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Fachtagung

13.03.2012

Wenn das Internet süchtig macht

Experten erarbeiten Leitfaden für Eltern betroffener Jugendlicher

Ulm/Alb-Donau-Kreis Die Onlinesucht ist in der Region auf dem Vormarsch. Diese Erfahrung hat Frank Riethdorf, Leiter der Beratungsstelle der Drogenhilfe Ulm/Alb-Donau, gemacht. Sein Einrichtung ist oftmals die erste Anlaufstelle für besorgte Eltern: „Vor zwei Jahren hatten wir die ersten Fälle, und bis heute steigt die Zahl stetig“, sagte Riethdorf am Rande einer Fachtagung im Landratsamt in Ulm.

In Deutschland gibt es laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung bis zu 2,8 Millionen Menschen, die dieser Sucht verfallen sind. Um Eltern von Betroffenen aus der Region einen Leitfaden an die Hand zu geben, wo und wie sie bei einer Onlinesucht ihres Kindes Hilfe erhalten, hat die Techniker Krankenkasse zusammen mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverbandes das Projekt „Medien vernünftig nutzen“ ins Leben gerufen. Daraus soll eine Broschüre entstehen, die Anlaufstellen in der Region nennt und Antworten auf verschiedene Fragen Rund um das Thema bietet.

Nicht nur Kinder und Jugendliche sind betroffen. „Die Sucht kann in jedem Alter auftreten, jedoch sind Jugendliche stärker bedroht“, sagt Dr. Gottfried Maria Barth, Arzt bei der Spezialambulanz für Computerspiel und Internetsucht der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Uniklinikum Tübingen. Jugendliche hätten noch keine stark ausgeprägte Selbstkontrolle und könnten sich so schwerer auf wichtige Sachen konzentrieren.

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Wie immer: alles in Maßen

Für Frank Riethdorf ist freilich nicht jeglicher Umgang mit dem Computer schädlich: „Solange alles in Maßen gemacht wird, sagt auch keiner was dagegen. Erst, wenn man sich dadurch aus dem sozialen Leben zurückzieht, besteht Handlungsbedarf.“

Dabei sollte laut Riethdorf aber kein „kalter Entzug“ gemacht und der Umgang mit dem Computer verboten werden. Vielmehr gehe es darum, den Konsum zu verringern und andere Interessen des Süchtigen zu wecken.

Bei der Onlinesucht lässt sich ebenso wie bei anderen Abhängigkeiten schwer der genaue Zeitpunkt definieren, ab wann die Nutzung zur Sucht wird. Es gelten dieselben Symptome. Anzeichen für eine Sucht liegen nach Dr. Barth vor, wenn der Konsum des Internets immer mehr zunimmt, die sozialen Kontakte und das Umfeld vernachlässigt werden und der Betroffene den übermäßigen Konsum verleugnet. (ori)

Kontakt: Informationen auch im Internet unter www.mediennetz-ulm.de

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