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Kinderbetreuung

16.04.2019

Verwirrung um fehlende Kita-Plätze in Neu-Ulm

Das neue Kinderhaus im Wiley soll jetzt doch bis Herbst nächsten Jahres fertig werden.
Bild: Alexander Kaya

Vor zwei Wochen schlug die Stadt noch Alarm – jetzt sieht die Lage schon wieder anders aus

In Neu-Ulm fehlen nächstes Jahr mehr als 100 Kita-Plätze, wenn die Stadt nicht rasch mit Übergangslösungen gegensteuert: Mit dieser Nachricht schreckte Ralph Seiffert, der Leiter des Fachbereichs Schulen, Kultur, Sport und Soziales, vor zwei Wochen die Neu-Ulmer Stadträte im zuständigen Ausschuss auf. Grund für den Engpass seien überraschende Verzögerungen bei geplanten Neubauten und Erweiterungen von Kitas. Unter anderem könne das Kinderhaus der Friedenskirche im Wiley nicht im Herbst 2020 den Betrieb aufnehmen, hieß es. Doch das war offenbar ein Missverständnis.

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Denn am Wochenende war Spatenstich für die Einrichtung im Wiley, und ab September nächsten Jahres sollen dort bis zu 70 Kinder einen Platz bekommen. Das bestätigte Finanzdiakon Roland Schütter auf Nachfrage unserer Redaktion: „Das wuppen wir“, sagte er über das ehrgeizige Projekt, das auch in der Planung der Stadt eine wichtige Rolle spielt. Natürlich gebe es bei Bauvorhaben dieser Größenordnung immer Unwägbarkeiten, die die Fertigstellung verzögern könnten. So seien beispielsweise im Boden Leitungen gefunden worden, die nirgendwo eingezeichnet gewesen seien, erläuterte Schütter. Doch wenn alles glatt läuft, werde die neue Kita planmäßig eröffnet: „Wir wollen liefern.“

Weshalb ging die Stadt dann davon aus, dass das Kinderhaus nicht rechtzeitig fertig wird? Ralph Seiffert wollte sich im Detail nicht dazu äußern. Er sagte nur, dass es wenige Tage nach der Sitzung ein Gespräch mit den Verantwortlichen der Friedenskirche gegeben habe, und sich die Befürchtungen daraufhin „in Wohlgefallen aufgelöst“ hätten. Roland Schütter berichtete, dass der Neubau teurer werde als gedacht, weshalb es noch ein Gespräch mit der Bank gegeben habe. Die Stadt rechnete offenbar gleich mit dem Schlimmsten, als sie davon erfuhr. Schütter stellte jedoch klar: „Die Finanzierung der Mehrkosten ist geklärt.“ Derzeit geht die Gemeinde von Gesamtkosten in Höhe von 2,7 Millionen Euro aus.

Für die Stadt stellt sich die Lage bei den Kitas nun deutlich weniger dramatisch dar als noch vor wenigen Tagen. Entwarnung gab Ralph Seiffert jedoch nicht: „Der Druck bleibt trotzdem hoch.“ Denn die Erweiterung im städtischen Kindergarten „Schatzinsel“ mit drei geplanten Gruppen wird nicht bis September dieses Jahres fertig. Ganz kommt die Stadt deshalb nicht um den Bau von Containern herum. Mögliche Standorte würden derzeit geprüft, sagte Seiffert. Die Verwaltung hält auch an dem Vorhaben fest, jede Kindergartengruppe in Neu-Ulm um einen Platz zu erweitern, um so maximal 83 zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen – je nachdem, wie viele Einrichtungen mitmachen. Gesucht werden außerdem mögliche neue Standorte für Kindergärten und -krippen.

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