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Kirchenführung

29.11.2019

Dem Augen- folgt ein Ohrenschmaus

Über 100 Personen lauschten bei der Kirchenführung in Rennertshofen dem mit viel Detailwissen gespickten Vortrag von Peter Strobl (vorne links).
Bild: Richard Abspacher

Über 100 Personen nahmen an der Kirchenführung in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer teil. Sie erlebten danach noch eine eindrucksvolle Demonstration der Klangfülle der Orgel in der Rennertshofener Kirche

Mit solch einer überwältigenden Resonanz für eine Kirchenführung hatte niemand vom Historischen und Festspielverein Rennertshofen gerechnet. Über 100 Interessierte versammelten sich dazu nämlich am Sonntagnachmittag vor der Pfarrkirche „St. Johannes der Täufer“.

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Vorstandsmitglied Ines Abspacher, die für die Führung den ortsansässigen Referenten Peter Strobl gewinnen konnte und zweiter Vorstand Graf Guy von Moy, der den weit über die Grenzen Eichstätts hinaus bekannten Organisten Rudolf Pscherer für ein Orgelkonzert nach der Führung engagierte, waren ob des Zuspruchs genau so angetan, wie Vorstand Alfred Bircks, der die Besucher begrüßte.

Zunächst berichtete Peter Strobl, noch außerhalb der Kirche, dass dieses wunderschöne Gotteshaus im Jahre 1702 erbaut und im Jahre 1719 eingeweiht werden konnte. Der Kirchturm stamme, was den unteren Teil betreffe, sogar aus dem 14. Jahrhundert. Danach begab man sich ins Innere der Pfarrkirche „Johannes der Täufer“, das wahre Schätze beherbergt. Auf dem zehn mal 13 Meter großen Deckengemälde, das von Carl Conrad Prauneck im Jahre 1737 geschaffen wurde, schwebt Gott Vater im weißen Gewande als Zeichen des Überirdischen in der zentralen Szene, in der die Heimsuchung Mariens dargestellt wird. Wie Peter Strobl erläuterte, sind in den Ecken die damals bekannten vier Erdteile Europa, Asien, Afrika und Amerika dargestellt, nicht als geografische Gebilde, sondern symbolisch als Personen. Ebenso sind Szenen aus dem Leben des Heiligen Johannes des Täufers dargestellt.

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Weitere Bilder an den Seiten des Kirchenschiffes, hat ebenfalls der Rennertshofener Maler Carl Conrad Prauneck gestaltet, nach dem auch die Prauneckgasse direkt neben der Kirche benannt ist. An der Decke im Altarraum malte der Künstler das ehemalige Rennertshofen, inklusive Marktmauer und dem damals noch existierenden Schlösschen. Auch auf die auffällig vielen und vergoldeten Statuen an den Seitenaltären, die allesamt Heilige verkörpern, ging Peter Strobl detailliert ein. „Das Gold“, so der Referent, „symbolisiert die Überhöhung und die Nähe zu Gott.“

Nach dem Augenschmaus der Führung erlebten die Teilnehmer noch einen besonderen Ohrenschmaus. Der Organist Rudolf Pscherer, ehemaliger musikalischer Lehrbeauftragter der Universität Eichstätt, intonierte Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Domenico Scarlatti und Johann Sebastian Bach und demonstrierte, welche Klangfülle die Orgel in der Rennertshofener Pfarrkirche zu bieten hat.

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