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Neuburg

05.08.2017

Digitaler Lotse durch die neue Heimat

Emmy Böhm, Leiterin der Ausländerbehörde am Landratsamt, Landrats-Stellvertreter Alois Rauscher, die zuständige Mitarbeiterin Nicole Rohleder und Fritjof Knier von der Digitalfactory „Tür an Tür“ (v.li.) starteten die Integrations-App.
Bild: Norbert Eibel

Der Landkreis startet das Informationsportal „Integreat“. Mit der App sollen sich Migranten besser zurechtfinden und den Alltag bewältigen lernen.

Smartphones zählen zu den wenigen Dingen, die fast jeder Flüchtling besitzt, weiß Fritjof Knier. Der smarte Student sitzt in der Geschäftsführung des Augsburger Integrationsprojekts „Tür an Tür“, das sich mit einer Forschungsgruppe des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität in München (TU) zusammengetan hat, um ein Programm für Migranten zu entwickeln. Herausgekommen ist die App „Integreat“, der mehrsprachige, digitale Leitfaden für den Alltag soll Neuankömmlingen helfen, sich in der neuen Heimat leichter zurechtzufinden. Gestern startete das Projekt im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen im Rahmen der Integrationshilfe.

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Lotse durch den Informations-Dschungel

Asylbewerber müssen sich in Deutschland vielfältigen neuen Herausforderungen stellen. Die App soll ein Lotse durch den Informations-Dschungel sein und den Menschen als Orientierungshilfe dienen. Die „Integreat“-Version für den Landkreis, stellte Fritjof Knier beim Termin im Landratsamt vor, versucht Alltagsfragen auf Deutsch, Englisch, Arabisch und Farsi (Persisch) zu beantworten. Das Portal ist einerseits lokal auf den Wohnort ausgerichtet und bietet andererseits relevante Informationen für Neubürger. In den vergangenen zwei Jahren haben rund 60 Ehrenamtliche an dem Projekt mitgewirkt, jetzt arbeiten fünf Hauptberufliche und rund 30 Freiwillige an Softwareentwicklung und Koordination.

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Nachdem die App in Augsburg entwickelt und im Herbst 2015 getestet wurde, nutzen bislang bundesweit 21 Kreise und Kommunen das Angebot, weitere 25 erarbeiten derzeit lokale Inhalte. Neben Auskünften zu Beratungsstellen, Institutionen wie Banken oder Behörden, Sprachkursanbietern und Freizeitaktivitäten können Veranstaltungen in einen Terminkalender gestellt werden und auf Jobbörsen zugegriffen werden.

App auch offline nutzbar

Die Initiatoren des Integrationsprojekt „Tür an Tür“ haben schon vor 20 Jahren wichtige Ratschläge und Tipps für Flüchtlinge gesammelt und in einer Infobroschüre zusammengefasst. „Natürlich ist das heute nicht mehr zeitgemäß“, erklärte Landrats-Stellvertreter Alois Rauscher bei der Präsentation. Zu schnell verliere ein gedruckter Ratgeber an Aktualität. Ganz anders die App, fügte Fritjof Knier an. „Jederzeit können relevante lokale Inhalte ergänzt werden. Zudem ist die App auch offline nutzbar. Der User kann sie an einem Hotspot herunterladen und später in der Unterkunft nachlesen.“ Das Projekt Integrationshelfer wird vom Sozialministerium gefördert. Den Landkreis kostet die aktuelle Version von „Integreat“ 250 Euro im Monat.

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