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Senden

11.04.2019

Wirtschaftsschule in Senden wächst wieder

Mehr Schüler besuchen die Wirtschaftsschule in Senden.

Die Zahl der Schüler nimmt spürbar zu, was auch an einem bayernweiten Pilotprojekt liegt. Wann kommt die fünfte Jahrgangsstufe?

Es geht weiter aufwärts mit der Sendener Wirtschaftsschule (Wiss), das einstige Sorgenkind der Bildungslandschaft im Kreis legt wieder zu. Das hat einen Grund: Seit dem Schuljahr 2017/18 gibt es dort im Rahmen eines bayernweiten Versuchs auch eine sechste Jahrgangsstufe. Nun sollte so schnell wie möglich eine fünfte folgen, das meinen nicht nur die Stadträte, auch im Schul-, Kultur-, Sport- und Stiftungsausschuss des Landkreises wurde die Forderung laut. Doch ganz so schnell geht es nicht, Landrat Thorsten Freudenberger musste da auf die Bremse treten.

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Bevor die Wiss an dem Schulversuch teilnehmen durfte – dafür hatte sie lange gekämpft – wurden dort zuletzt gerade mal 132 Buben und Mädchen unterrichtet. Ein dramatischer Tiefstand. Doch mittlerweile liegt die Schülerzahl bei 154, mit deutlicher Tendenz nach oben. Leiterin Helga Grabinger macht sich langfristig um den Schülernachwuchs keine Sorgen mehr, wenn sie auf die rege Nachfrage nach Kita-Plätzen schaut. Auch die zuständige Abteilung im Landratsamt gibt sich zuversichtlich, dass demnächst 180 Buben und Mädchen die Wiss besuchen werden.

Bayernweiter Pilotversuch war erfolgreich

Landrat Thorsten Freudenberger (CSU) sprach im Ausschuss von einer „florierenden Schule mit steigenden Zahlen“. Dazu habe der bayernweite Pilotversuch beigetragen: „Da freuen wir uns mit.“ Der Wunsch, die Wirtschaftsschule bereits mit der fünften Jahrgangsstufe beginnen zu lassen, soll aus seiner Sicht „wohlwollend betrachtet“ werden. Das wiederum freut die Leiterin Helga Grabinger, wie sie nach der Sitzung zu unserer Redaktion sagte. Allerdings wird es damit wohl nicht so schnell gehen, denn das Verfahren liegt in der Hand des Kultusministeriums.

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Gabriele Rzehak-Wartha (Grüne) hatte darauf gedrungen, der Kreis solle sich für die fünfte Klasse stark machen. Sie empfindet es als Hemmschuh, wenn Grundschulabsolventen erst noch ein Jahr lang auf eine andere Schule gehen müssen, bevor sie in die sechste Klasse der Wirtschaftsschule einsteigen können. „Die fünfte Klasse würde das Profil stärken.“

Hören, was die Realschulen sagen

Der Landrat bat um Geduld. Er hält die fünfte Jahrgangsstufe zwar für „grundsätzlich denkbar“, aber es gebe noch keine entsprechenden Signale aus dem Kultusministerium. Deshalb sollte der Landkreis jetzt nicht zu schnell sein mit seinen Wünschen: „Wir müssen Schritt für Schritt gehen.“ Zunächst solle darüber nicht nur mit den Kreistagsfraktionen, sondern auch mit anderen Schulen gesprochen werden. „Ich will wissen, was die Realschulen sagen“, so Freudenberger.

Zunächst wollte die Stadt Senden angesichts des Schülerschwunds die Wiss in eine Realschule umwandeln lassen. Doch diese Pläne wurden angesichts der guten Entwicklung vergangene Woche vom Stadtrat wieder begraben. Sie waren zudem umstritten, denn eine Sendener Realschule wäre wohl zulasten der nächstgelegenen Realschulen in Neu-Ulm, Weißenhorn und Vöhringen gegangen. Wolfgang Ostermann (SPD) nannte es einen guten Schritt’“, dass die Stadt von ihren Plänen Abstand genommen hat.

Mehr zur Wirtschaftsschule lesen Sie hier:

Senden: Pläne für Realschule sind vom Tisch

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