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Grenzgänger im Fußball

Grenzgänger im Fußball
Kommentar Von Pit Meier
06.09.2020

Eines vorab: Es haben all diejenigen völlig recht, die sagen, dass es in der Corona-Krise viel wichtigere Dinge gibt als Amateurfußball. Es gibt außerdem viel wichtigere Dinge als zum Beispiel Theater, Konzerte oder Klubbesuche. Es liegt aber in der Natur des Menschen, dass er sich in erster Linie Gedanken und Sorgen macht über Themen, die ihm persönlich besonders am Herzen liegen. Der Nachtschwärmer über die geschlossenen Klubs, der Musikfreund über abgesagte Konzerte und der Fußballfan eben über Fußball.

Keine Chancengleichheit im Bezirk Donau/Iller

Wer sich also völlig legitim Gedanken macht über Amateurfußball, der darf in der Krise gerne ein bisschen weiter denken. Der darf auch Fakten infrage stellen, über die vor der Krise so gut wie nie nachgedacht oder geredet wurde. Weil eben alles gefühlt immer schon so war und weil es ja im Großen und Ganzen gut funktioniert hat, bis eben Corona kam. Weshalb tut man sich denn gerade im Bezirk Donau/Iller so schwer mit der Organisation eines geordneten Spielbetriebs ohne Verletzung der Chancengleichheit?

Genau: Wegen der Zwitterstellung der bayerischen Vereine. Die sind organisiert im württembergischen Verband, aber daheim im Freistaat. Sie haben sich verheddert in einem komplizierten Geflecht aus Bestimmungen der Verbände und der Politik. Für sie gelten die besonders strengen Regeln der bayerischen Staatsregierung. Sprich: Sie dürfen zumindest auf ihren eigenen Plätzen nicht spielen. Die in denselben Ligen um Punkte kämpfenden württembergischen Rivalen jedoch dürfen das.

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Es gibt kein Heimrecht im Fußball

Die im bayerischen Verband organisierten Vereine dürfen derzeit alle nicht spielen. Das ist für sie und ihre Anhänger auch nicht schön. Aber es wird eine Art von schmerzlicher Gleichbehandlung garantiert. Es gibt keinen Verzicht auf das Heimrecht und keine Verschiebung von Partien möglicherweise auf den Sankt Nimmerleinstag. Und wenn dann in Bayern irgendwann wieder gespielt werden darf, dann dürfen alle spielen und alle dürfen das auf ihren eigenen Plätzen.

Die Schlussfolgerung: Die Situation wäre für die bayerischen Vereine im Bezirk Donau/Iller nicht unbedingt besser, aber wesentlich weniger chaotisch, wenn sie da organisiert wären, wo sie auch daheim sind: im bayerischen Fußballverband. Der würde sie mit offenen Armen aufnehmen. Corona liefert einen Grund, darüber zumindest mal wieder nachzudenken. Zeit genug hat man ja in der fußballerischen Zwangspause.

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