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Ulm

21.07.2017

Hier schlägt das Herz der Uni Ulm

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3 Bilder
Ein begehbares Herzmodell war eines der gefragtesten Exponate bei der langen Nacht der Wissenschaft an der Universität Ulm, die am Freitag ihren 50. Jahrestag feierte.

In der langen Nacht der Wissenschaft zeigen Studenten und Dozenten, was auf dem Eselsberg alles geboten ist. Alt-Oberbürgermeister Ivo Gönner ist jetzt Ehrensenator.

Etwa 10000 Herzpatienten werden jährlich am Universitätsklinikum Ulm stationär behandelt, 20000 bis 30000 ambulant. Einer davon ist Friedrich Rieth aus Ulm. Der 68-Jährige trägt seit zweieinhalb Jahren ein Herzverstärkungssystem in seiner Brust. An einem Gurt trägt er den Controller des Geräts, von dem aus ein Stromkabel in seinen Körper führt. Ohne „Paule“, wie er den Kasten liebevoll nennt, wäre Rieth tot. Heute sagt er: „Ich fühle mich gut.“ Zur langen Nacht der Wissenschaft, die am Freitag an der Universität Ulm stattfand, kam er extra auf den Oberen Eselsberg, um für Fragen der Besucher zur Verfügung zu stehen. Fast alle Fakultäten der Uni haben ein buntes und informatives Mitmachprogramm auf die Beine gestellt, das sich nahtlos an den Festakt zum 50. Jahrestag anschloss.

So gab es ein vier Meter langes und zwei Meter hohes Herzmodell aus Kunststoff zu sehen, das das Innere des Organs anschaulich machte. In geduckter Haltung konnten Interessierte sogar einmal durchlaufen, was viele Besucher gerne taten. Aber auch eine Herz-Lungen-Maschine und ein dreidimensionales Cyber-Herz wurden gezeigt. Ein weiterer Schwerpunkt der langen Nacht der Wissenschaft lag auf der Mobilität. Ein selbstfahrendes Testfahrzeug wurde vorgeführt, es gab einen Segway-Parcours und einen interaktiven Fahrsimulator. An der Helmholtzstraße stellte Professor Josef Kallo, Leiter des Instituts für Energiewandlung und -speicherung das erste viersitzige Passagier-Brennstoffzellen-Flugzeug vor. Wer wollte, konnte in die Unterwelt der Universität hinabsteigen, sich Vorträge über fleischfressende Pflanzen anhören oder sich von Medizinstudenten in einer Simulation zeigen lassen, wie Unfallopfer versorgt werden.

EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) hielt den Vortrag zum Festakt der Uni. Darin machte er sich für Europa als Friedens-Union, als Werte-Union und als Forschungs- und Wissensfamilie stark. „Wir brauchen mehr Europa und nicht Populismus, Protektionismus und Nationalismus.“ Alle Bürger seien dazu aufgerufen, für die bei uns geltende Werteordnung mit Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit, Gewaltenteilung, parlamentarischer Demokratie und sozialer Marktwirtschaft einzutreten. „Wir müssen uns mehr dafür einsetzen, als wir es bislang tun“, sagte Oettinger. Die Universität sieht er dabei als einen Ort der Freiheit und der Werte. „Die Stärke der Universität muss die Weltoffenheit sein.“ Gemeinsam sei die europäische Forschungsfamilie stark genug, um mitzuhalten mit der Konkurrenz im Silicon Valley oder in Asien.

Alt-Oberbürgermeister Ivo Gönner wurde die Würde eines Ehrensenators der Universität Ulm verliehen. Die Uni würdigte damit das herausragende Engagement des langjährigen Stadtoberhaupts für die Wissenschaftsstadt, deren Strahlkraft unter Gönner noch erheblich zugenommen habe. Der Geehrte selbst hofft, dass er auch in Zukunft einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Wissenschaftsstadt leisten kann. „Es ist ein regionaler Leuchtturm.“ Die Ehrenbürgerwürde der Uni erhielt der Biologe und frühere Rektor Detlef Bückmann. Der mit 8000 Euro dotierte Kooperationspreis Wissenschaft-Wirtschaft ging an Professor Johannes Keller vom Institut für Psychologie und Pädagogik. Gemeinsam mit den Unternehmen Paul Hartmann und Bode Chemie erforscht der Sozialpsychologe, wie sich die Handhygiene in Gesundheitseinrichtungen verbessern lässt. Den Ulmer Universitätslehrpreis erhielt Professor Claus-Martin Muth von der Uniklinik für Anästhesiologie für sein praxisorientiertes Lehrkonzept in der Notfallmedizin.

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