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Senden

17.05.2018

Vorfahrt für das Fahrrad in Senden

Geplante Fahrradstraßen in Senden
Bild: AZ-Grafik

In Senden werden fünf Straßen für Radler hergerichtet. Autofahrer dürfen zwar auch noch durch, müssen sich aber an neue Regeln gewöhnen.

Der erste Schritt zur Fahrradstadt: Fünf Straßen sollen in Senden zu sogenannten Fahrradstraßen umgewandelt werden. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Dienstag einen Antrag der Grünen-Fraktion beschlossen. „Es ist mal ein Einstieg auf dem Weg zur Fahrradstadt“, sagte Fraktionsvorsitzender Helmut Meisel zu Beginn.

Umgewandelt werden die Dillmannstraße, die Ruländer- und die Schillerstraße, die Wielandstraße und die Straße Am Baggersee. Das Projekt soll schnell verwirklicht werden, vor allem da für die Umsetzung nur die blauen Schilder mit dem Titel „Fahrradstraße“ aufgestellt werden müssen. Ansonsten seien die Voraussetzungen bei den fünf ausgesuchten Strecken ohnehin günstig, wie Grünen-Chef Meisel in der Sitzung betonte.

Überall gelte beispielsweise schon die Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde. Auch die Übergänge zwischen den Fahrradstraßen seien unproblematisch, etwa rund um die Engelhart-Schule. Über die Kemptener Straße führt zwischen Ruländer- und Schillerstraße eine Fußgängerampel. Es sei nichts weiter nötig, als am Anfang und Ende der Straße ein Schild aufzustellen. „Wir können mit wenigen Mitteln Rad- und Autofahrer gleichstellen“, sagte Meisel.

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Radfahrer dürfen die gesamte Fahrbahn nutzen

Und das sind die Regeln: Radler haben in diesen Straßen generell Vorfahrt. Sie dürfen auch nebeneinander fahren und die gesamte Breite der Fahrbahn nutzen. In Senden wird unter die Schilder ein Zusatz „Kfz frei“ installiert, damit dürfen auch andere Fahrzeuge die Straßen nutzen – was vor allem für Anlieger wichtig ist. Doch sie sind sozusagen nur zweite Wahl und müssen sich daran gewöhnen, dass Radler Vorrechte haben.

Die besprochenen Richtlinien bestätigte Bürgermeister Raphael Bögge nach einem kurzen Check in der Sitzung auf seinem Smartphone. Kurz überlegten die Räte nämlich, ob farbliche Fahrbahnmarkierungen nötig seien, wie es Neu-Ulm gemacht hat. Doch das ist nicht der Fall, deswegen werden sie auch weggelassen. Sie seien zwar hübsch, aber zu teuer, so der Tenor im Stadtrat. Ein wenig wurde noch über einzelne Straßen diskutiert. Allen gefiel der Vorschlag der Fahrradstraße und die Idee, eine Tangente für Radler zwischen Iller und Stadtpark zu gestalten.

Michael Hanser (CSU) schlug vor, erst einmal mit zwei Fahrradstraßen anzufangen, um zu testen, ob das Konzept überhaupt funktioniert. Edwin Petruch (FWG) wollte die Dillmannstraße erst einmal außen vor lassen, bis das Webereiareal überplant sei. Dem widersprach Meisel, der meinte, dass die Planung der Weberei noch zu lang dauere. Auch Zweiter Bürgermeister Josef Ölberger war dafür, mal einen Anfang zu machen. „Wir können jetzt ein Zeichen setzen und die Kinder zum Radfahren mobilisieren.“

Meisel: Antrag nicht wieder verschieben

Wie Meisel in der Sitzung erzählte, habe Bürgermeister Bögge ihm tags zuvor vorgeschlagen, den Auftrag an ein Planungsbüro zu geben. „Aber wir müssen auch mal entscheiden und können nicht schon wieder alles vergeben“, sagte Meisel. Zudem solle die Fahrradstraße nicht schon wieder verschoben werden. Dieser Meinung schlossen sich die meisten Räte an und fassten zudem den Beschluss: Bei der Gestaltung des neuen Bahnhofsumfeldes sollen die Wege für den Radverkehr von der Schillerstraße zum Bahnübergang weitergeführt werden.

Bögge stellte in der Sitzung noch zur Diskussion, die Illerstraße zusätzlich aufzunehmen, da viele Schüler diese nutzen könnten. Der Antrag wurde jedoch mehrheitlich abgelehnt. Hanser merkte an, dass die dortige Grundschule außen vor sei. Denn mit dem Rad zur Schule fahren dürfen Kinder erst, wenn sie die Fahrradprüfung absolviert haben. Das geschieht normalerweise im Frühjahr in der vierten Klasse – viel Zeit bleibe da nicht mehr, um mit dem Rad zur Schule zu fahren. Auch die von den Grünen favorisierte Erich-Rittinghaus-Straße wurde abgelehnt. Sie sei zu nah am GPS-Gelände und damit für Fahrradfahrer ungeeignet.

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