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Kreiskliniken: Endlich ist es entschieden

Kreiskliniken: Endlich ist es entschieden
Kommentar Von Ronald Hinzpeter
19.07.2019

Vor allem Vertreter des Südens hätten viel lieber einen Neubau gehabt. Aber der war nicht zu haben

Es mag ein wenig hochgegriffen klingen, aber die am Freitag im Kreistag gefällte Entscheidung ist durchaus historisch: Die Kliniklandschaft im Landkreis wird deutlich umgekrempelt, was vor allem für Illertissen einschneidende Veränderungen mit sich bringt. Im Süden soll vor allem die Altersmedizin ihren Sitz haben, zudem wird das bisherige Krankenhaus zu einem ambulanten medizinischen Versorgungszentrum. Die beiden anderen Krankenhäuser in Neu-Ulm und Weißenhorn bleiben als Kliniken erhalten, wobei jedes Haus künftig für andere medizinische Aufgaben zuständig ist.

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Die Klinikreform klingt vernünftig

War das Ganze eine gute Entscheidung? Vermutlich, denn die Reform klingt vernünftig. Vor allem kling sie umsetzbar. Sicherlich wäre es wünschenswert, eine neue Klinik zu bauen, die so gestaltet ist, dass sämtliche Abläufe optimal ineinander greifen können, was bisher nicht der Fall ist. Es waren vor allem Kreisräte aus Illertissen, die in der Debatte immer wieder darauf pochten, ein Neubau wäre die beste Lösung – und warum sollte man sich mit einer zweit- oder drittbesten Lösung zufrieden geben? Weil sie im Gegensatz zu einem Neubau realistisch und tatsächlich umsetzbar ist. Die bayerische Staatsregierung hat klar gemacht, dass sie keinen Neubau möchte. Angesichts solcher Signale wäre es eine Harakiri-Aktion gewesen, dennoch den Neubau anzustreben. Bis der dann in die Höhe gewachsen wäre – in zehn oder noch mehr Jahren – wären Abermillionen von Euro verbrannt worden, weil sich die Krankenhäuser, so wie sie jetzt betrieben werden, nicht vernünftig betreiben lassen.

Die beste Kliniklösung war nicht möglich

Eine Entscheidung musste jetzt einfach her. Sie fiel nicht allen leicht, aber nun ist es passiert – endlich, möchte man sagen, denn die Debatten um die defizitären Kliniken ziehen sich schon viel zu lange hin. Und jedes Jahr wurde die Zahl mit dem Minus davor noch größer. Dass nun die vermeintlich zweitbeste Lösung eine satte Mehrheit bekommen hat - die Neinstimmen stammten aus Illertissen und Altenstadt – muss einen nicht grämen. Politik ist eben die Kunst des Möglichen, wie Otto von Bismarck es formuliert haben soll. Die angeblich beste Lösung, der Neubau, war eben nicht möglich.

Kreiskliniken: Endlich ist es entschieden

Und, um es noch mal zu sagen: Jetzt muss die Führung der Kreisspitalstiftung zügig die Versprechungen wahr machen und dafür sorgen, dass die medizinische Versorgung im Süden nicht leidet. Ansonsten, so hat es Illertissens Bürgermeister Jürgen Eisen formuliert, „braucht sich der Landrat im Süden nicht mehr blicken lassen.“

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