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Energie in Neuburg

04.08.2020

Deshalb saniert das Bayernwerk 42 Strommasten

42 Standorte der 110-KV-Leitung zwischen Neuburg und Ingolstadt lässt das Bayernwerk sanieren.
Bild: Winfried Rein

Plus Allein die 110-Kilovolt-Leitung zwischen Neuburg und Ingolstadt kostet 2,2 Millionen Euro. Es wurden neue Fundamente gesetzt und anspruchsvolle Höhenarbeit geleistet.

Sie flexen und schrauben in 30 Metern Höhe und betonieren am Boden mit Tonnen von Baustahl. Die Trupps der österreichischen Firma Europten bringen die Strommasten der 110-Kilovolt-Leitung zwischen Neuburg und Ingolstadt-Etting auf zeitgemäßen Stand. Das ist auch notwendig, denn etliche der Gittermasten sind bereits 60 Jahre alt.

42 ausgewählte Masten lässt das Bayernwerk sanieren

„Zeit für eine Sanierung“, findet auch Siegfried Grobauer. Der Bauleiter ist im Hotel am Fluss einquartiert und fährt regelmäßig seine Baustellen an. Die 110.000-Volt-Leitung des Bayernwerks kommt aus Richtung Aichach/ Schrobenhausen, führt zum Neuburger Umspannwerk am Donauwörther Berg, überquert am Brandl die Donau, vorbei an der Schilchermühle und geht zwischen Laisacker und Hessellohe bergaufwärts und weiter Richtung Unterstall und Ingolstadt.

Höhenangst kennen die Facharbeiter im Leitungsbau nicht, sie müssen oft 30 Meter und höher hinauf.
Bild: Winfried Rein

42 ausgewählte Masten lässt Eigentümer Bayernwerk sanieren. Die Arbeiten laufen seit März und gehen jetzt in den Endspurt bis Mitte August. Der Auftrag ist anspruchsvoll und teuer: 2,2 Millionen Euro gibt die Bayernwerk Netz GmbH für die Ausbesserung dieses Abschnittes aus. Nach oben dürfen nur die höhensicheren Facharbeiter, sie schrauben korridierte Teile ab und verstärken die Träger mit neuem Stahl. Zwölf Standorte erhielten neue Fundamente verpasst, darunter auch der Gittermast an der Straße zwischen Ried und Gietlhausen.

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Der Untergrund ist komplett abgetragen worden, die vier Mastfüße stehen nur noch auf Betonfragmenten. Schwere Stahlseile in allen Richtungen sichern den Masten. Die Truppe legt eine neue Betonplatte an – mit viel Baustahlgewebe und sieben Betonmischer-Ladungen. Um die vier Standfüße betonieren die Arbeiter eigene Rundfundamente mit Schalung. Am Ende wird der Umgriff wieder verfüllt.

Behördliche Auflagen begleiten die Masten-Tour. Einige Standorte mussten die Sanierer um drei Monate verschieben, weil sich angeblich Wiesenbrüter am Boden tummelten. Der Aushub der Fundamente kann nicht einfach wieder verfüllt werden, zuerst muss eine Analyse sicherstellen, dass das Erdreich frei von Schadstoffen ist. Es könnten etwa Reste von Sprühlack auftauchen, mit dem die Metallteile früher behandelt worden waren. „Sie glauben gar nicht, mit wie vielen Behörden wir in Kontakt stehen“, sagt der Kapo.

Ziel der Sanierung von Masten ist unter anderem die Versorgungssicherheit

Er kann sich noch genau an einen kompletten Masten-Neubau in Neuburg erinnern. Das war im Juli 2016, als ein Traktorgespann am Donauwörther Berg einen Standfuß rammte und die 25 Meter hohe Gitterkonstruktion zu Fall gebracht hatte. Es gab einen Kurzschluss und im westlichen Landkreis fiel der Strom aus. Neuburg-Ost blieb verschont, weil der Strom dort über eine eigene Schleife mit Umspannwerk fließt.

Ziel der aufwendigen Sanierung von Masten sei neben der Versorgungssicherheit „auch der optimierte Schutz von Personen und Objekten im Leitungsbereich“, erklärt Bayernwerk-Pressesprecher Christian Martens. Die Anlagen müssten auch extremen Eis- und Windlastsituationen standhalten. Neben der Wetterkunde sind die Erfahrungen beim Betrieb von Stromleitungsnetzen in Eis- und Windlastzonen auf einer deutschlandweiten Karte festgehalten worden. Die Bayernwerk Netz GmbH habe ihre rund 17.500 Hochspannungsmasten im Hinblick auf diese Anforderungen bewertet und mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium ein langfristiges Sonderprogramm abgestimmt.

Bei allen Bauaktivitäten im Freileitungsbereich gelte der Grundsatz Netz-Optimierung vor Netz-Verstärkung und vor Netz-Ausbau. Ziel sei es, alle Möglichkeiten zu nutzen, um das Bestandsnetz durch Optimierung besser auszulasten, bevor Verstärkung oder Neubau von Leitungen notwendig werden.

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