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Allgäu-Schwäbischer Musikbund

12.04.2019

Misstöne bei den Musikanten

Rainer Lohner

Bezirksvorsitzender klagt über fehlenden Einsatz und mangelnde Kommunikation

Bei der Generalversammlung des Bezirks neun, Neu-Ulm, im Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM) berichtete der Vorsitzende Rainer Lohner im Finninger Pfarrstadel von Erfolgen vor allem junger Musiker, hatte aber auch kritische Anmerkungen zum Verhalten vieler Vereine im Bezirk parat. Insbesondere bemängelte er fehlenden Einsatz und mangelnde Kommunikationsbereitschaft. So sorgten zu wenig Anmeldungen im vergangenen Jahr dafür, dass die Wertungsspiele ausfallen mussten. „Und auch dieses Jahr standen wir kurz vor der Absage“, teilte Lohner den Anwesenden mit.

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Etwas süffisant sagte Lohner: „Weil es 2018 keine Wertungsspiele gab, sind uns da jedenfalls keine Kosten entstanden.“ So berichtete Schatzmeisterin Maria Reindle von geordneten Finanzen und einem guten Kassenbestand von 9722 Euro und der gesamte Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Die Ausrichtung des Wertungsspiels 2019, an dem jedoch nur vier Kapellen teilnehmen, hat die Stadtkapelle Neu-Ulm übernommen; es findet am 18. Mai in Reutti statt. Lohner stellte Fragen: „Was machen andere Bezirke besser? Warum hat guter Erfolg keinen Wert mehr? Warum wird die Kompetenz der Wertungsrichter angezweifelt? Warum kann man sich ihnen nicht zumindest alle zwei oder drei Jahre stellen?“ Lohner forderte die Musiker auf, viel mit den Dirigenten zu reden und das neue ASM-Angebot zum Dirigenten-Coaching anzunehmen. An die Vereinsvertreter gewandt, kritisierte er: „Wir haben wegen der Wertungsspiele 42 Vereine angeschrieben. Nur 13 von ihnen haben sich gemeldet, die anderen haben überhaupt nicht reagiert.“

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Gutes konnten Lohner und Wolfgang Roller als Stellvertreter des Bezirksjugendleiters auch berichten. Zwar sei die Mitgliederzahl im Vergleich zum Vorjahr um 41 auf 7438 zurückgegangen, unter diesen seien aber 2787 aktive Musiker, von denen 1306 unter 18 Jahre alt seien. „Bei den Jugendlichen verzeichnen wir einen Zuwachs“, freute sich Lohner. „Dazu dürfte dieses Jahr das letzte sein, in dem die Männer im Bezirk die Mehrheit stellen. Wir werden jünger, weiblicher und damit sicher auch charmanter.“ Roller stellte erfreut fest, dass die jungen Musiker 2018 insgesamt 95 Prüfungen bestanden hätten. Gleichzeitig zeigte er sich sehr enttäuscht, dass es in diesem Jahr einen „absoluten Tiefpunkt“ bei den Anmeldungen zur Prüfung gebe: „In den besten Zeiten waren es 160, normal waren so um die 120, jetzt sind wir bei 85.“ Aber es habe im Vorjahr auch Erfolge gegeben: „Für den Verbandsentscheid haben sich 13 junge Musiker qualifiziert, von denen vier den Titel holten.“ Eine davon, die Sendenerin Larissa Frank (Waldhorn), gab bei der Veranstaltung eine Kostprobe ihres Könnens gab. Aber auch von der Jugendleitung wurde die geringe Teilnahme an Veranstaltungen und die geringe Resonanz auf Einladungen als „respektlos“ bezeichnet. Für dieses Jahr sei daher keine Bezirksjugendveranstaltung geplant. Schön sei, dass es mit der Jugendkapelle Messhofen/Schießen/Biberach ein neues Mitglied gebe. Und fürs Bezirksmusikfest 2020 in Reutti sei bereits alles klar.

Für Landrat Thorsten Freudenberger und Oberbürgermeister Gerold Noerenberg, so äußerten sie sich, war klar, dass es auch mal Probleme und Misstöne gebe. „Es gab hier ehrliche Berichte“, lobte der Landrat. „Auf jeden Fall ist es ein aktiver Verband, der sich sehen lassen kann“, sagte er unter anderem. Noerenberg betonte, dass „ein Leben ohne Sie als Musiker wesentlich ärmer wäre“. (kümm)

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