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Ulm

18.01.2020

Kurzarbeit rund um Ulm nimmt wieder zu

Ist Kurzarbeit wirklich wieder auf dem Vormarsch? 68 Betriebe rund um Ulm haben sich die Möglichkeit gesichert. Im Krisenjahr 2009 wurde im Gebiet der Ulmer Agentur für Arbeit in 404 Firmen kurzgearbeitet.
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Ist Kurzarbeit wirklich wieder auf dem Vormarsch? 68 Betriebe rund um Ulm haben sich die Möglichkeit gesichert. Im Krisenjahr 2009 wurde im Gebiet der Ulmer Agentur für Arbeit in 404 Firmen kurzgearbeitet.
Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Ulmer Region blickt auf ein Jahr mit erneut besten Jobmöglichkeiten zurück. Der Chef der Agentur für Arbeit sieht aber dunkle Wolken am Konjunkturhimmel.

Nur etwas über zwei Prozent der Menschen sind ohne Job, viel weniger Langzeitarbeitslose und ein stetig abschmelzender Bestand an freien Stellen. Wer Mathias Auch, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm, bei der Jahrespressekonferenz lauscht, kann fast den Eindruck gewinnen, die Behörde müsse bald geschlossen werden, weil bald Vollbeschäftigung herrscht.

„Es war ein gutes Jahr“, sagt Auch. Verweist aber auf vorhandene Problemfelder: 68 Betriebe der Region der Ulmer Agentur, die neben der Münsterstadt auch den Alb-Donau-Kreis sowie den Kreis Biberach umfasst, hätten Kurzarbeit angezeigt. Betroffenen seien davon 3500 Beschäftigte. Theoretisch. Denn „angezeigt“ bedeute nur, dass jene 68 Betriebe sich die Erlaubnis haben geben lassen, dieses Instrument anzuwenden. Ob tatsächlich kurzgearbeitet wird, darüber gebe es noch keine Statistik. „Wir sind noch sehr weit weg von Krisenjahren“, betont Auch. Im Jahr 2009 etwa, wäre in 404 Unternehmen der Region kurzgearbeitet worden. Wie bei der derzeitigen Nachrichtenlage zu erwarten war, seien in den schwächelnden Betrieben auffällig viele aus der Autozulieferbranche. Doch es sei ein „großes Glück“ für die Region, dass sie von keiner Branche wirklich abhängig sei, die Betätigungsfelder der Unternehmen seien breit gestreut. Deswegen prognostiziert Auch, dass im laufenden Jahr die Arbeitslosenquote nur leicht ansteigen werde.

Das Thema Kurzarbeit ist das Haar in einer ansonsten sehr schmackhaften Suppe.

Wenn man so will, ist das Thema Kurzarbeit das Haar in einer ansonsten sehr schmackhaften Suppe. Mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent im vergangenen Jahr ist die Stadt Ulm die kreisfreie Stadt in Baden-Württemberg mit der niedrigsten Arbeitslosenquote. An zweiter Stelle folge Karlsruhe mit 3,9 Prozent.

Das sind die Branchen mit den meisten Beschäftigten

Einen Rekord bedeute die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten: 238862 Menschen standen zum Stichtag in der Region der Ulmer Agentur in Lohn und Brot. In diesen Branchen arbeiten zwei Drittel der Beschäftigten: verarbeitendes Gewerbe (80.000), Gesundheitswesen (27.000), Handel (27.000), Verkehr- und Logistik (15.000) sowie Bau (13.000).

Als einen Erfolg verbucht Auch das Thema Langzeitarbeitslose: Denn das seit 1. Januar geltende Teilhabechancengesetz mache erteilten Vorschusslorbeeren alle Ehre. Langzeitarbeitslose sollen damit den Wiedereinstieg in den Beruf schaffen – auch dank hoher Lohnkostenzuschüsse für die Arbeitgeber. Nicht zuletzt durch dieses Instrument sei es gelungen, diese Ziffer um 12,4 Prozent zu senken. Derzeit seien 66 Menschen in derart geförderten Jobs beschäftigt. Als ganz großes Aufgabenfeld für Unternehmen und die Agentur für Arbeit beschreibt Auch das Thema Qualifizierung.

„Die Luft für Ungelernte wird immer dünner“, sagt Auch. Knapp 3200 arbeitslosen Menschen, die sich als einfacher Helfer bewarben, standen im vergangenen Jahr nur 914 offene Stellen zur Verfügung. Umgekehrt war das Verhältnis von Fachkräften: 2629 Arbeitslose konnten theoretisch aus über 3700 Jobs Wählen. Und 580 arbeitslosen „Experten“ mit Hochschulabschluss standen sogar 1080 offene Stellen zur Verfügung.

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