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Ulm/Lindau

27.03.2017

Tödlicher Brand in Lindau: Kommt der Mörder aus Ulm?

Spurensuche beim Tatort: Nach dem Tötungsdelikt vor über zwei Wochen in Lindau hat die Polizei einen weiteren Tatverdächtigen festgenommen.
Bild: Christian Flemming

Im Zusammenhang mit einem Tötungsdelikt in Lindau wurde in der Münsterstadt ein Tatverdächtiger festgenommen. Offenbar geht es um organisierte Bettlerbanden.

Auf dem Parkplatz eines Ulmer Supermarktes schlug die Polizei zu: Ein 36-jähriger rumänischer Staatsangehöriger wird von den Behörden verdächtigt, an der Tötung eines 76-jährigen Rentners in der Nacht von 8. auf 9. März diesen Jahres beteiligt gewesen zu sein (hier mehr zu dem Fall).

Der 36-Jährige gehört einer Gruppe an, die vor einiger Zeit von der Lindauer Schleierfahndung in der Nähe des Tatorts kontrolliert worden ist. Er sitzt nun ebenso in Untersuchungshaft wie der 47-jährige Wohnsitzlose, den die Polizei bereits am 9. März festgenommen hatte. Es besteht offenbar weiterhin der Verdacht, dass er an der Tat beteiligt war.

Nach dem Tötungsdelikt gingen die Ermittler der „Sonderkommission Eichwald“ (Soko Eichwald) bislang einer Vielzahl von Spuren nach. Eine davon führte die Beamten vom bayerischen Lindau in den Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg. Aus diesem Grund haben die Beamten der Lindauer Soko die Ulmer Kriminalpolizei mit eingebunden. Gemeinsam führten sie Befragungen der Anwohner im Ehinger Stadtteil Rißtissen durch. Diese wurden gefragt, ob ihnen in der Woche vor dem Tötungsdelikt – also in der ersten Märzwoche – Bettler oder Obdachlose aufgefallen waren; möglicherweise Südost- oder Südeuropäer, die auch an Haustüren geklingelt haben?

Bettlergruppe auf der Spur

Diese Befragungen führten die Polizei nach eigenen Angaben auf die Spur einer Bettlergruppe, die den Ermittlern bereits bekannt war. Bei der Gruppierung handelt es sich laut einem Bericht der Schwäbischen Zeitung um Rumänen, die, oft auch mit Kindern, zum Betteln von Haus zu Haus ziehen. Im Zusammenhang mit der Tat hat die „Soko Eichwald“ demnach auch in einem ehemaligen Kinderheim in Dabetsweiler nach Spuren gesucht. Das Haus sei im Volksmund mittlerweile als „Bettlerhaus“ bekannt und gelt seit einiger Zeit als Treffpunkt für Bettlerbanden. Auch die Gruppe Rumänen, zu denen der 36-jährige Tatverdächtige gehört, soll dort ein und aus gegangen sein.

In Lindau hat ein Wohnhaus gebrannt. Ein 76-Jähriger wurde bei den Löscharbeiten tot aufgefunden.
Bild: Reiner Roither

In jener Nacht waren Einsatzkräfte der Lindauer Feuerwehr im Rahmen von Löscharbeiten eines brennenden Hauses im Stadtteil Zech auf einen toten Hausbewohner gestoßen. Bei einer Obduktion durch den Landgerichtsarzt des Landgerichts Memmingen wurde der gewaltsame Tod des Rentners vor Brandausbruch festgestellt. Wie es zum Ausbruch des Brandes kam und wie die Täter ins Haus gelangten, ist unklar. In der Soko Eichwald sind weiterhin rund 30 Ermittler mit der Aufklärung des Tötungsdeliktes beschäftigt. Neben Beamten der Kriminalpolizei Lindau, Kempten und Kaufbeuren, sind auch Beamte der Schutzpolizei und der Schleierfahndung in die Soko eingebunden.

Über die "Mitleidsmasche"

Ob die restlichen Personen aus der Bettlergruppe, die offenbar auch in Ulm ihrer „Arbeit“ nachging, in Verbindung mit der Tat in Lindau gebracht werden können, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Das Polizeipräsidium Ulm und die Stadtverwaltung warnen immer wieder vor professionellen Bettelbanden, die in den Ulmer Fußgängerzonen sowie auf Parkplätzen vor Supermärkten unterwegs sind. Zur Schau gestellte körperliche Gebrechen und ein ärmliches Auftreten sollen gezielt das Mitleid der Passanten erregen, heißt es.

Hinter der „Mitleidsmasche“ stecken laut Polizei zumeist organisierte Banden, oft aus Osteuropa. Das von den Bettlern eingesammelte Geld werde ihnen von in der Umgebung wartenden Hintermännern regelmäßig wieder abgenommen, die Bettler selbst bekämen dafür meist nur Essen, Trinken und einen Schlafplatz. Das Geld lande bei den Clanchefs. heo

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