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Gemeinderat

23.05.2013

BOS-Testphase: Burgheim ist jetzt doch mit dabei

Wie funktioniert der digitale Behördenfunk in der Praxis? Auch die Feuerwehren der Marktgemeinde Burgheim können das ab Oktober erproben.

Die Feuerwehren sollen die Chance haben, die neue Technik zu probieren

Burgheim Die acht Feuerwehren der Kerngemeinde Burgheim und der Ortsteile (Dezenacker-Längloh, Illdorf, Kunding, Leidling, Ortlfing-Biding, Straß-Moos, Wengen-Eschling) dürfen nun doch am BOS-Probefunk teilnehmen. Zu dieser Entscheidung hat sich der Gemeinderat jetzt durchgerungen. Er tat das entgegen früherer Beschlüsse und seiner mehrheitlichen Überzeugung, einzig um den Floriansjüngern die Chance nicht zu verbauen, sich mit der neuen Technik vertraut zu machen. Denn die wird kommen.

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Antrag der Kommandanten

Die Kommandanten hatten per schriftlichem Antrag diese Teilnahme gefordert, da gerade die Testphase „den nicht ganz einfachen Umstieg von den analogen Geräten auf das neue Zeitalter des Digitalfunks“ erleichtere. Zumal es im Gemeindegebiet etliche Funkschatten gibt, in denen analog gar nicht gesendet werden kann.

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Nach wie vor aber existieren in den Reihen der Räte erhebliche Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit der Tetrafunk-Strahlen, die die Masten – und speziell der „Am Oberschlag“ – ab Oktober aussenden werden. Darauf wies Gemeinderat und Allgemeinmediziner Dr. Johannes Hieber hin – auch aus ärztlicher Sicht. Er stimmte deshalb gegen den Probebetrieb und mochte sich zudem als Demokrat „nicht dem Diktat von oben“ beugen. „Man kann nicht nur auf Druck von oben reagieren.“

„Stillstand bedeutet Rückschritt“

„Wir können die Augen nicht vor der Wirklichkeit verschließen“, nahm Zweiter Bürgermeister Hans Dußmann als Befürworter der Testphase Stellung. „Der BOS-Funk strahlt, ob wir wollen oder nicht.“ Stefan Brendle unterstützte diese Haltung: „Wir können nichts ändern. Stillstand bedeutet Rückschritt.“ Auch Peter Specht, der zuletzt noch gegen den Probefunk gestimmt hatte, kam jetzt zur Erkenntnis: „Ob nun ein halbes Jahr früher oder später: Der Tetra-Funk kommt, wir können ihn nicht verhindern. Unsere Feuerwehren müssen die Chance haben, sich auf diese Situation einzustellen.“

Manfred Meier empfand es „als unangenehme Sache, gegen die Interessen unserer Bürgerinitiative zu entscheiden“, sah es aber letztlich pragmatisch: „Uns sind die Hände gebunden, die Regierung diktiert uns den BOS-Funk.“ Bekanntlich haben sich Gegner formiert, um sich „für ein gesundes Burgheim“ zu engagieren.

„Der Funkmast steht und er wird auch eingeschaltet“, konstatierte Bürgermeister Albin Kaufmann letztlich. „Es geht bei der Funktionstüchtigkeit unserer Feuerwehren auch um unsere Sicherheit.“

Ein wenig kurios waren dann die Abstimmungsergebnisse: Während der Gemeinderat mit 9:5 Stimmen den ursprünglichen Beschluss gegen den Probebetrieb aufhob, entschied er sich daraufhin mit 10:4 Stimmen für die Teilnahme (Gegenstimmen von Johannes Hieber, Horst Wittmann, Peter Lösch und Gertraud Jester). Und zu guter Letzt beschlossen die Ratsmitglieder mit 11:3 Stimmen, Angebote für die Funkgeräte einzuholen. Bürgermeister Kaufmann schloss schmunzelnd und mit Augenzwinkern: „Wenn wir noch weiter abstimmen, sind wir schließlich alle dafür.“

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