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Ulm

13.09.2020

Ulmer fordern Hilfe für Moria

Demo mit Abstand: Um die 300 Menschen versammelten sich auf dem Münsterplatz, um Hilfe für die Flüchtlinge auf der Insel Moria einzufordern.
Bild: Horst Hörger

Demonstranten sehen europäische Werte in Flüchtlingslager verbrennen. Warum Ulm in einer schwierigen Lage ist.

Geschätzte 300 Menschen demonstrierten am Freitag auf dem Ulmer Münsterplatz gegen die katastrophale Flüchtlingssituation auf der griechischen Insel Lesbos.

„Schäm’ Dich Seehofer“ war unter anderem auf den Plakaten der Demonstranten zu lesen. „Wir fordern: Nehmt die Menschen aus Moria auf! Evakuiert die Lager! Jetzt!“, sagte Marcel Emmerich für die Organisation Seebrücke Ulm.

Seit Monaten weist die Seebrücke auf die Gefahr durch das neuartige Coronavirus in überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln hin und fordert die Evakuierung. Vergangene Woche hätten 13000 Stühle vor dem Reichstag in Berlin eindrucksvoll signalisiert: „Wir haben Platz für die Menschen aus Moria.“ Zahlreiche Städte und Regionen haben sich bereit erklärt, Geflüchtete aufzunehmen.

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Ulm sieht sich als "sicherer Hafen" für Flüchtlinge

Auch Ulm hatte sich, wie berichtet, per Gemeinderatsbeschluss zum „Sicheren Hafen“ erklärt. Daraus erwächst nach Meinung der Seebrücke nun eine Verpflichtung, aktiv zu werden. Auch fordert der Gemeinderat mit großer Mehrheit die Bundesregierung auf, „sich noch nachdrücklicher und verstärkter für die Bekämpfung der Fluchtursachen sowie die Rettung der Menschen im Mittelmeer einzusetzen“. Nicht erst seit vor wenigen Tagen der erste bestätigte Corona-Fall in Moria bekannt wurde, sei es Zeit, zu handeln.

Nun hatte der Brand in Moria, das größte Lager auf Lesbos vollständig zerstört. Die Bilder des brennenden Lagers sind in der Tat erschütternd, die Lage vor Ort scheint außer Kontrolle zu sein.

300 Migranten ziehen in neues Lager für Flüchtlinge auf Lesbos

Laut Hilfsorganisationen sind 12000 Menschen obdachlos, darunter unbegleitete Kinder. „Die Menschen sind verzweifelt und erschöpft“, sagt Emmerich. Wir schauen nicht länger zu, wie Menschen an den EU-Außengrenzen sterben und Leben in den menschenunwürdigen Zuständen in den Lagern bewusst aufs Spiel gesetzt werden.“ (az)


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