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Neuburg

09.05.2019

Blutspender: Dank an die stillen Retter

Bei der Dankeschönveranstaltung wurden treue Blutspender ausgezeichnet. 
Bild: Xaver Habermeier

Sie spenden regelmäßig Blut und helfen so ohne Aufsehen zu erregen. So steht der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen im Vergleich da.

Als Feuerwehrler sieht er viele Notfälle, bei denen Blutspenden Leben rettet, und deswegen spendet der ehemalige Stadtbrandinspekteur Roland Neumann seit über 40 Jahren Blut aus voller Überzeugung. Auch wenn der 72-Jährige wegen seines Alters heuer damit aufhören muss, so brachte er es mit dem 125. Mal auf eine stattliche Zahl.

Mit seiner Bereitschaft, anderen zu helfen, ist er nicht allein. Der Kreisverband Neuburg-Schrobenhausen des Roten Kreuzes verzeichnete im vergangenen Jahr Blutspenden. All die freiwilligen Frauen und Männer, die 50, 75, 100 oder 125 Mal beim Aderlass dabei waren, wurden bei einer Feierstunde im Neuburger Renaissanceschloss ausgezeichnet. Außerdem geehrt wurden 120 Fördermitglieder für ihre 40- und 50-jährige Treue zum BRK.

Feierstunde für die Blutspender in Neuburg

Der BRK-Kreisvorsitzende, Oberbürgermeister Bernhard Gmehing, nannte die Rotkreuzmitglieder und Blutspender Lebensretter. Lebensretter der stillen, unspektakulären Art, weil sie nicht mit Heldentaten von sich reden machen, durch ihr Handeln aber Gutes bewirken. „Einen Ertrinkenden aus dem Wasser zu ziehen oder einem Ohnmächtigen aus einem brennenden Haus zu schleppen, das ist dramatisch, das ist Aufsehen erregend“, sagte Gmehling. Aber einfach regelmäßig zur BRK-Blutspende zu gehen oder über Jahre und Jahrzehnte hinweg Rotkreuzmitglied zu sein und den Mitgliedsbeitrag zu entrichten, das gibt keine Schlagzeile her. Das Aufsehen wollen viele auch nicht. So auch Roland Neumann, denn Blutspenden ist für ihn eine Selbstverständlichkeit.

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Das BRK freut sich über Erstspender Hauptfeldwebel Mireen Weinert beim Blutspendetermin Kaserne.
Bild: Xaver Habermeier

Etwa 80 Prozent aller Deutschen benötigen einmal in ihrem Leben Blut oder Blutplasma hergestellte Medikamente. Allein in Bayern sind 2100 Blutspenden pro Tag erforderlich, um den täglichen Bedarf zu decken. Bei 49 Terminen erbrachten im Berichtszeitraum 2018 die Bürger des Landkreises 5969 Blutspenden. Im Vergleich dazu waren es 2017 noch 6758 Blutspenden (9,13 Prozent). Aber mit einem 8,75 prozentiger Anteil der Bevölkerung in 2018 belegt der Kreisverband den 16. Rang in Bayern und sogar den zweiten Platz in Oberbayern.

Mit Blick auf den bundesweiten Schnitt von 3,8 Prozent ist der Kreisvorsitzende stolz auf die Landkreisbewohner. Zu dieser Leistung mit beigetragen haben viele ehrenamtliche Helfer. Der Redner verwies im Report 2018 auf 2000 ehrenamtliche Stunden im Bereich der Blutspende und über 62000 Helferstunden in allen Rotkreuzbereichen des Kreisverbandes. „Würde man all die Leistungen bezahlen müssen, so käme eine Summe von 1,5 Millionen Euro zusammen und wir wären pleite“, sagte Gmehling. 11.312 Rotkreuzmitglieder gibt es in unserem Landkreis, in dem rund 95000 Einwohner leben. „Dank ihrer Treue zählt unser Kreisverband zu den ganz großen“.

Fast 6000 Blutspenden im vergangenen Jahr im Landkreis

Mit einer kleinen Tat, sich ein bisschen Blut abnehmen zu lassen und dafür eine knappe Stunde Zeit aufzuwenden, lasse sich eine unfehlbar große Wirkung erzielen: „Blut, das ein kleines verletztes Kind braucht, das gibt es nicht im World Wide Web und Blut, das ein Frischoperierter dringend benötigt, kann man nicht schnell in der Apotheke besorgen.“ Denn Blut bilden kann nur unser Körper selbst und Blutspenden schadet dem Organismus nicht, weil er die gespendete Menge schnell wieder ausgleicht.

Organisator Bernhard Pfahler appelliert, dass die treuen Blutspender weitermachen und Erstspender dazukommen. Bei der Dankeschönveranstaltung hatten die Geehrten versprochen, die Botschaft weiter zu tragen. So wie die Bundeswehr vorbildlich für Erstspender wirbt, könnte er sich das auch bei der Feuerwehr oder anderen Vereinen vorstellen.

Geehrt wurden auf der Dankeschönveranstaltung für:

  • 50-maliges Blutspenden: Manfred Appel, Petra Bolzer, Anita Boos, Peter Brinke, Franz-Josef Dietrich, Peter Gottschall, Harald Hufnagl, Wolfgang Kaube, Georg Mayer, Herbert Mesch, Birgit Schaul, Sebastian Schilling, Thomas Steinberger, Tobias Spitz.
  • 75-maliges Blutspenden: Martin Angermayr, Thomas Baur, Susanne Fischer, Michael Hurle, Markus Reissner, Alfred Reith, Klaus Renger, Robert Rupertseder, Norbert Schiele, Richard Strixner, Stefan Wenger.
  • 100-maliges Blutspenden: Roland Angerer, Roland Berger, Manfred Griesser, Peter Kahn, Angelika Riedel, Christian Schreiner, Josef Stichlmayr.
  • 125-maliges Blutspenden: Hubert Diel, Karl-Heinz Humbold, Roland Neumann, Theo Scheuermeyer, Ralf Sonnhueter.
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