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24.10.2009

Wieland-Werke motivieren Azubis zu "Kunst im Ersten"

Vöhringen/Ulm Man nehme zwei gleichförmige Tabletts, klebe sie aneinander, füge einen schmalen Steg an, versieht diesen am Ende mit einem Gleitelement, ziehe Saiten über das Ganze - fertig ist das Kunstobjekt "Gitarre." Die Wieland-Werke haben erneut ihr Projekt "Kunst im Ersten" aufgelegt. 53 Azubis aus Vöhringen und Ulm haben teilgenommen und erstaunlich viel Kreativität walten lassen. Zu sehen sind die Schöpfungen aus recycelbarem Material in der Ulmer Werkskantine.

Phantaklang

"Phantaklang" nennt der Ulmer Künstler Hermann Geyer, der nun schon seit Jahren die Kunstprojekte begleitet, die neue Aktion. Den Fantasienamen zu entschlüsseln ist ganz einfach. "Gefragt sind Fantasie und Klangwelten", sagt der Leiter für Aus- und Weiterbildung Dr. Hartmut Breß.

"Diese Kunstprojekte sind seit Jahren fester Bestandteil unseres Ausbildungskonzeptes", betont Breß. Wieland sehe darin einen Erziehungsauftrag. Und das werde auch so bleiben, "denn trotz Kurzarbeit im Unternehmen werden keine Abstriche bei der Ausbildung gemacht." Laut Breß begannen am 1. September dieses Jahres 60 junge Leute ihre Ausbildung bei den Wieland-Werken, mit den Studierenden kommt man sogar auf 72 Jugendliche. "Das ist ein hohes Niveau." Dr. Breß betont, dass die Unternehmensstrategie langfristig und auf Nachhaltigkeit angelegt sei.

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Vielfältige Aufgabenstellung

Ein Rundgang durch die Kantine macht dann offenbar, wie vielfältig die Aufgabenstellung angegangen wurde. Da gibt es ein Vierklang-Glockenspiel, selbstredend wie die übrigen Objekte auch alle aus Wieland-Werkstoffen, ein Windspiel, gefertigt aus einem Kegelrad und Messingrohren oder gar den "Regenmacher." Das ist ein glänzendes, hübsch verziertes Rohr.

Je nachdem wie man es dreht, fließen über eine innen eingebaute Miniwendeltreppe kleine Metallelemente nach unten und erzeugen das Geräusch eines heftigen Regengusses. Ein ganz besonderer Gag ist ein Instrumentarium, das aus einem außen berippten Kupferrohr besteht. Von oben läuft eine Metallkugel spiralförmig abwärts, trifft dann auf eine weitere Metallkugel, die ihrerseits einen Mechanismus auslöst, der eine Art Becken zu Klingen und Vibrieren bringt. Aber neben der Kreativität der jungen Männer kann sich die der Damen auch sehen lassen. Zwei haben ein Objekt hergestellt, das unschwer als zusammenhängende Noten zu erkennen ist. Feine Saiten von einer Note zu anderen gespannt ergeben einen zarten Klang.

Mit betreut werden die Arbeiten vom Leiter der Lehrwerkstatt, Helmut Buchenscheit.

Seit 2001

Seit 2001 werden diese Kunstprojekte durchgeführt. Und immer wieder gab es Erstaunliches zu sehen.

Ob großformatige Grafiken, die seit Jahren das Treppenhaus in der Lehrwerkstatt in Vöhringen zieren, oder "Leben am Faden" oder gar "Wieland-Gewächse", die bei der Landesgartenschau in Neu-Ulm zu bewundern waren - an Kreativität fehlt es jungen Leuten jedenfalls nicht. Und das schöpft Wieland mit Erfolg aus.

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