die Glacis-Galerie und trifft damit vor allem Pendler. Außerdem ziehen die Politessen künftig weitere Kreise

Monopoly-Fans wissen es zu schätzen. Wer bei dem Gesellschaftsspiel auf das Feld „Frei Parken“ kommt, der hat finanziell nichts zu befürchten: keine Mieten, keine Gebühren. Ähnlich wie bei dem altbekannten Brettspiel sind derartige Felder auch in der realen Welt der Stadt Neu-Ulm sehr selten. Wer in der Innenstadt einen Parkplatz sucht, auf dem er ohne Anwohnerausweis kostenlos und unbegrenzt stehen darf, der muss lange suchen. Demnächst sogar noch länger.

Der Stadtrat hat gestern eine Änderung der Parkgebührenordnung beschlossen, die besagt, dass es rund um die am 19. März eröffnende Glacis-Galerie keine derartigen Stellplätze mehr geben soll. Über 30 Parkbuchten rund um das Einkaufszentrum werden künftig kostenpflichtig oder nur noch mit Parkscheibe nutzbar sein.

In der Bahnhofstraße sind elf Parkplätze betroffen. Hier durften Autofahrer ihr Gefährt mit Parkscheibe zwei Stunden lang kostenlos abstellen. „Hier wird man künftig für das Parken zahlen müssen“, erklärt Stephan Endres, Leiter der Abteilung Straßen und Verkehrsrecht im Rathaus. Hintergrund ist der mit der Glacis-Galerie steigende Parkdruck in der Innenstadt. Kunden des Konsumtempels sollen erst gar nicht dazu verführt werden, sich außerhalb der Galerie nach günstigeren Parkplätzen umzusehen. „Wir hoffen, dass die Kunden das Parkhaus als Komfort ansehen, bei dem sie möglichst kurze Wege von den Geschäften zu ihren Autos haben“, erklärt Endres.

In der Meininger Allee trifft die neue Regelung ganze 21 Stellplätze, auf denen bislang gebührenfreies Dauerparken möglich war. Sie werden künftig an Werktagen nur noch Kurzparkern mit Parkscheibe zur Verfügung stehen. Sollten sich im Laufe des Jahres Beschwerden und Falschparker häufen, könnte später auch hier der kostenpflichtige Parkschein zur Pflicht werden.

Gleiches soll nach dem Willen der Stadträte auch für den kostenlosen „Park & Ride“-Parkplatz an der Meininger Allee geprüft werden. Dieser sei „immer vogelwild zugeparkt“, sagte Rudolf Erne (SPD) und Waltraud Oßwald (CSU) erklärte, dass Berufspendler, für die der Parkplatz ja eigentlich gedacht sei, „überhaupt keine Chance auf einen Platz“ hätten, weil alles von Dauerparkern blockiert sei. Die 21 Plätze an der Straße seien bislang eine Alternative gewesen. „Wenn diese wegfallen, verschärft sich für Pendler die Situation enorm“, sagte Oßwald und glaubt, eine Parkgebühr für den „Park & Ride“-Platz würde helfen, das Problem zu lösen. Das muss allerdings mit der Regierung von Schwaben abgestimmt werden. Sie hat den Stellplatz gefördert und hat damit ein Mitspracherecht. Die Räte beschlossen daraufhin, die Verwaltung solle dementsprechend tätig werden.

Außerdem hat der Stadtrat gestern entschieden, den Zuständigkeitsbereich der kommunalen Verkehrsüberwachung auszuweiten. Soll heißen: Die städtischen Politessen und ihre männlichen Kollegen ziehen bald weitere Kreise. Bisher waren sie lediglich zwischen Donau, Bahngleisen und Kantstraße unterwegs. Nun gehen sie auch in der Meininger Allee und im Wohngebiet auf dem „Inhofer-Areal“ auf Knöllchenjagd. „Es gibt kaum einen Tag, an dem da kein Behindertenparkplatz blockiert ist“, sagte FDP–Rat Günter Gillich. Bislang war dort nur die Polizei für die Verkehrsüberwachung zuständig.

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