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Ulm

31.01.2019

Stadthaus Ulm ist jetzt ein Denkmal

Inzwischen ist der Münsterplatz ohne das Stadthaus kaum mehr vorstellbar (Bild oben). Bei der Eröffnung 1993, als der damalige Oberbürgermeister vor tausenden Bürgern sprach (Bild unten rechts), war der Bau höchst umstritten. Heute ist er vor allem für Fotografieausstellungen bekannt.
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Inzwischen ist der Münsterplatz ohne das Stadthaus kaum mehr vorstellbar (Bild oben). Bei der Eröffnung 1993, als der damalige Oberbürgermeister vor tausenden Bürgern sprach (Bild unten rechts), war der Bau höchst umstritten. Heute ist er vor allem für Fotografieausstellungen bekannt.

Früher bekämpft, jetzt gefeiert: Das von Richard Meier entworfene Gebäude steht jetzt im Denkmalbuch - und damit auf einer Stufe mit dem benachbarten Münster.

Wenn am 8. September der Tag des offenen Denkmals für ganz Deutschland in Ulm eröffnet wird, können die Besucher auch das jüngste Monument Baden-Württembergs bestaunen: Das Stadthaus ist jetzt offiziell ein „Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung“ – wie das benachbarte Münster. Bei einem Festakt am Donnerstag übergaben Professor Claus Wolf, Chef des Landesamts für Denkmalpflege, und Regierungspräsident Klaus Tappeser die Urkunde zur Eintragung ins Denkmalbuch an Oberbürgermeister Gunter Czisch. Das Stadthaus sei, so die Begründung der Denkmalbehörde, eine „große stadtbaukünstlerische Leistung des Architekten Richard Meier“ und erhöhe durch „seine architektonischen Bezüge die Bedeutung des mächtigen, altehrwürdigen Münsters“.

Gelungenes Werk des US-Architekten Richard Meier

Wie Wolf ausführte, gibt es neben dem Stadthaus im ganzen Ländle nur noch ein Bauwerk der Gegenwart, das diesen Schutzstatus genießt: die von James Stirling entworfene und 1984 eingeweihte Neue Staatsgalerie in Stuttgart. Das Stadthaus wurde 1993 eröffnet, 2018 feierte es 25. Geburtstag. Es ist ein besonders gelungenes Beispiel für den Stil des 1934 geborenen US-Architekten Richard Meier: Es folgt einer streng geometrischen Formensprache, ist ganz in Weiß gehalten, offen und durch viele große Fenster lichtdurchflutet. Die Ulmer brauchten allerdings, um das Stadthaus lieben zu lernen: Viele Bürger lehnten den Bau zunächst ab, ein Bürgerentscheid gegen die Bebauung des Platzes scheiterte 1986 nur am Quorum.

Aufgrund dieser „heftigen Auseinandersetzungen“ zeigte sich OB Czisch hocherfreut über die Aufnahme ins Denkmalbuch, die aus dem Gebäude ein Denkmal erster Klasse macht. Das Stadthaus, so das Stadtoberhaupt, setze eine architektonischen Kontrapunkt zum gotischen Münster. Regierungspräsident Tappeser betonte, dass Architektur Identität stifte – und dass es fatal wäre, wenn der Denkmalschutz „sich auf das Bewahren der Asche“ konzentrieren würde. Tappesers Vermutung, dass das Landesdenkmalamt beim Bau sicher nicht „Hurra“ geschrien habe, konterte dessen Leiter Wolf mit einem Zitat seines Vorgängers: Der hatte sich seinerzeit ausdrücklich gegen eine rein historisierende Architektursprache am Münsterplatz ausgesprochen.

Ein besonderer Moment war die Eintragung des Stadthaus ins Denkmalbuch auch für Leiterin Karla Nieraad. Das Haus habe diese Auszeichnung verdient. Zudem zeige diese, dass gute Architektur eben nicht nur eine Geschmacksfrage sei, und setzte einen Schlusspunkt unter die Debatte, so Nieraad gegenüber unserer Zeitung. An der täglichen Arbeit ändere sie aber nichts: „Wir passen schon immer gut auf die Architektur auf.“

Das Stadthaus wird vor allem für Ausstellungen, aber auch für andere Kulturveranstaltungen genutzt. Mehr zum Jahresprogramm 2019 lesen Sie auf Seite 28.

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