1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Räte wollen Bürger vor Strahlen schützen

Studie

16.06.2012

Räte wollen Bürger vor Strahlen schützen

Antennen außerhalb von Wohngebieten könnten Pfaffenhofen ein Handynetz liefern

Pfaffenhofen Ein Bebauungsplan soll die Bürger vor Strahlenbelastung durch Mobilfunk schützen: Ob das grundsätzlich überhaupt möglich ist, sollte ein Gutachten klären, das Hans Ulrich-Raithel, Ingenieur am Umweltinstitut München, nun in einer Ratssitzung vorstellte.

Hintergrund war der schon vor geraumer Zeit geäußerte Plan eines Mobilfunkanbieters, mitten im Ortsinneren Pfaffenhofens, auf einem Wohnhaus gegenüber der „Taverne“, eine Antenne zu errichten. Grundsätzlich ein erlaubtes Vorhaben, denn bis zum heutigen Tage ist nicht nachgewiesen, dass die von den Antennen ausgehende Strahlung gesundheitsschädlich ist. Der Bauausschuss, der die Antenne hätte genehmigen müssen, war mit dem Vorhaben jedoch nicht einverstanden.

Sowohl die mögliche Gesundheitsbelastung wurde kritisiert wie auch die Optik: „Wir wollen die Ortsmitte verschönern, da sollten nicht plötzlich auf allen Häusern Antennen in die Höhe sprießen“, erläutert Bürgermeister Josef Walz die Bedenken.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Bebauungsplan soll Standorte von Anlagen festsetzen

Die Angelegenheit kam vor den Marktrat. Dort beschlossen die Räte im Januar 2010, einen Bebauungsplan auszuarbeiten, um Bauten von Mobilfunkanlagen steuern zu können. Das jetzt vorgestellte Gutachten sollte zeigen, ob dies sinnvoll möglich wäre.

„Selbst Hunderte Studien können Gesundheitsschäden durch Funkstrahlung nicht völlig ausschließen“, teilte Ulrich-Raithe den Markträten mit. Er sprach von einem klassischen Dilemma: „Schäden sind nicht auszuschließen und sie sind nicht nachzuweisen.“

Vorbeugend die Strahleneinwirkung klein zu halten, bezeichnete der Fachmann als beste Lösung. Nach der Untersuchung von 31 möglichen Varianten kam Ulrich-Raithe zum Schluss, dass das Gebiet der Marktgemeinde samt der Ortsteile von fünf Punkten aus „mit vernünftigem Mobilfunkempfang“ versorgt werden könnte. Alle fünf liegen außerhalb der Wohngebiete. „Das Konzept ermöglicht eine Verbesserung der Versorgung und reduziert die Strahleneinwirkung um 80 bis 95 Prozent“, führte der Experte aus.

Dass der Mobilfunkanbieter sich auf einen der neuen Standorte einlässt, gilt aber als unwahrscheinlich. Ein früheres Angebot, den schon bestehenden Standort zwischen Pfaffenhofen und Beuren zu nutzen, wurde abgelehnt. „Hier ist das Kriegsbeil schon ausgegraben“, urteilte Ulrich-Raithe. Zur Beruhigung der Räte präsentierte er eine lange Reihe von Gerichtsurteilen, in denen Richter den Vorschlägen des Umweltinstituts gefolgt waren.

Aufgrund der Studie wollen die Markträte jetzt detailliert planen. „Es müsste möglich sein, die Masten aus dem bebauten Bereich herauszuhalten“, resümierte Bürgermeister Walz. (uwt)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren