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28.07.2010

Was steckt hinter der neuen Halle?

Ein Landwirt will bei Hegelhofen eine Halle bauen. Foto: anbr
Bild: anbr

Hegelhofen Ein Landwirt will eine Maschinenhalle und einen Güllebehälter im Metzgerweg in Hegelhofen errichten. Sein Antrag sorgte im Bauausschuss für eine rege Diskussion - einige Stadträte vermuteten, der Mann könnte danach auch eine Biogasanlage bauen. Diese würde dann ein geplantes Wohngebiet verhindern, befürchtete etwa Rat Michael Schrodi (CSU).

Stadtbaumeister Burkhard Günther stelle den Bauantrag vor: Die Halle soll oberhalb des Schützenheimes auf einer Fläche von 250 Quadratmetern entstehen, daneben will der Landwirt eine Güllegrube mit 20 Metern Durchmesser errichten. Günthers Wertung: Nicht schön, aber genehmigungsfähig. "Es ist schade, wenn so etwas im Außenbereich entsteht. Aber Landwirte sind in diesen Gebieten privilegiert und dürfen dort bauen."

Rat Schrodi stieß der Bauantrag sauer auf. Er vermutete weitergehende Absichten des Landwirtes: "Es ist doch klar, was hier stattfindet. Zuerst ein Stadel, dann Gülle und in einem halben Jahr steht da eine Biogasanlage." Er hielt die Stelle für ungeeignet: Die Anlage könne einem angedachten Wohngebiet im Weg stehen. Schrodi brachte das Projekt in Hegelhofen mit dem Angebot eines anderen Landwirtes in Verbindung, einige städtische Gebäude mit Energie aus Biogas zu versorgen. Er rückte den Antragsteller für Hegelhofen in die Nähe des Anbieters: "Wenn wir das Schwimmbad mit Biogas heizen, dann wird er die Anlage in Hegelhofen wohl nicht bauen."

Stadtbaumeister Günther erwiderte, die Verwaltung beschäftige sich nach wie vor mit dem Thema Biogas für städtische Gebäude: "Wir wollen aber nicht zusagen, nur um eine andere Sache zu verhindern." Zudem lägen auch andere Angebote vor. Schrodi warnte vor der Strategie, sich alle Türen offen halten zu wollen: "Wenn ein Windstoß kommt, dann sind alle zu." Er forderte einen Ortstermin ein, der bereits versprochen worden sei: "Bis jetzt ist noch nichts passiert." Bürgermeister Dr. Wolfgang Fendt versuchte, zu beschwichtigen - ein Termin stehe bereits fest.

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Geiger: In Sachen Biogas die "Hosen herunter lassen"

Rat Hermann Geiger (SPD) forderte, in Sachen Biogas für städtische Einrichtungen die "Hosen herunter zu lassen". Man müsse signalisieren, ob sich etwas tue oder nicht. Er plädierte aber dafür, das Vorhaben in Hegelhofen mit Hinblick auf das Wohngebiet zu verhindern: "Es ist die einzige Entwicklungsachse, die die Stadt auf absehbare Zeit hat." Bürgermeister Fendt wandte ein, diese Idee sei zwar gut, komme aber zehn bis 15 Jahre zu spät. Schließlich habe man auch eine Schießanlage genehmigt. Rat Johannes Amann (WÜW) bedauerte, dass der Landwirt offenbar nicht mit offenen Karten spiele. "Übers Ohr hauen lassen will ich mich nicht." Fendt sagte, dies dürfe man so nicht sehen. Der Antragsteller habe einen Rechtsanspruch auf den Bau von Halle und Grube: "Es sind legale Mittel und damit fertig." Allein das Landwirtschaftsamt könne einschreiten.

Es mache keinen Sinn, jetzt über eine Versorgung der städtischen Gebäude mit Biogas abzustimmen, so Fendt weiter. Die Angebote dazu sollen dem Stadtrat nach der Sommerpause vorgelegt werden. Die Räte stimmten dem Bauantrag des Landwirts schließlich zu.

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