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Kriminalität

17.10.2017

Sendener Polizei rettet Rottweiler-Welpen

Der kleine Rottweiler-Welpe konnte von Polizisten gerettet werden. Er wird nun im Tierheim in Weißenhorn aufgepäppelt.
Bild: Polizei Senden

Beamte decken einen illegalen Handel mit Hunden auf – und nehmen ein Ehepaar auf frischer Tat fest.

Der junge Rottweiler-Welpe schaut treuherzig und ein bisschen traurig in die Kamera, vielleicht ahnt er, dass er Opfer eines Betrugs geworden ist. Doch damit ist es nun vorbei. Die Sendener Polizei konnte am Donnerstag einen Erfolg im Kampf gegen unerlaubten Handel mit Hundewelpen verbuchen. Die Beamten haben den kleinen Rottweiler gerettet und ermitteln nun gegen ein Ehepaar aus Senden, das gewerbsmäßig Hunde verkauft haben soll. Viel zu jung und ohne vorgeschriebenen Impfschutz.

Der kleine Rottweiler ist erst vier bis sechs Wochen alt. Eigentlich dürfen Welpen erst mit acht Wochen abgegeben und geimpft werden. Der junge Hund war laut Polizei zudem in einem sehr schlechten Zustand und weder geimpft noch entwurmt. Der Kleine wohnt nun erst mal im Tierheim in Weißenhorn, wo er untersucht und nun wieder aufgepäppelt wird. Wie die Polizei schreibt, wird das Immunsystem der Welpen stark geschwächt, wenn sie zu früh abgegeben werden. Dadurch kommen auf den Käufer noch zahlreiche Kosten für Impfungen und Entwurmen zu. Dem Käufer wird jedoch vorgetäuscht, dass der Hund das Mindestalter und die entsprechenden Impfungen hat.

Der Welpe wurde im Internet zum Verkauf angeboten

Die Polizei kam dem Ehepaar mithilfe eines aufmerksamen Mannes und einer Tierschutzorganisation auf die Schliche. Die Sendener Eheleute hatten den Welpen auf einer Internetplattform zum Verkauf angeboten – für 850 Euro. Da das Ehepaar keinerlei Papiere für den Hundewelpen vorweisen konnte, verständigte der Kaufinteressent einen Tierschutzverein. Und dieser die Polizei. Ein verdeckt ermittelnder Beamter hat dann so getan, als ob er den Welpen kaufen möchte, sagte Sendens Polizeichef Thomas Merk. Die Übergabe des Hundes war in einem Schrebergarten in Illerkirchberg vereinbart. Auch das Veterinäramt Neu-Ulm wurde informiert und kam dazu. So haben die Beamten das Ehepaar auf frischer Tat ertappt und vorläufig festgenommen. Sie ermitteln nun gegen die beiden Sendener. Ihnen drohen Anzeigen wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Verstöße gegen das Tierschutz- und Tierseuchengesetz.

Um den beiden nachweisen zu können, dass sie gewerbsmäßig handelten, sucht die Polizei weitere Käufer. Zudem sollen die Käufer darüber informiert werden, dass ihr Tier entgegen der Annahme jünger und nicht geimpft ist. Sie haben möglicherweise Anspruch auf eine Entschädigung, weil durch die nachträglichen Behandlungen wohl immense Folgekosten entstanden seien, so Merk. Ein Käufer habe sich schon gemeldet, er habe den Hund nach dem Erwerb impfen lassen.

Die Polizei Senden bittet Käufer, die einen Welpen im südlichen Landkreis Neu-Ulm oder in einem Schrebergarten im Alb-Donau-Kreis erworben haben, sich unter 07307/91000-0 zu melden.

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