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21.06.2009

Über 1000 Gläubige beim "Hohen Umgang" in Oberelchingen

Oberelchingen Seit 1644 feiert Oberelchingen auf dem "Heiligen Berg" den "Hohen Umgang", der bis auf den 30-jährigen Krieg zurück geht. Zur Erinnerung an die Gräuel dieses Krieges und zum Dank des Überlebens gründete sich damals die "Bruderschaft der sieben Schmerzen Mariens", die bis heute aus zwölf Mitgliedern (Konsultoren) besteht und unter Leitung des Ortspfarrers zehn Tage nach Fronleichnam zum "Hohen Umgang" einlädt.

Über 1000 Gläubige zog das Hochfest Mariens an. Die Ministranten aller drei Elchinger Ortsteile Oberelchingen, Unterelchingen und Thalfingen machten zu diesem Fest eine Fußwallfahrt von ihrem Heimatort zum "Heiligen Berg". Unter den Wallfahrern waren auch wieder 90 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus dem 42 Kilometer entfernten Bettringen. Aufgrund eines im Jahre 1747 gegebenen Gelübdes pilgern die Bettringer jedes Jahr betend und singend zu Fuß nach Oberelchingen hin- und zurück. Sie tun das nun schon in ununterbrochener Reihenfolge 262 Mal. Der jüngste Wallfahrer war neun Jahre alt, der Älteste 75. Morgens um drei Uhr ist man losgelaufen, 13 Stunden hat der "Pilgermarathon" gedauert. Nach einer Übernachtung in Elchingen geht's den gleichen Weg zurück.

Unter der musikalischen Umrahmung der Jugendkapelle Elchingen und nach dem Mariengottesdienst, zelebriert von Pfarrer Alfred Tönnis (Schemmerhofen), zog am Abend des ersten Tages eine beeindruckende Lichterprozession um die Klosterkirche.

Am zweiten Tag versammelten sich die Pilger, die Konsultoren, der Bürgermeister, seine Stellvertreter und der Gemeinderat, die Bettringer Pilger und der Pfarrgemeinderat mit den über 1000 Besuchern des Hohen Umgangs um den blumengeschmückten Freialtar vor der Oberelchinger Klosterkirche, wo Weihbischof Josef Grünwald den Festgottesdienst zelebrierte. Er stellte seine Predigt unter das Motto "Jesus als Zeichen des Widerspruchs" und verband dieses Thema mit dem Widerstand der Pharisäer gegen die Friedensbotschaft Christi und mit dem Widerstand, welcher dieser Botschaft auch heute entgegengebracht wird. Der gastgebende Pfarrer Pater Wladislaw Poddebniack lud alle Anwesenden ein, "miteinander am Tisch des Herrn zu feiern, während die Glocken der Klosterkirche die frohe Botschaft des Glaubens hinaustragen". Dann formierte sich ein feierlicher Zug zum "Hohen Umgang", der sich mit Gebet, Gesang und Musik um das gesamte Oberelchinger Klostergelände bewegte. Mit dem "großen Segen" und dem Hymnus "Großer Gott wir loben dich" endete dieses wohl älteste und traditionsreichste Kirchenfest der Region. "Sein Glanz wird uns nach Hause begleiten", meinten die Pilgerbrüder aus Bettringen, bevor sie sich wieder zu Fuß auf ihren dreizehnstündigen Heimweg machten.

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