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Faustball

06.03.2018

Faustball-DM: Freuen sich die Falschen?

Liegen sich nach dem Finale in den Armen: die Gewinnerinnen des TSV Dennach (pinke Trikots) und die Spielerinnen aus Eibach. Mit deren Verhalten während der Saison war der SV Tannheim nicht zufrieden.
Bild: Stefan Kuemmritz

Der TSV Dennach gewinnt die deutsche Faustballmeisterschaft In Illertissen. Zweiter wird Eibach, das sich mit einer zweifelhaften Aktion qualifiziert hat.

Die Faustball-Spielerinnen des TSV Dennach waren überglücklich, hatten sie doch gerade in der Illertisser Vöhlinhalle den deutschen Meistertitel gewonnen. Die Spielerinnen des TV Eibach jubelten ebenfalls lautstark am Sonntagnachmittag, obwohl sie just das Finale gegen Dennach, wie gestern schon kurz berichtet, mit 0:3 verloren hatten. Das junge Team aus dem Nürnberger Vorort Eibach war erstmals bei einer DM-Endrunde dabei und sicherte sich auf Anhieb Rang zwei, was sie zu lautstarken „Vizemeister, Vizemeister“-Gesängen veranlasste. Der die Endrunde zusammen mit dem TSV Illertissen ausrichtende SV Tannheim spielte nicht mit, erwies sich aber als hervorragender Gastgeber für die insgesamt sechs teilnehmenden Teams, die besten drei aus der Bundesliga-Südgruppe und die stärksten drei aus der Nordgruppe.

Trotzdem war die Laune der SVT-Verantwortlichen getrübt, denn eigentlich darf der Ausrichter der Titelkämpfe von Natur aus an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft teilnehmen – vorausgesetzt, er gehört der Bundesliga an. Der SV Tannheim jedoch muss in dieser Saison aus der höchsten deutschen Spielklasse absteigen. Runter muss er, weil der TV Eibach sein letztes Bundesligaspiel ganz offensichtlich mit Absicht daheim gegen den Tannheimer Konkurrenten TV Obernhausen verloren hat. Die Eibacherinnen wollten unbedingt bei der DM-Endrunde in Illertissen dabei sein. Das konnten sie aber nur, wenn Tannheim absteigt, und dafür haben sie gesorgt.

TSV Dennach gewinnt deutsche Faustballmeisterschaft

Der SVT rutschte hinter Obernhausen auf den vorletzten Tabellenplatz zurück, war zum Abstieg verdammt und verlor sein Teilnahmerecht an der DM-Endrunde an den TV Eibach, der sich nun die Vizemeisterschaft sicherte. „Das ist schon eine groteske Situation“, zeigte sich Tobias Kohler, der Tannheimer Cheforganisator der Veranstaltung am vergangenen Wochenende, verstimmt. „Unser Fehlen hier hat uns auch eine Menge Zuschauer gekostet. Statt der insgesamt 700 wären sicher 800 oder 900 Leute gekommen.“ Immerhin war aus Brettorf bei Oldenburg ein Bus mit 50 Fans gekommen, die ihren Verein in Illertissen unterstützten. Kohler standen bei der Organisation seine Schwester Franziska und der Faustball-Abteilungsleiter des TSV Illertissen, Markus Mayer, tatkräftig zur Seite.

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Auch dem Präsidenten des deutschen Faustball-Verbands, Ulrich Meiners, ist bewusst, was da in der Bundesliga-Südgruppe gelaufen ist. Er macht dem Team aus Tannheim nahe Memmingen Mut: „Die Vöhlinhalle ist für Faustball optimal geeignet und der SV Tannheim hat die Endrunde mit seiner tollen, jungen Crew mit viel Akribie und Herzlichkeit organisiert, obwohl sein Team nicht mit von der Partie sein konnte. Wir müssen unbedingt das Regelwerk ändern. Der SV Tannheim darf nicht doppelt bestraft bleiben.“ Meiners versprach am Sonntag, bei der Deutschen Faustball-Liga den Antrag zu stellen, dass der SV Tannheim in der kommenden Hallensaison mit einem Sonderstartrecht in der Bundesliga Gruppe Süd antreten darf. Die Gruppe würde dann von neun auf zehn Teams aufgestockt.

Präsident des deutschen Faustball-Verbands ist zufrieden

Bei allem Verdruss über das Verhalten des TV Eibach muss aber gesagt werden, dass dessen blutjunges Team in Illertissen großartig auftrat. Im Gruppenspiel am Samstag hatten die Eibacherinnen sogar den klar favorisierten amtierenden Europapokalsieger aus dem Nordschwarzwald, TSV Dennach, mit 3:2 geschlagen, was ihnen den Einzug ins Halbfinale bescherte. Dennach zog seine Lehren aus der Auftaktniederlage gegen Eibach und gewann das Endspiel sicher mit 3:0 (14:12, 11:4, 11:8).

Ulrich Meiners war mit dem Niveau der Spiele zufrieden: „Es entsprach der Spitze des deutschen Frauenfaustballs. Dafür haben natürlich auch die insgesamt sechs hier angetretenen Nationalspielerinnen, die mit dem deutschen Team vergangenes Jahr Europameister wurden, gesorgt.“

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