1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Riesen-Fete am Gumpigen macht der Polizei viel Arbeit

Weißenhorn

09.02.2018

Riesen-Fete am Gumpigen macht der Polizei viel Arbeit

Copy%20of%20who99(1).tif
3 Bilder
Eine riesige Menschenmenge tummelte sich im abgesperrten Bereich zwischen Unterem und Oberen Tor.
Bild: Roland Furthmair

7000 Narren feiern am Gumpigen Donnerstag in der Fuggerstadt. Betrunkene halten die Ordnungshüter und den Rettungsdienst die ganze Nacht in Atem.

Fantasievolle Kostüme, ausgelassene Stimmung und eine riesige Freiluft-Party im abgesperrten Bereich zwischen Oberem und Unteren Tor: Das traditionelle Faschingstreiben hat am Gumpigen Donnerstag wieder zahlreiche Menschen nach Weißenhorn gelockt. Nach Einschätzung der Einsatzkräfte waren es insgesamt 7000 Besucher, die bis in die frühen Morgenstunden in der Innenstadt feierten.

In der Stadthalle, wo die Interessengemeinschaft Weißenhorner Fasnacht mit DJ-Beschallung den „Gumpigen Doschdig“ untermalte, riss der Besucherstrom nicht ab. Auch ins Rot-Kreuz-Haus zog es viele Partyfreude. In „Draculas Reich“ ging es aber keineswegs so blutrünstig zu wie der Name nahelegt. Und wer erst einmal einen der zahlreichen Zugänge zur abgeriegelten Faschingsmeile in der Altstadt mit Personenkontrolle passiert hatte und schließlich ein Bändchen am Handgelenk trug, wollte so schnell nicht wieder weg. Mit der lauten Musik aus vielen Lautsprecherboxen rund um die DJ-Bühne am Kirchplatz konnten die „Giggalesbronzer“ aber nicht mithalten. Die Musiker mit den aufwendigen Kostümen taten sich diesmal schwer, bei der Dauerbeschallung einen geeigneten Platz zu finden.

Bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt und trockener Witterung kamen die Maschkerer schnell in Stimmung. Auf diverse Engpässe des vergangenen Jahres hatte der Veranstalter im abgesperrten Festbereich in der Altstadt mit zusätzlichen Essens- und Getränkeständen reagiert. Wo Alkohol ausgeschenkt wurde, war der Andrang bis zum offiziellen Ende der Party gegen 2 Uhr morgens mindestens so groß wie an den etlichen Toilettenhäuschen innerhalb des Geländes.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Alkoholkonsum spielte im Laufe des Abends und der Nacht allerdings auch bei vielen Vorkommnissen eine Rolle, die Polizei und Rettungsdienst in Atem hielten. Um die 50 Sicherheitskräfte setzte allein der Veranstalter Urbanmotion im und am abgesperrten Partygelände ein, dazu waren in der ganzen Stadt Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Weißenhorn unterwegs, die wieder durch Kräfte von der Bereitschaftspolizei unterstützt wurden.

In einem ausführlichen Bericht listet die Polizei die Einsätze der Nacht auf. Demnach kamen Bereitschaftspolizisten gegen 21.10 Uhr außerhalb des Veranstaltungsgeländes zu einem handfesten Streit zwischen einem 20-jährigen Mann und seiner gleichaltrigen Ex-Freundin, die beide am Boden lagen und aufeinander einschlugen. Die Beamten gingen dazwischen und nahmen den stark alkoholisierten jungen Mann – er hatte knapp zwei Promille – in Gewahrsam. Gegen ihn wird jetzt wegen Körperverletzung strafrechtlich ermittelt.

Eine stark betrunkene, offenbar orientierungslose Jugendliche auf dem Hauptplatz wurde der Polizei gegen 21.45 Uhr gemeldet. Die 17-Jährige musste anschließend ebenfalls in Gewahrsam genommen werden, wobei ein Alkoholtest laut Polizei nicht möglich war. Die Beamten verständigten ihren Vater, der sie wenig später abholte. Um 22.35 Uhr wurde eine weitere, stark betrunkene 17-Jährige auf dem Veranstaltungsgelände angetroffen. Die mobile Rettungswache kümmerte sich um die Jugendliche.

Zehn Minuten später gerieten auf dem Kirchplatz ein 19- und ein 22-Jähriger in einen verbalen Streit. Die Einsatzkräfte gingen dazwischen und verhinderten so, dass die Lage eskalierte. Um 23.45 Uhr pöbelte ein 16-Jähriger außerhalb des Veranstaltungsgeländes andere Gäste an und versuchte über den Notausgang an den Sicherheitskräften vorbei auf das abgesperrte Areal zu kommen. Nachdem er einem Platzverweis mehrmals nicht nachkam, wurde der 16-Jährige handgreiflich gegenüber den Einsatzkräften. Er musste anschließend gefesselt werden. Die Beamten verständigten seinen Vater, der ihn wenig später auf der Polizeiinspektion abholte. Der Jugendliche stieg zwar zunächst ins Auto des Vaters ein. Dann überlegte er es sich jedoch anders und flüchtete zu Fuß. Eine eingeleitete Fahndung blieb erfolglos. Gegen 4 Uhr meldete sich dann der Vater bei der Polizei und berichtete, dass sein Sohn soeben wohlbehalten nach Hause gekommen sei.

Kurz vor Mitternacht rastete ein 23-Jähriger nach einem Streit mit seiner Freundin aus. Er schlug die Heckscheibe eines geparkten Autos ein und verletzte sich dabei an der Hand. Als der junge Mann vor dem Rettungswagen ärztlich versorgt werden sollte, randalierte er und verweigerte die weitere, dringend erforderliche Behandlung. Die Einsatzkräfte der Polizei brachten ihn zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus, wo er sich wieder beruhigte.

Gegen 2.50 Uhr wurden die Polizisten auf einen Lieferwagen am Unteren Tor aufmerksam. Weil er zu schnell fuhr, wollten die Beamten den Fahrer kontrollieren. Doch der missachtete die Anhaltezeichen. Erst am Hauptplatz konnte der Lieferwagen angehalten und überprüft werden. Der 25 Jahre alte Mann, der am Steuer saß, zeigte deutliche Anzeichen dafür, unter Drogeneinfluss gefahren zu sein. Ein Test verlief positiv auf Kokain. Dem Mann wurde Blut abgenommen, in seiner Wohnung wurden später noch einige Gramm des Rauschgifts gefunden.

Mit einer beleidigenden Geste hatten es Bereitschaftspolizisten gegen 3.30 Uhr zu tun: Ein 21-Jähriger zeigten ihnen am Unteren Tor grundlos den Mittelfinger. Die Ordnungshüter nahmen seine Personalien auf. Den jungen Mann erwartet jetzt ein Strafverfahren wegen Beleidigung.

Zu guter Letzt beschäftigte gegen 5.10 Uhr noch ein 25 Jahre alter Mann im Pinguinkostüm die Polizei. Der Mitteilung zufolge wollte er auf dem schnellsten Weg nach Hause laufen. Dazu wählte er dummerweise die Bahngleise. Der stark Betrunkene war sich offenbar keiner Gefahr bewusst. Er wurde in einem völlig orientierungslosen Zustand am Gleisbett angetroffen, ein Alkoholtest ergab einen Wert von mehr als zwei Promille. Die Polizisten brachten den 25-Jährigen zur Wache, wo er sich mehrmals übergeben musste. Ihn erwartet jetzt eine Anzeige wegen Betreten des Gleiskörpers.

Die Rettungswache zog nach dem Gumpigen folgende Bilanz: Sie hatte demnach insgesamt in 21 Fällen Hilfe geleistet. Darunter waren fünf Alkoholvergiftungen, zwei Sprunggelenksverletzungen und einige Schnittverletzungen durch herumliegende Glasscherben.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20em_carmina_hp1_056.tif
Ulm

Faszinierende Moderne

ad__querleser@940x235.jpg

Qualität auch für Querleser

Montag bis Samstag ab 4 Uhr morgens. Und die Multimedia-Ausgabe
"Kompakt" mit den wichtigsten Nachrichten von Morgen ist auch dabei.

Jetzt e‑Paper bestellen!