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Ulm

18.12.2020

Schwer erkrankte Corona-Patienten werden von Heidelberg nach Ulm und Stuttgart verlegt

Der Transportbus des DRK Ulm wird fertig gemacht zum Transport von vier schwer erkrankten Corona-Patienten.
Bild: Heckmann

Plus Vier schwer erkrankte Corona-Patienten werden von Heidelberg nach Ulm und Stuttgart verlegt. Großen Anteil am Transport hat der Intensiv-Bus des DRK Ulm.

Insgesamt vier schwer an Corona erkrankte Menschen werden am Freitagnachmittag vom Heidelberger Universitätsklinikum an Krankenhäuser in Ulm und Stuttgart gebracht. Mit diesem Entlastungstransport, mit einem speziell für solche Transporte umgebauten Bus des DRK Ulm, sollen Intensivstationen in Baden-Württemberg gleichmäßiger ausgelastet werden. Es ist der erste größere Transport innerhalb von Baden-Württemberg während der zweiten Corona-Welle.

Nachdem sich die Leitenden Direktoren der beteiligten Kliniken am Donnerstag untereinander auf den Entlastungstransport verständigt hatten, übernahm die beim Sozialministerium Baden-Württemberg angesiedelte Oberleitstelle für den Rettungsdienst die Koordination des Transportes. Der DRK-Rettungsdienst in Ulm stellte dafür den Intensivtransportbus zur Verfügung, in dem vier Patienten gleichzeitig transportiert werden können. Die Patienten können dabei auf dem Niveau einer Krankenhaus-Intensivstation medizinisch betreut werden.

Am Morgen wurde der Bus in Ulm mit dem nötigen Verbrauchsmaterial und dem Personal ausgestattet und fuhr nach Heidelberg. Nach der medizinischen Übergabe im Krankenhaus startete die Fahrt kurz nach 14 Uhr zum Stuttgart nach Bad Cannstatt, das zwei Patienten übernimmt. Das Bundeswehrkrankenhaus und das Universitätsklinikum in Ulm übernehmen jeweils einen weiteren Patienten. Die Patienten sind nach Auskunft des Sozialministeriums zwischen 56 und 62 Jahre alt.

Corona-Patienten kommen nach Ulm und Stuttgart: Was heißt das für die Zielkliniken?

Die Uniklinik Heidelberg behandelt derzeit 102 Covid-19-Patienten, wovon 46 auf der Intensivstation liegen und 44 beatmet werden müssen. Die derzeitige Situation sei angespannt und die Belastung für die Mitarbeiter sehr hoch, heißt es vom Klinikum. Das Haus rechnet mit einem weiteren Anstieg der Patienten. Eine Sprecherin der Klinik appellierte deshalb an die Bürger, den Lockdown zu akzeptieren und sich an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten.

Professor Bernd Kühlmuß, ärztlicher Berater des Sozialministeriums, betont, dass durch den Entlastungstransport jetzt in den Zielkliniken keine Überlastung entsteht und alle Patienten aus den Regionen Stuttgart und Ulm weiterhin auf dem gleichen Niveau behandelt und versorgt werden können.

Erdacht wurde das Konzept des Busses im Frühjahr von David Richter, dem Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienst Heidenheim-Ulm.  Das Neu-Ulmer Evobus-Werk brauchte gerade einmal vier Wochen um einen gebrauchten Linienbus zur rollenden Intensivstation umzubauen.

Auf vier Liegen werden die Patienten von vier Notfallsanitätern betreut und auch ein Notarzt ist im Fahrzeug. Die Sauerstoffversorgung reicht für rund 600 Kilometer Fahrt. Vier Spritzenpumpen an jedem Platz sichern die automatisierte Versorgung mit lebenserhaltenden Medikamenten.

Ministerium will Transportbus des DRK Ulm kaufen - und nochmal einen bestellen

Das Konzept des Ulmer Intensivtransportbusses hat das Sozialministerium derart überzeugt, dass das Ministerium den Bus zum Jahreswechsel kaufen wird und auch einen zweiten baugleichen Bus beschaffen wird, um während der Corona-Pandemie landesweit solche Entlastungstransporte durchführen zu können. Das Stuttgarter Kabinett hat daneben beschlossen, den Bus nach der Corona-Pandemie an den Bevölkerungsschutz, also in den Zuständigkeitsbereich des Innenministeriums, zu übergeben. So soll der Bus und sein noch zu bauender Zwilling zukünftig für Großeinsätze verfügbar bleiben.

Der Transport aus Heidelberg ist der erste Corona-Transport auf einer längeren Strecke. Der Bus war aber auch schon für andere Intensivtransporte in Süddeutschland unterwegs. Und er war auch eine wichtige Hilfe, als er bei einem Bus-Unfall auf der B28 bei Blaubeuren zufällig in der Nähe war und vier Verletzte auf einmal in ein Krankenhaus transportieren konnte.

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