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08.06.2009

Sonntagsmarkt schlägt Händlern auf den Magen

Nersingen Zwei Mal jährlich - im Herbst und im Juni - findet rund ums Nersinger Rathaus ein Krämermarkt statt - die vergangenen Jahren immer freitags. Heuer nun hat sich der Gemeinderat für einen Markttag am Sonntag geeinigt. Und das schlug etlichen Marktbeschickern schwer auf den Magen. Einige schlugen gar nicht erst ihre Zelte in Nersingen auf.

Ein Händler schimpfte: "Ohne uns zu fragen, wurde einfach der Markttag von Freitag auf Sonntag verlegt, nur weil ein Gemeinderat den sonntäglichen Krämermarkt und die vielen Gäste in Pfaffenhofen so gelobt hat." Im Rathaus sei einfach "über unsere Köpfe hinweg entschieden" worden. In Nersingen bringe nämlich ein Sonntagsmarkt weniger, als der Markt am Freitag, das hätten Erfahrungen der Vergangenheit gezeigt, so der Händler. Nicht von ungefähr sei der Markttag vor etlichen Jahren vom ursprünglichen Sonntag auf den Freitag verlegt worden. Grund: Am Freitag findet dort auch der Nersinger Wochenmarkt statt, der dann etwas mehr Krämermarkt-Kundschaft anlocke, erläuterte im Gespräch mit der NUZ der Fierant. Im Übrigen sei allgemein bekannt, dass in Nersingen kein Besucherandrang zu erwarten ist.

Josef Zinder, Geschäftsführer der Gemeindeverwaltung Nersingen, widerspricht den Anschuldigungen der Händler. Sehr wohl hätten die Marktbeschicker von dem Ratsbeschluss gewusst. Ausschlaggebend für die Änderung: Der Gemeinderat habe sich Gedanken gemacht, den Markt attraktiver zu gestalten oder nur noch einmal im Jahr - im Herbst - anzubieten. Schließlich einigte man sich auf einen Sonntagstermin im Juni. Das sei auch mit dem Verband der Schausteller und Marktkaufleute so abgesprochen worden. Dabei weiß Verwaltungsfachmann Zinder sehr wohl, dass es ungemein schwierig ist, viele Besucher nach Nersingen zu locken. Dies liegt Zinder zufolge weder am Tag noch am Angebot, in Nersingen sei das einfach so.

Marktmeister Michael Uhl, Angestellter der Gemeinde Nersingen, kann dies bestätigen. Allerdings war er keinesfalls mit dem Sonntagstermin einverstanden. Im Gespräch mit etlichen Händlern erfuhr Uhl außerdem, dass sie überwiegend erst nach dem Gemeinderatsbeschluss über den Sonntagstermin informiert worden sind. Daraufhin seien einige Stammhändler abgesprungen. Was nun die Besucherzahl anbelangt, war sie laut Michael Uhl am Sonntag nicht schlecht, zumal ein großer Regenschauer kurzzeitig das Markttreiben außer Betrieb setzte. Ein Händler hat am Sonntag seinen eigenen Aussagen zufolge 50 Prozent weniger Umsatz gemacht, als in den Vorjahren an einem Freitag.

Trotzdem: Um die 25 Anbieter lockten mit sehr günstigen Angeboten, vom Hosenträger, Gürtel, über Obst und Kleidung bis hin zum Geschirr. Und die Mitglieder der "Büttelzunft" luden ins Foyer der Gemeindehalle zu Kaffee und selbst gebackenem Kuchen.

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