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Rennertshofen

14.05.2018

Am Flutpolder rollen wieder die Bagger

Nach Ende der Winterpause wird am Auslassbauwerk des Flutpolders Riedensheim zu Füßen des Finkensteins wieder gearbeitet.
Bild: Manfred Dittenhofer

Auf der Baustelle bei Riedensheim geht es voran. Am Fuße des Finkensteins wird am Auslassbauwerk gebaut und ab August ein Trenndamm zum Fluss errichtet.

Nachdem während der Wintermonate der Betrieb auf der Baustelle still stand, tut sich seit vergangener Woche wieder etwas auf der Baustelle des Flutpolders Riedensheim. Stromabwärts Richtung Bittenbrunn wird am Auslassbauwerk des ersten bayerischen Donaupolders gebaut.

Das Einlassbauwerk stromaufwärts bei Stepperg steht bereits. Am Fuße des Finkensteins ist inzwischen großes Baugerät aufgefahren, berichtet Holger Pharion, Abteilungsleiter am Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt. Derzeit werden dort die Spunde vorgebohrt, damit die Spundwände eingesetzt werden können. Die Gründung dauert bis Juni, ab September werden die Stahlwasserbauteile montiert, auf denen einmal das Betriebsgebäude stehen wird. Die Arbeiten an diesem Bauwerk werden sich bis in den Herbst ziehen, skizziert Pharion den weiteren Zeitplan. Zur Abtrennung der Donau wird ab August ein Trenndamm errichtet, der das Poldergebiet vom Strom abschließt. Das Bauwerk wird als „Kastenquerschnitt“ ausgebildet und besteht aus einem Bohrpfahl- und einer Spundwand mit aufgesetzten Kopfbalken, die über Stahlbetonquerriegel miteinander verbunden werden. Über das Trennbauwerk wird der Dammkronenweg fortgeführt. Diese Arbeiten werden etwa ein Jahr dauern, so Pharion weiter.

Das geplante Stauziel des Polders beträgt 387,50 Meter über Normalnull (müNN). Damit steht einmal ein Volumen von rund 8,1 Millionen Kubikmeter zur Verfügung. Das Becken wird dabei innerhalb eines Tages geflutet und in etwa dreieinhalb Tagen wieder entleert. Das Gelände ist dabei auf einer Fläche von 220 Hektar bis zu fünf Meter eingestaut. Bei einer gezielten Steuerung des Polders kann der Scheitelabfluss von 2200 m³/s bei der vorgegebenen Welle um 165 m³/s reduziert werden. Das entspricht einer Scheitelabflussreduzierung in der Donau von 7,5 Prozent. Diese Reduzierung bewirkt im Bereich des Einleitungsbauwerks eine Absenkung des Donaupegels um bis zu 35 Zentimeter. Laut Angaben des Wasserwirtschaftsamtes zeigen Berechnungen, dass sich diese Absenkung auch stromaufwärts um bis zu 15 Zentimeter bemerkbar machen wird.

Bereits im April waren zwei Anwesen am südlichen Ortsrand von Riedensheim gefallen. Das Wasserwirtschaftsamt hatte die beiden Gebäudeensemble von den inzwischen verstorbenen Eigentümern gekauft, weil die Höfe bei einer Flutung des Polders unter Wasser gestanden wären. Bis auf den Bauschutt, der dieser Tage abgefahren wird, sind die Überreste komplett verschwunden. Im Zuge der laufenden Bauarbeiten muss zudem die Riedensheimer Kläranlage aufgelöst werden. Derzeit laufen die Planungen für die Trassenführung einer Druckleitung, in der das Abwasser in die Kläranlage in Stepperg gepumpt wird. Verlegt wird außerdem eine Stromleitung von Stepperg und Riedensheim zu den Funktionsgebäuden des Polders.

Ende 2019, schätzt Holger Pharion, sind die Arbeiten am Auslasswerk abgeschlossen. 2020 kann die Riesenwanne dann ihrer Bestimmung übergeben werden. Im Frühjahr 2020, rechtzeitig zur neuen Saison, soll auch der wegen der Bauarbeiten verlegte und mittlerweile neu angelegte Donauradweg wieder befahrbar sein. Bei der Kostenschätzung liege man im Soll, betont der zuständige Abteilungsleiter. Die gesamte Maßnahme ist auf 35 Millionen Euro veranschlagt.

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