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Stadtentwicklung

04.02.2019

Maxl-Bräu in Pfuhl: Der Abriss hat begonnen

Hier nimmt niemand mehr Platz: Der Abriss des Maxl-Bräu in Pfuhl hat begonnen. An der Leipheimer Straße sollen zwei neue Gebäude entstehen.
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Hier nimmt niemand mehr Platz: Der Abriss des Maxl-Bräu in Pfuhl hat begonnen. An der Leipheimer Straße sollen zwei neue Gebäude entstehen.
Bild: Stefan Kümmritz

Der Abriss des markanten Gebäudes in Pfuhl hat begonnen. Drogeriekönig Erwin Müller will dort Wohnungen bauen.

Ein Stück Pfuhler Dorfgeschichte wird platt gemacht: In der Leipheimer Straße und der Adlerstraße hat der Abriss des ehemaligen Maxl-Bräu begonnen. Mit dem Bagger werden die Mauern des markanten, seit 20 Jahren leer stehenden Gebäudes abgetragen. Ein paar gestapelte Stühle stehen im Freien – Platz nehmen wird hier niemand mehr. Das Areal soll komplett neu bebaut werden. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt des Neu-Ulmer Stadtrats hatte im Oktober vorigen Jahres mit dem Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan grünes Licht für das Vorhaben gegeben.

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Die Maxl-Brauerei bestand 126 Jahre lang

Die Maxl-Brauerei in Pfuhl wurde 1873 gegründet. 126 Jahre lang wurde dort Bier produziert und in der Region ausgeliefert. Die Pfuhler holten sich ihre Ration Gerstensaft auch gern persönlich ab. Doch 1999 war Schluss damit: Der Zapfhahn versiegte, das große Gebäude stand fortan leer und verfiel. Jahrzehntelang hatte es das Ortsbild geprägt – denkmalgeschützt ist es allerdings nicht.

Deshalb scheiterten Versuche, das Maxl-Bräu ganz oder in Teilen zu erhalten. Stadtbaudirektor Markus Krämer hätte sich das vorstellen können und auch der eine oder andere Pfuhler, der das Gebäude schon sein Leben lang kennt. So wie Stadtrat Rudolf Erne (SPD): Er setzte sich dafür ein, dass wenigstens ein Stück des Gebäudes erhalten bleibt, etwa das Satteldachgebäude oder die markante Fensterfront an der Adlerstraße. „Das Maxl-Bräu war jahrelang eine Institution in Pfuhl – es war die Brauerei in Neu-Ulm“, sagte er. Doch die Bemühungen waren vergeblich. „Die Überlegung, Teile der jetzigen Bebauung, insbesondere das Turmgebäude, zu erhalten, konnte aus wirtschaftlichen und technischen Gründen, nach intensiven Abstimmungen zwischen Grundstückseigentümer, Stadt und Denkmalschutzbehörde, nicht weiterverfolgt werden“, hieß es vonseiten der Verwaltung. Insbesondere die geplante Tiefgarage mache den Erhalt der alten Gebäudesubstanz unmöglich.

Maxl-Bräu in Pfuhl: Der Abriss hat begonnen

Wenn die letzten Reste des Maxl-Bräu beseitigt sind, soll das Grundstück mit zwei fünfgeschossigen Gebäuden und einem dreistöckigen Verbindungsbau neu bebaut werden. Vorhabenträger ist die Firma JV Grundstücks OHG aus Ulm. Deren Gesellschafter ist der Ulmer Drogeriekönig Erwin Müller.

Erwin Müller plant 44 Wohnungen sowie eine Bäckerei mit Cafe

Geplant sind 44 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen sowie Maisonettes mit einer Größe von 46 bis 142 Quadratmetern. Im Erdgeschoss ist außerdem eine Bäckerei mit Café und Außensitzplätzen an der Leipheimer Straße vorgesehen. Die benötigten Parkplätze sollen größtenteils in einer Tiefgarage gebaut werden. Oberirdisch sind zehn Stellplätze geplant.

Und das Maxl-Bräu? Möglicherweise bleibt zumindest das Brauerei-Emblem erhalten. Stadtrat Rudolf Erne hat sich deswegen erneut an die Stadt gewandt. Die hat durchaus Interesse, den Schriftzug zu bewahren. Das Stadtarchiv und das Edwin-Scharff-Museum stünden diesbezüglich in Kontakt und wollten mit dem Eigentümer Kontakt aufnehmen, sagte Pressesprecherin Sandra Lützel. Der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „Maxl-Bräu“ steht voraussichtlich im Frühjahr auf der Tagesordnung.

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