Newsticker
RKI meldet 12.257 Neuinfektionen und 349 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Bauausschuss: Stahlseil über der Donau in Neuburg sorgt für Unmut

Neuburg

29.10.2020

Bauausschuss: Stahlseil über der Donau in Neuburg sorgt für Unmut

An dieser Stelle in Neuburg-Nord soll eine Messanlage mit Kranarm und einem Stahlseil bis zum Nachtberg errichtet werden.
Bild: Winfried Rein

Plus Das Wasserwirtschaftsamt baut über die Donau in Neuburg eine Anlage zum Messen der Fließgeschwindigkeit. Die Stadträte sind nicht begeistert davon. Bei neuen Schrägparkplätzen am Hallenbad sieht das anders aus.

Das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt braucht zum Hochwassermanagement und zur Steuerung des Polders Riedensheim genaue Daten der Donau in Neuburg. Deshalb will die Staatsbehörde beim Pegelhäuschenegelhäuschen am Mühlenweg ein Seil über den Fluss spannen und für 250.000 Euro eine Messanlage bauen. Die Stadtpolitik hat damit aber Probleme.

So haben die Mitglieder des Bauausschusses den Standort erst nach einstündiger Diskussion mit 8:5 Stimmen im Grundsatz genehmigt. Man will kein dauerhaftes Stahlseil über der Donau haben und sorgt sich um den Blick auf die Altstadt.

Die Messanlage an der Elisenbrücke in Neuburg funktioniert nicht mehr

Die Wasserwirtschaftler werden aktiv, weil ihre Messanlage an der Elisenbrücke nicht mehr funktioniert. Die neue Radartechnik habe man 2012 installiert, „aber sie liefert keine zuverlässigen Ergebnisse mehr“, sagt Bauoberrat Holger Pharion. Die Fachbehörde benötigt vor allem den aktuellen Wasserdurchfluss in Kubikmeter pro Sekunde. Ein Mini-Messboot wird mit dem Seil (und Kranarm) quer über die Donau gezogen. Es misst die Strömungsgeschwindigkeit, daraus ergibt sich der Durchfluss.

Bei Niedrigwasser bringt die Donau vielleicht 100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde mit, bei massiven Hochwassern schwillt die Fracht auf 2000 Kubikmeter an. Das „Jahrhunderthochwasser“ 1999 überforderte die Messtechnik, als Abfluss sind damals gewaltige 2400 Kubikmeter pro Sekunde ermittelt worden. Sollte sich ein solches Naturereignis wiederholen, kommt der neue Polder Riedensheim zum Einsatz. Über das Auslasswehr am Antoniberg fließen dann acht Millionen Kubikmeter Donauwasser ins Landschaftsbecken. „Für die Stadt Neuburg kann damit die Welle um 25 bis 30 Zentimeter gekappt werden“, so Holger Pharion, „und um den Polder optimal zu steuern, brauchen wir Informationen über den Abfluss.“

Wird das Stahlseil zum Hindernis für das Neuburger Winterschwimmen?

Stadtrat Peter Ziegler ( CSU) betrachtet ein Stahlseil über der Donau als Hindernis nicht nur für das Winterschwimmen. Das Wasserwirtschaftsamt soll nicht den „sturen Weg gehen“, sondern nach einfachen Lösungen suchen. Sein Vor-Schlag, THW oder Feuerwehr zum Seilspannen einzusetzen, lässt sich aber kaum realisieren. „Wir messen 30- bis 40 Mal im Jahr“, so Hydrologe Ralf Ottmann, da könne man nicht jedes Mal die Einsatzkräfte an-fordern. Das Seil sei hoch genug für Schiffe und andere Gefährte.

Gabriele Kaps (CSU) will „das Ensemble Altstadt schützen.“ Andere Mandatsträger schlugen vor, die Messanlage in den geplanten Fußgänger- und Radlersteg zu integrieren. „Das müsste doch möglich sein“, finden die Fraktionssprecher Alfred Hornung (CSU) und Ralph Bartoschek. Auch die Grünen machen bei dieser Variante mit, denn es sei ein weiterer Grund, „den Steg schnell zu planen und bis Februar einen Standort festzulegen“, so Gerhard Schoder. Der Vorschlag des Grünen-Sprechers, das Thema Messanlage bis dahin zu verschieben, fand aber keine Mehrheit. Norbert Mages (Grüne) hält die Messanlage für vordringlich, „sie ist überlebenswichtig.“ Ein Fußgängersteg im Westen käme kaum am Mühlenweg, sondern eher in Höhe Schilchermühle. Ein solcher Standort wäre für die Messanlage aber ungeeignet, so Hydrologe Ottmann, weil man eine gerade Flussstrecke brauche ohne Verwirbelungen oder Kehren wie an der Brandlbucht.

Carmen Niggemeyer, Chefin des städtischen Tiefbauamtes, forderte schließlich eine klare Entscheidung: „Irgendwann muss man mal einen Punkt finden.“ Das sah auch Oberbürgermeister Bernhard Gmehling so, bezeichnete „Hochwassersicherheit wichtiger als die Stadtansicht“ und sprach sich für die Standortgenehmigung aus. Das Wasserwirtschaftsamt kann jetzt planen.

Einstimmiges Votum für Schrägparkplätze am Hallenbad in Neuburg

Einstimmig genehmigte der Bauausschuss auf Vorschlag von Oberbürgermeister Bernhard Gmehling 16 Schrägparkplätze an der Ostseite des neuen Parkhauses am Hallenbad. Davon werden gebührenfrei je sechs der Grund- und Mittelschule sowie vier Plätze dem Brandström-Kindergarten zugewiesen. Die Leiterinnen sollen den Berechtigten Ausweise ausstellen. Das Gros der Lehrerschaft und Erzieherinnen könne zum vergünstigten Jahrestarif von 300 (statt 600) Euro das Parkdeck benutzen.

Für neun weitere Parkplätze am Bürgerhaus Schwalbanger werden 40.000 Euro locker gemacht. Dazu wird die Zufahrt auf sechs Meter Breite bei Erhalt der dortigen Bäume erweitert. Mieter der Hochhäuser haben sich bereits für Parkflächen beworben und in eine Warteliste eintragen lassen.

Lesen Sie dazu auch:

Guter Start für das neue Parkdeck

Corona: So wirkt sich Lockdown auf Neuburg und die Region aus

Der Sport in Corona-Zeiten: Pause im November – und danach?

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren