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Ulm

05.03.2019

Kein Rekord-Bonus: Liqui Moly kürzt Prämie für Mitarbeiter drastisch

Liqui-Moly-Geschäftsführer Ernst Prost hofft 2019 wieder auf ein besseres Ergebnis. Das soll sich auf die Prämien auswirken.
Bild: Alexander Kaya

Statt 11.000 Euro Prämie für jeden Mitarbeiter, wie in den vergangenen Jahren, gibt es 2019 deutlich weniger. Grund sind die Weltwirtschaft – und das Wetter.

Noch vor einem Jahr zahlte Liqui-Moly-Chef Ernst Prost manchen Mitarbeitern eine Prämie in Höhe zweier Jahresgehälter. Denn die 11.000 Euro Bonus bekamen zwei Mal in Folge auch die Kollegen, die bei der Tochtergesellschaft in Südafrika im Lager arbeiten. Ein Rekord, der selbst den Edel-Autobauer Porsche in den Schatten stellte. Die Stuttgarter schütteten im vergangenen Jahr 9700 Euro an jeden Angestellten aus.

In diesem Jahr sieht es bei Liqui Moly anders aus. Die Angestellten des Ulmer Schmierölspezialisten können die Schwierigkeiten der weltweiten Wirtschaft auf ihren Kontoauszügen ablesen. „Wir haben unsere Ziele nicht erreicht“, sagt Prost. Liqui Moly wollte um zehn Prozent wachsen. Die 544 Millionen Euro Umsatz bedeuten aber lediglich ein Plus von zwei Prozent. Der Ertrag ist nur um ein Prozent gestiegen.

Dennoch zeigt sich das Chemieunternehmen spendabel: Immerhin 2000 Euro bekommt jeder Angestellte. „Ein Geschenk“, sagt Prost. Schon in den vergangenen Jahren hatte er vom Beitrag seiner „Mannschaft“ am Erfolg des Unternehmens geschwärmt.

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Neue Probleme plagen Liqui Moly

Hätte man das Regelwerk angewandt, dass den Bonuszahlungen zugrunde liegt, dann hätte es gar keine Prämien gegeben, so Prost. Auch nach dem Verkauf seiner Unternehmensanteile an die Würth-Gruppe im Dezember 2017 ist der einstige Inhaber noch Geschäftsführer. Dieses Jahr wolle er wieder bessere Zahlen abliefern, sagt er.

Der Chemiekonzern aus dem Ulmer Stadtteil Lehr handelt mit 150 Ländern – in einigen dieser Staaten wächst der Markt. Davon sollen nach Möglichkeit im kommenden Jahr auch wieder die Mitarbeiter profitieren. Doch dass die Zahlen besser ausfallen, ist keinesfalls sicher. Neue Probleme plagen Liqui Moly: „Aktuell haben wir nach einer Umstellung Probleme mit unserem EDV-System. Das macht es für uns schwieriger, Bestellungen entgegenzunehmen, zu liefern und zu planen“, berichtet Prost.

Liqui Moly leidet unter der den Problemen der weltweiten Wirtschaft

Überrascht seien die Mitarbeiter wegen der diesmal niedrigeren Zusatz-Überweisung nicht gewesen, sagt der Geschäftsführer. Schließlich präsentiere er ihnen monatlich die Zahlen. Nach der Anfang 2018 ausgezahlten „Siegesprämie“ für alle, hätten die meisten Angestellten im Herbst 2018 damit gerechnet, ein Jahr später gar keinen Bonus zu bekommen.

Die Gründe sind vielfältig – und liegen vor allem in der weltweiten Wirtschaft: Der drohende Brexit, der Handelsstreit mit den USA, die Kursturbulenzen der türkischen Lira, die Lage in Argentinien, Venezuela und China. Zu den Problemen der Weltwirtschaft kam das Wetter. Probleme, die Prost üblicherweise sportlich nimmt: „Wenn irgendwo die Risiken wachsen, dann wachsen woanders die Chancen“ , sagte im vergangenen Jahr im Gespräch mit unserer Redaktion.

Grund für die Prämienkürzung bei Liqui Moly ist unter anderem das Wetter

2018 spürte Liqui Moly die Probleme auch aus einer anderen Richtung: Weil das Wasserstand des Rheins im trockenen Sommer niedrig war, brachten Lastwagen statt Schiffen das Rohöl. Die Transportkosten stiegen Prost zufolge um eine Million Euro.

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Die Diskussion ist geschlossen.

06.03.2019

Ich dachte mir schon bei der Prämie von 11000€/Mitarbeiter: Sind die Produkte wirklich preis- und marktgerecht kalkuliert?

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06.03.2019

Diese Frage könnten Sie sich auch selbst beantworten. Wenn Sie sich die Produkte die angeboten werden ansehen,
werden Sie nicht umhin kommen Ihre Frage Positiv zu beantworten.
Im übrigen stellt sich mir dann die Frage, warum Hersteller von PKW's Prämien an ihre Mitarbeiter bezahlen,
die der Privatkäufer dieser "Premium" Fahrzeuge mit bezahlen sollte. Oder erschliesst sich jemanden ein
KFZ aus angeblich deutscher Produktion für 60000 Euro zu erwerben? Deutsch mag vielleicht noch der Name sein,
aber die Produktion ... na ja. Wobei mir der Name eines Fahrzeugs auch herzlich egal ist, solange der Service stimmt
und in Einklang mit einem Verdienst steht. Da kann mich Be-Emm-Double-U und Konsorten gerne mal..
versuchen mich als Kunden zu gewinnen wenn sie, überspitzt ausgesagt, erneut versuchen wie schon in den 90'ern,
eine zweite Sonnenblende als Highlight zu verkaufen. Oder ein digitales Radio (DAB) nicht als Standard sondern
als Zubehör verkaufen zu wollen.
Es ist müssig danach zu Fragen, ob die Hersteller und/oder Verkäufer die Glocken schon gehört haben.

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07.03.2019

Stimmt. Ich habe die Frage für mich schon beantwortet. Nichts gegen gute Arbeit/gute Produkte und daraus resultierenden Prämien für die Mitarbeiter. 11000 € erscheinen mir jedoch ein wenig zu hoch. Man könnte sicherlich am Endverbraucherpreis ein weng "drehen" wenn man die Prämien auf ein Normalmaß stutzen würde. Dies könnte dann auch eine Umsatzsteigerung zur Folge haben.

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06.03.2019

Ist schon Wahnsinn..
was für Unsinn so geschrieben und kommentiert wird.

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06.03.2019

„Liqui Moly wollte um zehn Prozent wachsen. Die 544 Millionen Euro Umsatz bedeuten aber lediglich ein Plus von zwei Prozent. Der Ertrag ist nur um ein Prozent gestiegen."
Irgendwann bricht auch die gewinnträchtigste Strähne - aber 2000 Euro sind allemal besser, als in einen leeren Sack geschaut!

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