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Ulm

26.05.2015

Ulm mal 3000

Aus über 3000 Zeichnungen von Bürgern hat Künstlerin Doris Graf für das Projekt „Ich, Ulm“ Piktogramme gefertigt, die jetzt im Münster zu sehen sind.
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Aus über 3000 Zeichnungen von Bürgern hat Künstlerin Doris Graf für das Projekt „Ich, Ulm“ Piktogramme gefertigt, die jetzt im Münster zu sehen sind.
Bild: Alexander Kaya

Doris Graf hat Zeichnungen von Bürgern über ihre Stadt gesammelt und zu Piktogrammen verdichtet. Diese sind jetzt im Münster zu sehen.

Münster, Donau, Spatz, Nebel: So sieht sie aus, die „Essenz der Essenz“ von Ulm. Jedenfalls so, wie sie Doris Graf in ihrem gleichnamigen Piktogramm darstellt. Die Künstlerin muss es ja wissen: Für ihr Projekt „Ich, Ulm“ hat sie über Monate hinweg immer wieder die Stadt besucht, sie ging auf Plätze und Feste, in Schulen und Kindergärten, in die Innenstadt und alle Stadtteile – und sammelte über 3000 Zeichnungen, in denen Ulmer Bürger ihr Bild ihrer Heimatstadt festhielten. Einige verdichtete sie anschließend zu Piktogrammen. Diese sind nun, zusammen mit rund 1400 der Vorlagen, im Münster zu sehen.

„Ich, Ulm“ ist unter den Kulturprojekten zum Jubiläum des Münsterturms wahrscheinlich das, was am meisten den Geist der Stadt widerspiegelt. Neu ist es aber nicht, denn unter der Überschrift „CityX“ hat die gebürtige Krumbacherin Graf ähnliche Aktionen auch beispielsweise in Rio de Janeiro oder Istanbul realisiert. Mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen, wie sie selbst sagt. So hätten die Ulmer ein überwiegend sehr positives Bild ihrer Heimat, lediglich Luxusprobleme wie Parkplatzmangel seien angesprochen beziehungsweise gezeichnet worden. In Rio hingegen hätten Gewalt und Korruption die Menschen beschäftigt.

Genau diese Unterschiede sind leider nicht sichtbar im Münster, was „Ich, Ulm“ ein wenig die Kante nimmt. Den Anspruch, das Wesen Ulms und seiner Menschen zu beschreiben, löst die Präsentation im nördlichen Seitenschiff aber ein. Natürlich: Allein mit den Spatzen und Münstern hätte man schon eine Wohnung tapezieren können. Aber Graf, Jahrgang 1968, kitzelte aus den Ulmern noch mehr heraus. Das ist vor allem auf den weiteren 29 Piktogrammen der Ausstellung zu sehen: Amüsante Motive wie ein rauchender „Red Dog“ sind ebenso dabei wie die oberbürgermeisterliche Schwörhand, eine Einkaufstasche voller Markenlogos – oder die strickende Obdachlose aus der Hirschstraße.

Ulm mal 3000

Die „piktografischen Bildfindungen“, wie sie Graf nennt, sind so komplex oder banal wie die Vorlagen, die ihr die Ulmer lieferten. Für sich betrachtet sind sie eher Grafikdesign als Kunst. Graf ging für „Ich, Ulm“ hingegen von der Idee einer „sozialen Stadtplastik“ aus, die Ochsentour durch die Stadt gehört ebenso zum Kunstwerk wie die Resultate. Und das Projekt ist noch nicht abgeschlossen: Am „Tag des Turms“ am Sonntag, 31. Mai, werden Graf und ihr Team noch einmal Ulmer und Gäste bitten, ihr Bild der Stadt zu zeichnen. Auch diese Ergebnisse sollen den Weg ins Münster finden: Für zwei Piktogramme ist auf den Stellwänden noch Platz.

Besucherinformation: Die Ausstellung „Ich, Ulm“ im Münster läuft bis Montag, 20. Juli, im Münster. Weitere Zeichnungen sind bis Freitag, 12. Juni, in den Sparkassen-Geschäftsstellen in Söflingen und in der Rosengasse zu sehen.

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