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05.07.2010

Ausgegliederter Rieter-Betrieb vor dem Aus?

Ingolstadt Die IG Metall Ingolstadt sorgt sich um die 120 Arbeitsplätze bei BO-Systems.

Im April 2006 wurde die Rieter AG Ingolstadt in vier selbständige Gesellschaften aufgegliedert. Die Rieter-Zentrale in der Schweiz hatte verkündet, alle vier Gesellschaften werden sich "dem Markt öffnen" um mit zusätzlichen Produkten den Standort und die Arbeitsplätze in den vier Betrieben zu sichern. Heute sorgt sich die IG Metall um den Fortbestand. Trotz massiver Einbußen der Belegschaft habe das Unternehmen kaum mehr finanzielle Mittel. Jetzt solle die Belegschaft noch einmal verzichten. Darüber hinaus würden einigen Mitarbeitern in Schlüsselpositionen neue Arbeitsverträge angeboten, so Erster Bevollmächtigter Johann Horn jetzt in einer Pressemitteilung seiner Gewerkschaft.

Eine von Rieter ausgegliederte Gesellschafte ist die BO Systems, die mit etwa 120 Beschäftigten aus veredelten Blechen Baugruppen unter anderem für Rieter und Siemens herstellt.

Zunächst lief es ganz gut. Die BO Systems hatte mit ihren Produkten und den Fähigkeiten der Belegschaft eine gute Ausgangsposition. Die Beschäftigten unterstützen den neuen Marktauftritt mit dem Verzicht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld und einer Verlängerung der Arbeitszeit auf 38,5 Stunden ohne Lohnausgleich. Darüber hinaus wurde die Leistungszulage um acht Prozent gekürzt und die Tarifentgelte seit 2007 nicht erhöht.

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Am 1. Oktober 2008 erfolgte der Verkauf der BO-Systems GmbH und Co. KG an einen Finanzinvestor mit Sitz in der Schweiz, die Swiss Global Investment Group (SGI Group). Wie der IG Metall jetzt bekannt wurde, übertrug der neue Eigentümer Maschinen von BO an eine Holding mit Sitz in der Schweiz. Nach Auskunft der Geschäftsführung, wurde ein Teil der Maschinen nun verkauft. Gerüchten zu Folge kam der Erlös aus dem Verkauf bis jetzt nicht bei BO-Systems an. Seit vergangener Woche werden Mitarbeitern neue Arbeitsverträge angeboten. Das Unternehmen verlangt von den Betroffenen Stillschweigen über Inhalte.

Jetzt fordert die Geschäftsführung einen weiteren Lohnverzicht in Höhe von 6,5 Prozent um, so das Unternehmen, "eine Insolvenz zu verhindern". "Ich weiß nicht was schlimmer ist: Die Vermutung, dem neuen Finanzinvestor als Eigentümer fehlt die Fähigkeit ein solches Unternehmen erfolgreich zu führen, oder er will es gar nicht", so Horn.

Für Ingolstadt wäre das Aus von BO Systems ein harter Schlag. Schließlich ist RIETER der Nachfolgebetrieb der Deutschen Spinnereimaschinenbau Aktiengesellschaft Ingolstadt (Despag). Mit dem Unternehmen wurde 1925 das Industriezeitalter in der Region eingeleitet. (nr/haju/

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