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Ingolstadt

05.07.2019

Diese Frau will zu den Sternen

Nicola Baumann war Gast im Audi.torium. Die frühere Eurofighter-Pilotin und Astronauten-Anwärterin arbeitet heute in einer Unternehmensberatung. 
Bild: Elke Böcker

Nicola Baumann war Anwärterin für eine Weltall-Mission. Heute arbeitet sie in einer Unternehmensberatung. In Ingolstadt erzählte sie aus ihrem besonderen Leben. 

Wieder einmal hatten die Gäste des Ingolstädter Audi.toriums Gelegenheit, einem ganz besonderen Gast zuzuhören und im Anschluss auch Fragen zu stellen. Diesmal war unter dem Titel „Welt-Traum“ Nicola Baumann, Eurofighter-Pilotin und Astronauten-Anwärterin, bei Moderator Hannes Schumann zu Gast. In dem kurzweiligen, rasanten Talk ging es um Fragen „Wie wird man Astronautin?“ oder „Warum will man Astronautin werden?“

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Nicola Baumann verfolgt ihren Traum vom Weltraum, seit sie 19 ist

Die ehemalige, heute 34-jährige Eurofighter-Pilotin und Anwärterin für die erste Weltall-Mission einer deutschen Astronautin hat bereits mit 19 Jahren an ihrem Traum gearbeitet. Nach gründlicher Internetrecherche hatte sie sich bei der Bundeswehr beworben, sehr gut auf die Bewerbung vorbereitet und nach der Zusage ein Studium und einen langen Ausbildungsweg absolviert. Immer das Ziel vor Augen.

Dann wurde sie 2015 erst einmal eine von drei Eurofighter-Pilotinnen, hat den NATO-Flugraum mit gesichert und auch selbst ausgebildet. Wie herrlich sie das Fliegen mit dem 140.000 PS starken, super-schnellen Flugzeug fand, zeigen die leuchtenden Augen der Pilotin und auch der präsentierte Kurz-Film – weit über den Wolken. Nachdem Baumann keine weitere Karriere bei der Bundeswehr machen wollte, setzte sie sich erfolgreich bei der privaten Initiative „Die Astronautin“ gegen 400 Mitbewerberinnen durch: der zweite Schritt Richtung Weltall. Wieder folgten diverse Ausbildungsteile. So kam zum Pilotenschein der Tauchschein, Übungen in der Zentrifuge, ein Besuch im russischen Kosmonauten-Ausbildungslager und Parabelflüge. Hier gerät Nicola Baumann noch einmal so richtig ins Schwärmen. Das Gefühl der Schwerelosigkeit sei wunderschön, nur das Schlafen gestalte sich schwierig – man müsse sich nämlich irgendwo festzurren…

Diese Frau will zu den Sternen

Ihr Lebensglück hängt nicht an einem Flug ins All

Und jetzt wird’s spannend. Nicola Baumann befindet sich nämlich nicht auf dem Weg ins All, sondern mitten in den Vorbereitungen stieg sie freiwillig aus und verließ die Initiative zur Gleichberechtigung im Weltall. Und das, obwohl sie möglicherweise 2020 als Deutschlands erste Frau ins All hätte starten können. Warum? Ein Flug ins All sei teuer, sagt die selbstbewusste Pilotin, man müsse etwa 50 Millionen Euro dafür veranschlagen und die Initiative habe erst eine Million Spenden sammeln können.

Heute arbeitet sie daher in einer Unternehmensberatung und ist als Rettungssanitäterin in Köln im Einsatz. Ein harter freier Fall auf den Bürostuhl?

Ihr Lebensglück hänge nicht an einem Flug ins All, sagt sie. Nicht jedes Problem sei ein Riesendrama, man müsse realistisch sein. Jetzt mache sie erst einmal den Hubschrauberschein. Danach warten sicher neue Abenteuer auf die dynamische Nicola Baumann. Lassen wir uns überraschen.

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